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Künstlerinfo zur Tour: The Miserable Rich

The Miserable Rich

 

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Redaktionstipp!

Tourdaten / Konzerte:
>> 26.05.2012 - 26.05.2012

 

Genres: Pop: Indie Pop (Indie Rock, Acoustic, Singer/Songwriter)

Herkunft: Großbritannien, Brighton

Kurzbeschreibung: Ein Kammerquintett für moderne Songs.

 

 

Songs:

http://www.myspace.com/themiserablerich

Beschreibung/ Presseinfo:

Spätestens mit Quadrophenia, dem Epoche machenden Sixties Mod-Spektakel der Who, hat Brighton, das einst verschlafene Seebad an der Südküste Englands, popkulturellen Weltruhm erlangt. Künstler wie The Kooks, The Levellers, Matt Redman oder Fat Boy Slim - letzterer unterhält im District Kempton die Big Beat Boutique - jenen Klub, der für ein ganzes Genre "Big Beat" Namen stiftend war - ließen Brighton als Brutstätte zeitgenössischer britischer Musikkultur aufschließen zu den Major-Cities Manchester, Liverpool oder London. Eine Fluchtburg für desavouierte Maler und Musiker, Dichter und Pillendreher, Schwule, Lesben, Freaks und Freidenker.

Zu den Köpfen der Avantgarde im modernen Brighton zählt James de Malplaquet, Lehrer für Sound Design und Gesang in der Artichoke Artgroup, Anstifter und Mitbegründer der richtungsweisenden Brightoner Allstar-Band SHORELINE und des mittlerweile weit über Englands Grenzen hinaus bedeutenden WILLKOMMEN COLLECTIVE.
(Hier keine Übersetzung, die Engländer benutzen wirklich das Deutsche Grußwort. Siehe auch: http://www.myspace.com/willkommencollective | http://www.myspace.com/shorelinemusic.)

Im Jahre 2006 gründete eben dieser James de Malplaquet gemeinsam mit dem befreundeten und ebenfalls bei SHORELINE engagierten Cellisten und Pianisten Will Calderbank die Band GRAPE AUTHORITY. Obwohl die Zukunft verheißungsvoll und der Plattendeal rasch eingefahren war, begannen sich die Initiatoren in den Koordinaten der Band - Indie, Folk und Electronica - schnell zu langweilen. Nichts desto trotz war GRAPE AUTHORITY nicht nur ausschlaggebend, sondern auch Sinn und Namen stiftend für THE MISERABLE RICH, schließlich war es ein Gastspiel jener Band, dass James und Will auf die Latifundien eines römischen Großgrundbesitzers führte. "We took the name from an experience we’d had playing at the wedding of two ultra-rich aristocrats in Rome, and musical inspiration from "Say you don't mind" by ex-Zombies singer Colin Blunstone and the Balanescu's super-cool orchestral covers of Kraftwerk, we decided to form The Miserable Rich - a chamber quintet to play their modern songs."

Wenige Telefonate später war das Line-Up der Miserable Rich gefunden. Wie weit reichend die hierbei beteiligten Musiker in die britische Gegenwartskultur verstrickt sind, wie es kommt, dass viele von ihnen Platten auf dem bedeutenden Londoner Label Domino (Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, Light Speed Champions, Clearlake...) veröffentlichen, würde den Rahmen dieser Kurzbiographie sprengen und am Ende nach Name-Dropping klingen. Daher hier nur die Fakten:


The Miserable Rich sind:

- James de Malplaquet: Gesang, Songschreiber. Spielte bei The Grape Authority, spielt noch bei dem Elektro Projekt Bonobo (Ninja Tune, www.myspace.com/sibonobo).
- Will Calderbank: Cello, früher bei The Grape Authority.
- Mike Siddell: Violin, auch aktiv bei Lightspeed Champion (Domino Records, www.myspace.com/lightspeedchampion), Kate Walsh. Früher auch bei "Hope Of States".
- Lindsey Oliver: Kontrabass, ebenfalls bei Kate Walsh (Universal Music, www.katewalsh.co.uk / www.myspace.com/katewalsh)
- Jim Briffet: Gitarre, bekannt von Clearlake (Domino Records, www.myspace.com/clearlakenoise)

Dass sich diese grossartige Band trotz zahlreicher Offerten bedeutender englischer Label nach eingehender Recherche und einem Ryan-Air-Kurztrip nach Frankfurt für Hazelwood Vinyl Plastics entschieden hat - und das nicht aus pekuniären, sondern aus Gründen gegenseitiger Zuneigung - macht uns verdammt stolz und sagt entschieden etwas über den Charakter der Leute hinter dem Namen THE MISERABLE RICH aus. Wichtiger noch ist aber, was unsere allseits geschätzte Freundin Anita Pool dazu zu sagen hat:


Wie ich lernte The Miserable Rich zu lieben - von Anita Pool

Elend, jämmerlich, erbärmlich, armselig, kläglich - sagt das Wörterbuch zu miserable.

Hat sich der erbärmliche Zustand der reichen Deutschen bis nach Brighton herumgesprochen? Hat James De Malplaquet die kläglichen Bilder von den armseligen Steuerflüchtlingen gesehen? Nein, The Miserable Rich gab es schon vor den miesen kleinen Gaunern von der Post. Will Calderbank und James De Malplaquet haben nämlich mal bei einer prachtvollen Hochzeit in Rom gespielt, bei richtig reichen Adligen. Dort geschahen Dinge, die sie dazu brachten, ihre Band The Miserable Rich zu nennen. Und damit ist es auch gut mit dem Reichen-Bashing. Rühmen wir lieber den musikalischen Reichtum von The Miserable Rich.

Musikalischer Reichtum ist ja ein heikler Begriff und wenn man dann noch weiß, dass diese Band mit Cello, Violine und Kontrabass vor ihr Publikum tritt, dafür ohne Schlagzeug und Bassgitarre, dann wäre man vielleicht doch lieber arm. Aber keine Angst, hier kommt nicht noch so eine von diesen neosakralen Andachtscombos, die schon vor dem Rauchverbot lieber in Kirchen als in Kneipen spielten. Ihre altehrwürdigen Instrumente verwenden sie in der Manier altehrwürdiger Briten, die schon vor vierzig Jahren wussten, dass man mit alten Geigen neue und sogar aufregende Musik machen kann. Frag nach bei John Cale! Oder Robert Kirby. Der hat die Streicher zu Nick Drake gebracht. Oder Nick Drake zu den Streichern. Ein Kammerquintett für moderne Songs - das schwebt den beiden Gründern von The Miserable Rich vor. Und es funktioniert. Das Kammermusikalische wird hier nicht maschinenstürmerisch gegen das digitale Hier und Jetzt ausgespielt. The Miserable Rich haben nichts zu tun mit den redlich-einschläfernden Quiet is the new Loud-Strebern, wie sie nördlich von Ostfriesland auf jeder Wiese wachsen. In einem anderen aber doch demselben Leben ist James De Malplaquet mit Bonobo unterwegs, auf Ninja Tune-Schallplatten. Dass Kammermusik und digitale Lebensaspekte ganz gut in ein Leben passen ist ja keine so große Neuigkeit. Klingt aber selten so verführerisch. Verführung hat oft mit Stimme zu tun. Eine nicht repräsentative Umfrage im Freundinnenkreis ergibt: große Verführung in der Stimme. Die eine hört Buckley (mehr Tim, aber auch Jeff), die nächste hört Antony (Hegarty, von den Johnsons) die übernächste den juvenilen Sohn von Kurt Wagner (Lambchop). Und irgendwer sprach von Little Jimmy Scott.

Verführerisch ist auch das Sound-Design von The Miserable Rich. Ein Echo von dieser Englishness, Brian Eno- und Robert Wyatt-Platten aus den Siebzigern, die schon Folktronics waren, Jahrzehnte bevor einer den Begriff erfand. Folktronisch funktioniert auch Miserable Rich´s Cover von "Over and Over", dem Konsenshit von Hot Chip. Das knistert, klingelt, schellt, spieluhrt und maultrommelt wie im Kinderzimmer von Coco Rosie. Mit "Over and Over" haben sie die Playlists der besseren Radiostationen dieser Welt erreicht, heavy Rotation bei FM 4 in Österreich und bei Byte.FM! Auf dem Debütalbum fehlt der Download-Only-Track (http://www.ilike.com/artist/the+miserable+rich), hier gibt es ausschließlich eigene Songs. 12 Songs - 12 Ways To Count. Das können sie sich leisten, schließlich sind The Miserable Rich kein Novelty-Act für die U20-Indiedisco. Nach dem zwanzigsten Hören entdeckt man immer noch überraschende Details, tolle Ideen, merkwürdige Kurven.

James De Malplaquet ist ein äußerst eigenwilliger Songwriter. Mit "Pisshead" ist ihm der tragikomischste Trinkersong seit "You only tell me you love me when you re drunk" von den Pet Shop Boys gelungen. Der Opener "Early mourning" prägt die Stimmung des Albums wie "Sunday morning" den Vibe der Velvets-Bananenplatte. Überhaupt hat die Band einen ausgeprägten Sinn für Timing. In "The Time that´s mine" braucht James De Malplaquet 104 Sekunden, um die ewigen Fragen von Zeitverschwendung, Vergänglichkeit und (Un-)Endlichkeit durchzudeklinieren.

Und wann gab es zum letzten Mal eine bessere Liebeserklärung als diese: "If you want to take me to the top of the tree I´ll be your monkey for you!" Oder ist das eine Selbstmorddrohung? Egal. Hit! In einer Welt, in der man nicht zum Affen wird und nicht vor Verzweiflung den nächsten Baum hochklettert. Um sich runterzustürzen. (Text: Presseinfo)

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Label: Hazelwood Records  [Website]

 

 

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