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Nachricht vom 14.05.2012 (kr)

Lese-Tipp! Überleben auf Festivals: Expeditionen ins... (O. Uschmann)

Die Kurzfassung: Ohne Uschmanns leicht fassliches Tornisterlexikon zumindest gelesen zu haben, sollte der Musikfreund von heute am besten gar nicht mehr aus dem Haus gehen. Und sich auf gar, gar keinen Fall auf das tollkühne Wagnis einlassen, auf ein Musikfestival zu fahren, ohne dieses unverzichtbare Nachschlagewerk bei sich zu tragen. Review als Longtrack: Oliver Uschmann (bekannt und beliebt u.a. durch die "Hartmut und ich"-Reihe) ist ein besonders emsiger Autor. Das merkt man nicht nur an der beeindruckenden Schlagzahl seiner Publikationen, sondern auch an dem Bienenfleiß, mit dem er sein jüngstes Opus zu etwas ausgebaut hat, das man genauso gut auch "Typologie des Homo Festivalibus - Bausteine zur Soziologie des fortgeschrittenen Konzertbesuchers" hätte nennen können. Nun ja, das hätte das Produktmarketing beim Random House-Sublabel "Heyne Hardcore" vielleicht nicht so prall gefunden...

Der Autor hakt mit viel Humor und noch mehr Beobachtungsgabe, die selbstgestellten Aufgaben kapitelweise ab: "Die Gattungen der Besucher" (z.B. "Der Kümmerer", "Der Twitterer" oder gar "Die Vandalen"), "Die Gattungen der Musiker" (etwa "Die Elfen und die Röhren" - na? Schon ne Idee, worum's hier geht? - "Der Metallarbeiter" oder aber auch "Der Schuhgucker"), "Die Verhaltensrituale" (alle Klassiker: "Das Crowdsurfing", "Dinge mit dem Dixi machen", "Das Rufen nach Helga"...), "Die Ernährung" (nein, hier kommt nicht nur "Das Bier" vor, obschon's vielleicht besser wäre), "Die Bauten und Siedlungen" (von "Das 1er-Zelt" bis zu "Die Stadtviertel") und last but not least "Die Security".

Was das Buch trotz offensichtlichem Vollständigkeitstrip so empfehlenswert macht: Uschmann begnügt sich nicht mit der Auflistung der Typen, er beschließt jedes Unterkapitel mit konkreten Rezepten, etwa "Was tun, wenn Du einem 90er-Jahre-Kinnbart begegnest". Das ist groß. Das ist Lebenshilfe galore.

Dabei gelingen dem Autor zauberhafte Statements ("Turteltäubchen sind überhaupt nur der Grund dafür, dass die Stereophonics von ihrer Musik leben können") und soziologisch-anthropologische Analysen ("Wo also 50.000 Menschen provisorisch zusammenkommen, bilden sich automatisch und instinktiv Siedlungsstrukturen und Häuptlingsrollen aus"). Überdies zeigt er sich völlig up-to-date - sogar die "offizielle Festival-App" kommt auf S. 92 vor.

Ein ganz klein wenig Gemecker muss aber sein: Das Buchcover ist lieblos und komplett unpfiffig gewählt. Im Gegensatz zu den anderen enthaltenen Schwarz-Weiß-Fotografien. Das löbliche "Register" führt nur Bands, nicht aber die überlebenswichtigen Sachthemen auf. Ansonsten wie schon geschrieben: Dieses Buch ist wie gemacht für jeden POP FRONTAL-Leser.


 

 

 

 

 

 

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