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Nachricht vom 26.11.2009 (kr)

Rockpalast: Peter Rüchels Erinnerungen (Buch) - Kultalarm!

Ein Prachtband, dies vorab, jedoch einer mit bedauerlichen, sämtlich vermeidbaren Schwächen. Vorab die GOODIES: Die makellose Herstellung, was Papier und Druck angeht, und der dem Thema angemessene Bildanteil, der diese "Erinnerungen" mehr zu einem Fotobuch macht, vermögen sicherlich den aufgerufenen Preis zu rechtfertigen. Und auch wenn die Talent Scouts des guten alten "Rockpalasts" nicht allzuoft Erstimporteure von Qualitätsware nach Deutschland waren (bei der Dave Matthews Band waren sie's aber wohl wirklich), dürfte auch die ältere POP FRONTAL-Leserschaft ihre eigene(n) Geschichte(n) mit der einen oder anderen Rockpalastnacht verbinden können: Musikalische oder andere Erweckungen, Ekstasen, Exzesse...?

Überdies darf man nicht vergessen, dass es bei aller relativ kleinmütig-mainstreamigen Musikauswahl zu irgendeinem Zeitpunkt eben auch für die jungen Police, den späten Pete Townshend, Siouxsie in mehreren Permutationen, Sonic Youth oder auch Mouse On Mars "Tschörmän Tellewischn Prrrautlie Priezendz.." geheißen hat! Und all diese werden primär in meist atemberaubend guten Stage Pix von Manfred Becker, Thomas von der Heiden und Rainer Leigraf vorgestellt. Zu den Meriten des Bands gehört weiterhin, dass abwechselnd zu den textuell sparsamen, inhaltlich aber so interessanten wie, hm, emotionalen Auslassungen des langjährigen Rockpalast-Machers Rüchel auch andere Akteure zu Wort kommen. Das geht damit los, dass der so unvergessliche wie kasperhafte Moderator Albrecht Metzger das "Intro" zum Buch "spricht". Einzigartigen Lesestoff bietet gerade das eingestreute "Aus den Memoiren eines Bandbetreuers" von Tom Bullmann.

BADDIES: Ein derart wertiges Buch so lausig zu lektorieren, wie hier geschehen, ist schlicht eine Schande. Obwohl wie beschrieben Bilder bei weitem überwiegen, starren etliche der wenigen Textseiten nur so vor dummen, vermeidbaren Fehlern (vom Idiotenapostroph über fehlende Worte bis hin zu stehen gebliebenen Denkschwächen à la "1982 - damals gab es weder Fax noch E-Mail")... Auch die Tendenz Rüchels, den Arbeitgeber WDR, der ihm über lange Jahre hin das Schlaraffenland Rockpalast ermöglichte, im Nachhinein zu einer, so wörtlich, "Heiligstätte der Liberalität" hochzustilisieren, hätte man nicht nur angesichts der Realität der heutzutage gerade von diesem Kölner Sender bei Job-Bewerbern abgepressten Bluttests wenigstens etwas bändigen sollen.

Letzter Punkt: Wer bereits "Das Rockpalast Buch" (c) '82 aus dem Sounds-Verlag besitzt, der wird sich mit "Peterchens Rockpalast-Mondfahrt" zumindest bei Manfred Beckers Fotos und bei etlichen Stories teils erhebliche Überschneidungen erkaufen. Fazit: Vorbehaltlich der obengenannten Kritikpunkte ein wertiges Stück internationaler und deutscher Geschichte von Livemusik für's Fernsehen. Kultalarm.

 

 

 

 

 

 

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