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Die Hohepriester des Heavy Metal feiern ihr 35jähriges Bestehen – drei Auftritte in Original-Besetzung – erste Deutschland-Tour seit 1999.
Wer sie im letzten Sommer als Headliner des amerikanischen Ozzfest erleben durfte, weiß: Black Sabbath sind in der Form ihres Lebens. Ein Quartett, das sämtliche Höhen und Tiefen des Musikbiz erlebt hat, jahrelang getrennt war, und erst jetzt weiß, was es an sich, seinen Songs und seinen Fans hat.
Und das genießen Ozzy Osbourne (Gesang), Tony Iommi (Gitarre), Terry „Geezer“ Butler (Bass) und Bill Ward (Drums) in vollen Zügen. Ohne wilde Exzesse sind sie bessere Freunde und bessere Musiker, als je zuvor. Eben lebende Legenden, die wieder Spaß am Spielen und Touren haben. Und eine riesige Fanbase ansprechen, die durch alle Generationen und Genre reicht. Kurzum: Black Sabbath sind eine Institution und ein Phänomen.
Mit ihren schweren, bleiernen Riffs, hymnischen Songs und einem ekstatischen Frontmann waren sie eine der kreativsten und progressivsten Rock-Bands der frühen 70er. Sie kokettierten mit Satanismus und schwarzer Magie, spielten lauter, härter und hypnotischer als alle anderen und wurden dafür geliebt und gehasst. Für ihre Fans waren sie eine musikalische Offenbarung, die mit Alben wie „Black Sabbath“, „Paranoid“, „Master Of Reality“ oder “Vol. 4“ Maßstäbe setzte. Für aufgebrachte Eltern und selbsternannte Moralapostel dagegen der Inbegriff von Aufruhr, Rebellion und Anarchie.
Kurzum: Black Sabbath hatten alles, was sie zu Rock-Idolen machte. Doch sie waren sich dieser Rolle und ihrer Bedeutung nicht bewusst, und gingen entsprechend fahrlässig damit um. So vergingen sich die Vier aus dem Provinznest Aston, unweit von Birmingham, an haltlosem Alkohol- nebst Drogenkonsum und mutierten von lebenshungrigen jungen Männern, zu dekadenten Rockstars.
Die logische Folge: 1979 hat Ozzy die Band verlassen. In der Folgezeit versuchte Tony Iommi das angeschlagene Schlachtschiff mit immer neuen Musikern aufrecht zu erhalten, während sich Bill Ward und Geezer Butler als Solisten verdingten.
Erst Ende der 90er kamen die Streithähne wieder zusammen, um es noch einmal gemeinsam zu versuchen. Zunächst mit sporadischen Gigs, dann mit einem Headliner-Slot beim ´99er Ozzfest, und schließlich noch mit einer kurzen Europatournee. Ein Triumphzug ohne Gleichen, der trotzdem keine Fortsetzung fand. Denn wenn Sabbath in den nächsten Jahren zusammenkamen, dann für ein paar vereinzelte Konzerte im Rahmen des alljährlichen Ozzfest. Doch zu einem neuen Album oder zu einer langfristigen Reunion ist es nie gekommen.
Vielleicht, weil Ozzy durch die TV-Serie „The Osbournes“ und seine erfolgreiche Solo-Karriere mehr als ausgelastet ist. Vielleicht aber auch, weil Iommi/Butler viel lieber im Alleingang aufnehmen, oder weil Bill Ward nach seinem Herzinfarkt nicht mehr so belastbar ist. Tatsache ist: Man trifft sich alle Jubeljahre für eine Hand voll Gigs, hat aber keine ernsthaften, weiteren Absichten. Dabei gibt es laut Bill Ward eine ganze Menge Material, das nur darauf wartet, auf CD zu erscheinen: „Wir haben genug Songs für ein komplettes Album“, so Bill. „Die haben wir Anfang 2001 bei den Proben für die damalige Tour aufgenommen, und es sind ein paar großartige Sachen dabei – mit tollen Riffs und teilweise sogar mit vollständigen Lyrics. Ich kann es kaum erwarten, sie irgendwann zu veröffentlichen.“
Bis es soweit ist, machen die großen Herren des Heavy Metals das, was sie am besten können: Sie gehen mit ihren Klassikern auf Betriebsausflug. So auch im Sommer 2005 – mit den ersten Deutschland-Terminen seit fünfeinhalb Jahren. Und das in gerade mal drei Städten: Dortmund, Leipzig und München.
Dementsprechend dürfte der Andrang sein. Schließlich sind Black Sabbath genauso Kult, wie ihre nach wie vor unschlagbaren Klassiker: „Sabbath Bloody Sabbath“, „Paranoid“, „Iron Man“, „War Pigs“, „NIB“, „Snowblind“, und, und, und. Songs, die Musikgeschichte geschrieben, Tausende von Bands beeinflusst und Millionen Fans rund um den Globus begeistert haben – und immer noch tun. Ganz einfach, weil sie zeitlos sind, nach wie vor frisch und aktuell klingen und nichts an Brisanz verloren haben.
Gerade „War Pigs“ hat mit Ausbruch des Irak-Kriegs eine völlig neue Bedeutung gewonnen, und wird von der Band als klares politisches Statement gegen die Bush-Regierung eingesetzt – untermalt mit Kriegsbildern, Nazi-Symbolen und dem treffenden Slogan: „Same asshole, different shit.“ Deutlicher geht es nicht.
Aber auch sonst bieten Black Sabbath 2005 alles, was nicht nur eingefleischten Metal-Fans gefällt. Etwa eine stimmungsvolle Licht- und Bühnenshow, einen glasklaren Sound und einen Frontmann, der alle Register der Publikumsanimation zieht. Vom obligatorischen „fucking louder!“ bis hin zum Einsatz von Wasserwerfern – Ozzy und Black Sabbath sind Garanten für ein unvergessliches Konzertereignis. Und genau das macht sie so wichtig. Ob mit neuem Album, oder ohne. (Text: Presseinfo) |