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Nachricht vom 20.04.2011 (kr)

Haarweg zur Hölle: Ein hart gerockter Heimatroman [Buch-Rezension]

Bitte nicht vom gewollt ganghoferisierendenTitel ("Haarweg zur Hölle - Ein hart gerockter Heimatroman") oder vom Bierdeckel-Cover abschrecken lassen! Hermann Bräuers Roman ist ein prächtiges Schmökervergnügen für alle gern lesenden Musik-, vorzugsweise Rock-, idealer- aber nicht notwendigerweise Metal-Freunde. In jedem Falle kann man den Haarweg erwiesenermaßen intensiv genießen, selbst wenn man mit >> Hair Metal wenig bis gar nichts anfangen kann.

Zum "Heimatroman" wird das Werk dadurch, dass es - akkurat beschrieben - in "Munich Rock City" der 80er Jahre spielt. Ansonsten mehr als klassischer Bildungsroman zu sehen, wird hier der umwegige Pfad eines Heranwachsenden vom Kiss-Fanclub über Allmachtsphantasien zu ersten musikalischen wie, eng verbunden, sexuellen Erfahrungen und letztlich (Ansätzen zum)Rockstartum geschildert. Gleichzeitig beleuchtet der Autor die wechselvollen Geschicke der hoffnungsvollen Hair Metal-Bands "LöveStealer" und "Llord Nakcor" (rückwärts gelesen "Rock and Roll"), deren Existenzberechtigung und Lebenszweck wie folgt beschrieben wird: "die sicherste Fahrkarte ins Frauenland".

Dabei spielt das uns hier ja primär beschäftigende Thema Live-Musik eine tragende Rolle bei Dramaturgie und vor allem Gag-Dichte: Der Genuss eines Schulkonzertes seitens unseres Helden (S. 139) führt zu dessen Instrumentenkauf (S. 40). Erste eigene Gigs werden nicht unwesentlich dadurch behindert, dass man als Vorgruppe nicht mit Stil und Publikum des Top Acts harmoniert (S. 72 ff.). Weiter geht es mit einem Auftritt vor Talentscouts der großen, wichtigen Plattenfirma (S. 152 ff.), bei welchem der Hauptgruppe die Show gestohlen wird - u.a. durch Okkupation der nur für sie bestimmten "Laufstege" sowie durch todesverachtenden Pyro-Einsatz.

Tourbus-Freuden werden ebenso lebensecht in Szene gesetzt wie solche von Festival-Gigs mit geliehenem Equipment (S. 175 ff.). Weitere Höhepunkte werden auf Tour mit >> Doro erreicht (S. 240), der großen alten Tante des True Mettl. Das Ende des so witzigen wie spannenden Buchs soll hier natürlich nicht verraten werden. Der Hinweis möge genügen, dass ausgerechnet Pearl Jam unseren LöveStealern ganz erheblich in die Quere kommen. In der Zwischenzeit lernen wir, dass Vorgruppen gewöhnlich "70% vom Sound" und "50% vom Licht" zugestanden wird (S. 155), und erleben den "Technical Rider" als Prüfstein für Veranstalter/Hallenbetreiber (S. 186).

In Summe unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis: Lachhafte knapp 8 Euro für 253 Seiten pralles (Live-Mucker-)Leben.


 

 

 

 

 

 

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