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"Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" sangen "Tocotronic" zu Beginn Ihrer Karriere und wurden flugs zu ihren Anführern. Millionen verkaufter Trainingsjacken Mitte der Neunziger sprechen eine deutliche Sprache.
Ähnlich verhält es sich mit Adam Green aus NYC und dem Antifolk.
Adam Green hat den Anti-Folk vielleicht nicht erfunden, dazu ist er klar zu jung (immerhin begann die Bewegung ca. Anfang der Achtziger als Gegenentwurf zur Greenwich Village Folk Szene) aber er hat sie auf alle Fälle äußerst populär gemacht. Zunächst als kuriose New Yorker Entsprechung zu den weltweit durchstartenden "The Strokes" gehandelt, erfuhr sein Musikerkollektiv "The Moldy Peaches", dem er zusammen mit Kimya Dawson vorstand, enorme Popularität.
Anfang des neuen Jahrtausends lag der Gitarrenrock ziemlich danieder, die Hörer erschöpft vom enormen Tiefdruck Geballer des NuMetal, ermüdet vom x-ten Punkrock Revival und gelangweilt vom in Selbstzitaten erstarrenden Britpop. Zeit, dass sich was änderte. Tat es dann ja auch. Fünf New Yorker Jungspunde veröffentlichten dann 2001 mal eben das heißeste Gitarrenalbum der Welt - und mit dem Erfolg der Strokes blickte die Welt dann auch wieder nach Hipster-Central, nämlich Downtown New York, als Geburtsstätte für die Renaissance der Gitarrenmusik.
So war es denn auch kein Wunder, als nahezu im gleichen Atemzug wie die Strokes eine andere Band stets mitgenannt wurde: The Moldy Peaches. Die machten zwar komplett andere Musik, traten auch gern mal in Hasenkostümen auf, schrien schweinische Texte und waren irgendwie das Gegenteil von "cool" im Strokesschen Sinne - aber genau das machte die Band so spannend.
Adam Green trat 2002 aus dem Schatten der Moldy Peaches und veröffentlichte sein Soloalbum, hörbar von Dylan und Lou Reed beeinflusst. Mit "Friends Of Mine", seinem Zweitwerk, das 2003 erscheint, öffnet er seinen Klangkosmos beträchtlich in Richtung Scott Walker und Swing, Orchestersounds, der Gesang Crooner-mäßig - und eine wahre Adam Green Hysterie bricht los: Vor allem in Deutschland wird er geliebt wie nirgendwo sonst - und so sind die Tourneen denn auch regelmäßig ausverkauft, wohin Herr Green auch kommt.
Mit "Gemstones" in 2005 erreicht die Greenmania ihren Höhepunkt - die Songs wie gewohnt großartig, diesmal allerdings etwas spartanischer arrangiert und mit vermehrtem Orgeleinsatz. Parrallel dazu erscheint Anfang 2005 dann auch mit "Magazine" der erste Buchband mit Greens Texten. Die Texte werden einerseits im Original und in der deutschen Übersetzung des Autors und Musikers Thomas Meineke veröffentlicht. Dieser Doppelschlag hievt Green in alle Feuilletons und seriösen Fernsehformate - der Musikexpress verleiht ihm schließlich sogar einen "Style Award" am Ende des Jahres.
2006 meldet der emsige Songwriter sich mit "Jacket Full Of Danger" erneut zu Wort - zurück wäre ja der falsche Ausdruck - und präsentiert sich stilistisch deutlich offener: Blues, Rock n Roll, Folk - all diese Spielarten vereinigt Adam Green und verleiht ihnen mit deutlich sonorerem Gesang die morbide Aura eines späten Elvis in Las Vegas. Die Melodien erinnern deutlich an "Friends Of Mine" und auch die Streicher-Arrangements von Jane Scarpantoni lassen keine Wünsche offen.
In diesem Jahr, in dem Antifolk wieder in aller Munde ist, schlägt Adam Green nun den ganz großen Bogen "back to the roots" als Antifolker, indem er eine Solo-Tournee spielen wird, die uns "Green pur" liefern wird: Nur mit schlichter Instrumentierung, seinen Texten und seiner großartigen Stimme. Eines steht jetzt schon fest - das werden unvergessliche Abende! (Text: Presseinfo) |