Beschreibung/ Presseinfo: |
Sie war die Stimme von Nouvelle Vague. Auch wenn das französische Projekt, das New-Wave-Klassiker in Bossa-Nova-Experimente verwandelte, von mehreren Sängerinnen getragen wurde, war sie diejenige, die in Erinnerung blieb, mit ihrer markanten Artikulation, ihrem Umfang, ihrer Interpretationsfreude. Aber auch vor und vor allem nach dieser Kooperation hatte und hat Camille ein musikalisches Leben. Und was für eines! Auf mittlerweile fünf Alben - im Oktober erscheint mit "Ilo Veyou" das jüngste Werk der Französin - hat Camille viele unterschiedliche Möglichkeiten ausgereizt. Entscheidend war dabei immer, dass ihre Stimme, ihre Ausdrucksmöglichkeiten, ihr Körper im Mittelpunkt stand. Nehmen wir nur "Le Fil", wo der titelgebende Faden die Note a war, die durch die ganze Platte gewoben wurde und die mit ihren minimalistischen Arrangements geradezu paradigmatisch für die Sängerin wurde: Neben der ekstatischen, extravaganten, extrovertierten, experimentellen, vielfach geloopten Stimme von Camille hört man nur einen Kontrabass und hin und wieder ein Klavier. Aus dieser Konstellation entsteht eine unglaubliche Spannung, die sich immer wieder in genialen Improvisationen auflöst. 2008 erschien dann mit "Music Hole" ein durchgängig englischsprachiges Album, was aber egal war, denn durch den Gesangsstil und den Akzent wird die Sprache häufig unverständlich und ersetzt durch das Gespür für Töne, Geräusche und Rhythmus. Das setzt sich auch auf "Ilo Veyou" fort, wo Camille ihre Stimme ebenso perkussiv einsetzt wie sie damit ihre starken Songs singt. Besonders stark wirkt das natürlich auf der Bühne, wenn Camille sich an nichts anderes mehr hält als ihr Körpergefühl, ihre starke Stimme und ihre unglaublich intensive Musikalität.
(Text: Presseinfo) |