Beschreibung/ Presseinfo: |
Goggle-A kommen aus Tokyo, haben in Japan breits vier Alben veröffentlicht
und sind dort die derzeit angesagteste Neo-Sixties Band. Ohne Probleme füllen
Goggle-A in ihrer Heimat auch die großen Liveclubs. Wer die musikalischen Wurzeln der Band verstehen will, muss sie im Kontext des japanischen Rock & Roll der 60er Jahre sehen. In den Fünfziger Jahren, als Japan nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, geschah dies nach nach dem US amerikanischen Vorbild. Nachdem das
Land sich Jahrhunderte lang konsequent von der westlichen Kultur abgewandt
hatte, sollte der Westen jetzt als Modell für ein neues Japan dienen, und die
Jugend Im Zeitalter des Wirtschaftswunders endeckte bald die Segnungen der amerikanischen Dekadenz: Rokabiri (Rock & Roll) Bands schossen wie Pilze aus dem Boden. Meist spielten sie japanisch gesungene Versionen der Hits ihrer US-Vorbilder. Ihre Konzerte wurden von von wilden Kreischorgien der Fans begleitet. So hatte sich die ältere Generation das natürlich nicht gedacht und schon bald wurde Rokabiri verboten. Aalglatte Popballaden, vorgetragen von Stars aus den Retortenlabors der Plattenfirmen regierten fortan die Radioprogramme und Konzertsääle.
Im Jahr 1962 kamen die Ventures als eine der ersten westlichen Rock & Roll
Bands zu einer Tournee nach Japan. Auf Grund mangelnder Werbung blieben diese
Konzerte unbemerkt bei einer breiteren Öffentlichkeit, aber unter den jungen
Musikern des Landes hatte sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet und
sie kamen geschlossen, um sich die Ventures mit ihrem rein instrumentalen
Surf Sound anzusehen. Da stand eine Band, die einen ganz neuen Rock & Roll
Sound spielte, der vollkommen ohne Worte auskam und deshalb die Barriere, zu den
noch heute für die meisten Japaner sehr fremd klingenden europäischen
Sprachen einfach aufhob. Waren es einige Jahre zuvor die Rokabiri Bands, die
scheinbar aus dem Nichts in Scharen auftauchten, so entstanden nun im ganzen Land Eleki - also Surf - Bands. Das Wort Eleki heißt soviel wie Elektrogitarre. Im Jahr 1964 wurde der bis heute ungebrochene japanische Verkaufsrekord für E-Gitarren aufgestellt. Die Nachfrage war so groß, daß selbst Firmen wie der Elektrogerätehersteller JVC und eine Holzschuhfabrik auf die Gitarrenproduktion umsattelten. Takeshi Terauchi wurde mit seiner Band The Blue Jeans zum Idol der Teenager und machte sich gemeinsam mit Kollegen wie Yuzo Kayama & The Launchers, Sharp Five und Fingers daran, die Hitparade zu eroben. Als die Ventures 1965 erneut für eine Tour nach Japan kamen, erlebten sie einen wahren Siegeszug. Takeshi Terauchi kam sogar in den Genuß, in der Folgezeit Platten mit seinen Helden aus den Staaten aufnehmen zu können. Das bürgerliche Japan reagierte erneut allergisch. Das Spielen von elektrischen Gitarren in der Öffentlichkeit wurde untersagt. Den Plattenfirmen wurde nahe gelegt, keine Eleki Platten mehr zu produzieren. Viel Erfolg hatte man damit natürlich nicht. Im Jahr 1966 spielten die Beatles erstmals im Land des Lächelns und wieder gab es kein Halten mehr. Unter dem Synonym GS ("Group Sound") sattelten die alten Bands komplett auf Beatmusik um und wieder zogen sie eine neue Welle von Bandgründungen nach sich. GS stellte schnell alles in den Schatten, was das bürgerliche Japan an Eleki so leidenschaftlich gehasst hatte. Die komplette Jugend des Landes verfiel mit Haut und Haaren der Beatmusik. Die Konzerthallen konnten den Ansturm der Jugendlichen kaum noch aufnehmen,
die Haare wurden länger, die Röcke kürzer und die Sitten lockerer. Bands wie
die Bunnys oder Golden Cups traten bald schon mit Verzerrern auf und frönten
dem rohen, wilden Garage Punk. Diesmal konnte man aber nicht schon wieder
gleich eine ganze Musikrichtung verbieten und so kapitulierte das Establishment. Als erste japanische Band entdeckten die 5,6,7,8,‘s den Sound des
Eleki und GS in den 80ern neu. Inzwischen gibt es eine vitale Neo Sixties Szene
in Japan und mit den drei Jungs und einem Mädchen von Goggle-A kommen deren
exponierteste und authentischste Vetreter jetzt erstmals nach Europa. Sie mischen instrumentalen Surf in bester Takeshi Terauchi Tradition mit japanisch gesungenen GS Beat und sehen dabei aus wie zum Leben erweckte Comicfiguren. Bei ihrer Tour stellen sie ihre neue Split Single vor, die sie gemeinsam mit den Woggles, amerikanischen Brüdern im Geiste, aufgenommen haben. (Text: Monogam) |