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Künstlerinfo zur Tour: Element Of Crime

 

Element Of Crime

 

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Redaktionstipp!

Tour beendet

Tourdaten / Konzerte:
>> 12.06.2004 - 28.08.2011

 

Genres: Pop: Indie Pop (Deutschrock)

Herkunft: Deutschland, Berlin

Kurzbeschreibung: Poetische Pop-Barden um Sven "Lehmann" Regner

 

Band-URL: http://www.element-of-crime.de

Beschreibung/ Presseinfo:

"Es ist doch so:", sagt Sven Regener und nimmt noch einen großen Schluck Bier, denn es ist Sommer und er sitzt in einem Berliner Biergarten, "jeder versucht sein Leben so zu leben, dass er einigermaßen über die Runden kommt, dass er nicht zu oft unglücklich ist und vielleicht auch mal ein bißchen glücklich zwischendurch. Ein Begriff wie Coolness bedrückt die Menschen doch nur, er gibt ihnen das Gefühl versagt zu haben, wenn sie diese Vorgabe nicht erfüllen". Element Of Crime haben sich in den letzten 17 Jahren um Coolness wirklich nicht viel geschert. Sie haben die Biersorten gewechselt und die Sprachen, wenn es ihnen paßte. Haben neue Musik entdeckt und dabei trotzdem Kontinuität bewahrt. Heute ist die Berliner Band eine Art Klassiker des deutschen Pop. Wer sonst verbindet so selbstverständlich Wurzeln im Punk mit Chansons und Elementen der Zirkusmusik.
Motor veröffentlicht im November gleich zwei musikalische Retrospektiven von Element Of Crime: "1985 - 1990" versammelt 13 Stücke und ein Video aus der englisch sprachigen Epoche der Band. Schließlich haben auch spät geborene Fans ein Recht darauf zu erfahren, wie brillant schon auf dem Debüt "Basically Sad" die späteren großen Themen der Band vorweggenommen wurden. "1991 - 1996" widmet sich den auf deutsch gesungenen Liedern der späteren Alben und bietet vor allem Einsteigern einen guten Zugang zur Musik von Element Of Crime. Die jüngsten Veröffentlichungen, "Romantik" (2001) und "Psycho" (1999) sind nach Einschätzung der Band noch zu frisch um sie in einen historischen Kanon einzureihen. Zeitgleich mit den beiden Retrospektiven erscheint im Hannibal Verlag eine von Detlef Kinsler verfasste Biografie der Band.
Die Lieder von Element Of Crime handeln fast alle von der Suche der Menschen nach Glück. Vom Missverhältnis, zwischen dem was wir uns wünschen und dem was wir tatsächlich bekommen. Ein großes Thema also, mit dem sich die Band von Anfang an bis heute beschäftigt, nur der Zugang ist oft ein anderer: Bei den ersten Platten hat man noch das Gefühl, Sven Regener sei viel im Kino gewesen: Auf dem von John Cale produzierten Album "Try to be Mensch", stellt er uns in "Beware Of Strangers" eine süße kleine 16jährige vor. Ein Mädchen, wie aus einem alten Film Noir, neugierig und ein wenig kokett. Ein Fremder rettet sie vor einem Lustmolch, doch nur deshalb, weil er sie selber in seinem Auto verführen möchte. Die Musik zu dieser Moritat klingt lakonisch bis schwermütig. Regeners Trompete schwebt verloren durch den Raum, das Piano klimpert so böse, als käme es direkt aus einer miesen Strip-Bar. Auf dem Cover der 1987 entstandenen Platte sehen Element Of Crime aus wie die schlecht gelaunten Cousins von The Clash: Schwer verkatert, aber wild entschlossen aus diesem Zustand das Beste zu machen, stehen sie vor einer zugesperrten Kneipe namens "Joyce's Cafe". Eine merkwürdige Mischung aus Verzweiflung und Humor liegt über diesem Foto. Was mögen sie vorher alles getrunken haben? Ob ihnen hinterher schlecht war? Viele der zwischen 1985 und 1990 entstanden Stücke wirken im Vergleich zu neueren Aufnahmen etwas grimmig, und sind dennoch ebenso poetisch, humorvoll und kompetent gespielt wie spätere Werke. Selbst "Moonlight", ein Stück vom Debütalbum "Basically Sad" entwickelt bei allen Velvet Underground Referenzen einen ganz eigenen Zauber. Später experimentieren Element Of Crime auf höchstem Niveau mit Funk und den New Yorker Uptown Horns, langsam machen sich Avantgarde-Elemente und erste Chanson-Einflüsse bemerkbar. Aber irgend etwas fehlt noch - vielleicht eine größere Nähe zum Publikum?
Eigentlich will die Band schon 1988 auf "Freedom, Love And Happiness" den Song "No Home" als "Kein Heim" veröffentlichen, doch erst auf dem folgenden Album "The Ballad Of Jimmy & Johnny" erscheint mit "Der Mann vom Gericht" der erste Element Of Crime Song in deutscher Sprache. Die Teilnahme an einem Kurt-Weill-Festival ist dann der Endpunkt einer stetigen Entwicklung - seit 1991 schreibt Sven Regener seine Texte ausschließlich auf deutsch. Für den Zuhörer bekommt das bisher zweidimensionale Bild dadurch eine neue Tiefe. Es ist ein Gefühl, als hätte Regener das Kino verlassen, in dem seine frühen Phantasien spielten, und sich auf einen belebten Platz gesetzt. Plötzlich tauchen da Typen auf, die man nur zu gut kennt: "Ich laufe wie ein Trottel durch den Regen / Und du bist gar nicht da / Na dann eben nicht / Schade um die schönen Rosen", beschwert sich der Sänger in "Die schönen Rosen". Und jeder, der sich selber schon mal zum verliebten Narren gemacht hat , wird ausrufen: Genau! So isses! Von Platte zu Platte werden die "Helden" der Lieder nun lebensnaher, nachvollziehbarer. Ein beim ersten Eindruck so trauriges Lied wie "Damals hinterm Mond" beklagt nicht die Flüchtigkeit der Jugend und den Verlust der ersten Liebe, es handelt eher von der Sehnsucht, nach der glücklichen Zeit davor. Erinnerungen füllen die Leere. Das Glück ist abwesend, aber immerhin wissen wir wie es aussehen könnte. Dazu kommt dieser ganz spezielle Humor, der alle Element Of Crime-Alben durchzieht. Schon im Booklet von "Try to be Mensch" findet sich ein Foto von zwei Putzfrauen, die auf der Treppe einer Kirche einen Jesus am Kreuz mit dem Schlauch abspritzen. Wie die Lieder der Band, ist auch dieses Bild nicht so eindeutig, wie es auf den ersten Blick scheint. Was wie Blasphemie aussieht, kann auch fürsorglich gemeint sein. Aber wie heißt es in "Ein Mann" so treffend: "Schwer verwirrt am Morgen / Und abends auch nicht klug / Alles kommt ins Reine / Mit etwas Selbstbetrug". Mit dem Wechsel von deutschen zu englischen Texten, hat sich auch die Musik von Element Of Crime erweitert. Immer sorgfältiger werden die Songs instrumentiert: Hier ein Streichquartett, da ein spezieller Keyboardsound vom Pyrolator, dort ein Akkordeon, gespielt von Ekki Busch. Die Grundbesetzung der Band ist allerdings seit dem zweiten Album die selbe: Sven Regener, Gesang, Gitarre, Trompete; Jakob Ilja, Gitarre; Richard Pappik, Schlagzeug. Nur der Bassist wechselt gelegentlich. Nach dem Ausscheiden von Veto und dem Zwischenspiel von Christian Hartje, bedient nun der langjährige Produzent und Live-Gitarrist David Young den Bass. Zur Besetzung des ersten Albums gehörte neben dem Saxophonisten Jürgen Fabritius auch Uwe Bauer, der ehemalige Schlagzeuger von Fehlfarben und Syph. Auch die Tatsache, dass "Basically Sad" auf dem Düsseldorfer Atatak Label erschien und Pyrolator, von Der Plan, ein häufiger Gast-Keyboarder ist, zeigt wo die Wurzeln von Element Of Crime liegen: Gäbe es über das Jahr 1983 hinaus eine Fortsetzung von Jürgen Teipels Punk-Doku "Verschwende Deine Jugend", Element Of Crime würden darin vermutlich eine wichtige Rolle spielen. Den diese Band hat nie Konzessionen an den Mainstream gemacht, so unterschiedlich die Standpunkte der einzelnen Musiker auch sind: "Jeder von uns hat eine andere Einschätzung von dem, was die Band ist. Es gab bisher keine einzige Produktion, die ohne Streit ablief" behauptet Jakob Ilja, der sich da auskennt, weil er mit Regener schon seit 19 Jahren zusammen spielt. Doch sich streiten können ist eine Qualität. "Ich bin sehr froh, dass wir so lange zusammen geblieben sind", sagt Sven Regener "Wenn einer auf einen Song keine Lust hat, dann wird er eben nicht gespielt. Ab einem gewissen Alter kann man die Leute zu nichts mehr zwingen". Nicht mal zu ihrem Glück, aber das wissen Element Of Crime am allerbesten. (Text: Presseinfo)

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Label: Universal  [Website]

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