Beschreibung/ Presseinfo: |
Drei Jahre sind seit Erscheinen des letzten Christian Kjellvander Albums "I Saw Her From Here/I Saw Here From Her" (2007) vergangen. Fu¨r viele eine sehr lange Zeit. Manchen mag es jedoch wie gestern erscheinen - Zeit ist eben relativ. Manche sagen sogar, Zeit wu¨rde relativ zum Herzschlag vergehen" aber das ist noch mal eine ganz andere Geschichte. Christian Kjellvander verbrachte den größten Teil der letzten Jahre damit, Geschichten aufzuspu¨ren. Geschichten von der Straße, dem Land, der Stadt und der See. Umfassende Tourneen zum "I Saw Her From Here/I Saw Here From Her"-Album fu¨hrten ihn an fantastische Orte und zu fantastischen Menschen. Zwei Jahre lang tourte er mit Band und/oder seiner Familie per Boot, Bus, Bahn und Auto durch die feinsten Konzertsäle, Wohnzimmer und Hausgärten nordamerikanischer und europäischer Musik-Enthusiasten und spielte sogar auf Pariser Hochhausdächern. Christian reist ganz im Stile des modernen Bluesmannes - er selbst dru¨ckt es so aus: "It's the onlything, besides family and friends, worth living for. And a good song can be done anywhere, anyhow." Als er von einer dreimonatigen Tour durch Nordamerika zuru¨ckkehrte, war Christians Stimmung so zwiespältig wie nie zuvor. In einer E-Mail berichtete er von wunderschönen Orten, tollen Leuten "geistreich und warmherzig", aber eben auch von seiner Verzweiflung, wie die Welt um ihn herum aussah und u¨ber die Richtung, die diese und er selbst eingeschlagen hatten. Der stetige Anstieg, Fluch und Zwang des Konsums, der ewig währende Kampf fu¨r mehr Freizeit, die nicht enden wollende Gier nach neuen Erlebnissen... und die vielfältigen anderen Sorgen, die einen Menschen wirklich runterziehen können. Christian wollte ein paar Monate mit seinen Hunden in einem Zelt leben. Er sagte, er mu¨sse weg, um sich den Dreck der rauen Welt abwaschen zu können. Soweit ich weiß, verbrachte er keine Nacht im besagten Zelt. Dennoch, die Abgeschiedenheit fand er in einem kleinen Haus auf dem Lande. Neue Stu¨cke kamen langsam zu ihm. Monate auf dem Land sind so wie lange Autofahrten: sie machen etwas mit dir. Man bewegt sich, ohne sich zu bewegen. Augen geradeaus, und der Geist ist auf Wanderschaft. Sich Dinge wieder ins Gedächtnis rufen, anders ausdru¨cken, erkennen. Ich sehe Christians Alben nicht mehr wie einzelne Inseln. Es ist mehr so, als ob er an einem Buch schreibt, wo jeder Song ein neues Kapitel darstellt. Weder er noch irgendjemand anderes kann sagen, wie und wo das alles enden wird, aber der "Plot" verdichtet sich von Lied zu Lied, von Album zu Album.
Dieses Album ist weit mehr als eine Ansammlung aufbereiteter Lieder auf Band. Entledigt von allem, was nicht notwendig ist, sind es Momente, die festgehalten werden - mit Bedacht live mit Band in fu¨nf Tagen eingespielt. "With todays computer-aged recording technology anyone can be the Beatles -the hard part is being the Velvet Underground.
Records are not, nor should they be, produced as anything more or less than documents of time", meint Christian. Das Album wurde im Rynge Castle aufgenommen, eigentlich nur eine Scheune an einem Haus in einem kleinen Dorf an einer Bahnlinie. Dies ist ganz nah dran am "Zuhause". Dies ist ganz nah dran an Christian Kjellvander, 2011. Manche mögen sagen, dies sei ein Schritt zuru¨ck fu¨r Christian, manche mögen meinen, es ist ein großer Schritt voran. Aus des Ku¨nstlers Perspektive ist und war es der einzig lohnenswerte Weg. (Text: Henry Toft) |