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Es gibt nicht viele Beispiele für Soloprojekte, die sich plötzlich in eine mehrköpfige Band verwandeln. The Antlers beweist, dass es geht - und sogar noch gut klingen kann. Am Anfang war nur Peter Silberman. Doch künftig ist das einstige Brooklyner Soloprojekt erstmals mit zwei festen Bandmitgliedern ausgestattet: dem Powerhouse-Drummer Michael Lerner und dem hochtalentierten Multi-Instrumentalisten Darby Cicci. In der Folge klingt der Sound von The Antlers ambitioniert und bekommt auf Frenchkiss nach der von Silberman im Alleingang veröffentlichten Hospice LP nun die breite Plattform, die er verdient.
"Die Entstehung von Hospice glich dem Gefühl der Pflege eines Todkranken, der Dir gegenüber ausfallend wird", sagt Silberman. "Du hast nicht das Recht mit ihm zu diskutieren, denn er ist derjenige der stirbt und leidet. Also schluckst Du es, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Letztendlich realisierst Du, dass diese Person Dich einfach zerstört."
Passend dazu sind Hospice's 10 Kapitel erfüllt von einer klanglichen und lyrischen Schwermütigkeit: Vom hypnotischen Harfen-Build-Up von der ersten Single "Two" bis hin zum Sing-or-sink-Refrain von "Bear" und den Lautsprecher-berstenden Höhen von "Sylvia" erstreckt sich ein klanglicher Epos, der seinesgleichen sucht. Genau hier, zwischen all den Mosaikteilchen aus Ambient-Klängen, rauschenden Streicher-Flächen, und kratzigen Horn-Sounds, überwinden The Antlers endgültig ihre Singer-Songwriter-Wurzeln - und übertreffen zugleich alle Erwartungen, die 2008 auf der New York Hospitals EP geweckt wurden. Doch damit nicht genug! Dank seines seit dem sechsten Lebensjahr geschulten Talents an der Gitarre, führt Silberman in "Atrophy" and "Wake" mit Cicada-ähnliche Effekten in die subtilen Tiefen des Soul - mit ausreichend Bewegung und Schattierungen, um eine ganze EP damit zu füllen.
"Wir wollten etwas schaffen, das Tiefe hat, aber nicht zu kompliziert ist", erklärt Silberman. "Ich hasse das Wort "lush" aber ich glaube, dass ist einfach der beste Weg das Ganze zu beschreiben. Die Strukturen sind wie bei Pop-Songs - Strophe/Refrain, Strophe/Refrain - aber der Sound ist einfach Post-Rock."
Es wird noch komplizierter. Denn das Technicolor-gefärbte Trio hat sich die Hospice-Songs - plus drei weitere vormalige Release - geschnappt, um sie nun in eine ganz andere Richtung zu schieben: Anstelle sie Note-für-Note wiederzugeben, hüllen sie das Ganze in ein improvisiertes Chaos aus Reverbs und Delays. Dazu passt die Tatsache, dass Cicci bis vor wenigen Jahren eigentlich als Schauspieler auf der Bühne stand, bis er sein bisheriges Leben für die Musik aufgab. (Text: Presseinfo) |