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Interview: Mathias Frank, 29.06.2004
Stress ist angesagt. Nicht nur, dass Against Me! – die vier fantastischen
Punkrocker aus Florida, die auch keine Angst vor akustischen Klängen und
Street- und Folk-Einflüssen haben – in Hamburg ihre letzte Show der
Europa-Tour spielen: ihr Tourbus ist auch noch verreckt, und so herrscht eifriges
Treiben rund um den Hamburger Hafenklang. Umladen, einräumen, aufbauen. „Hi,
ich bin Andrew, ich komme gleich zu dir“, sagt der Against Me!-Basser eine
Stunde nach dem vereinbarten Termin und ist erst mal verschollen. „Nein,
jetzt geht kein Interview, die Band isst gerade.“ Warten, die Sonne genießen.
„Das ist Tom, der Sänger, er ist gleich bei dir.“ Wieder warten.
Andrew taucht wieder auf. „So, lass uns das Interview machen.“ –
„Ich glaube, du musst zum Soundcheck.“ – „Echt? Sorry,
wir machen es danach.“ Der Soundcheck ist vorbei, Tom winkt: „Los,
jetzt aber, gehen wir nach oben.“ Oben sitzt noch Drummer Warren, und die
beiden stellen sich den Fragen von POP FRONTAL. Und geben kurze Antworten.
Hier herrscht aber auch eine Hektik. Liegt es nur daran, dass es die letzte Show
ist?
Tom: Ja, hauptsächlich. Wir müssen heute Abend noch mit dem Bus nach
Frankfurt, von dort fliegen wir dann nach Hause. Wir dürfen nichts vergessen,
haben so einige Dinge zu erledigen und wollen heute Abend aber trotzdem richtig
feiern. Das muss gut vorbereitet sein.
Wie lief die Tour denn?
Tom: Sie war wirklich super! Wir hatten mal mehr, mal weniger Zuschauer, aber
immer eine Menge Spaß. Die meisten Shows haben wir übrigens in Deutschland
gespielt.
Habt ihr dabei Gelegenheit, etwas von den Städten zu sehen?
Warren: Kaum. Wir sehen die Clubs, die Autobahn und die Tankstellen.
Tom: Ihr habt wirklich schöne Tankstellen hier (lacht).
Warren: Wir machen zwar keine Touristen-Touren, lernen aber dafür eine Menge
Leute kennen. In Interviews, vor und nach den Shows oder einfach beim Essen. Das
ist viel schöner, als irgendwelche Bauwerke zu sehen.
Was ist der größte Vorteil, auf Tour zu sein?
Warren: Es gibt eine Menge. Wir reisen viel, treffen Bands, sind Fremde in fremden
Städten, das ist schon aufregend.
Tom: Und wir spielen Shows, darum geht es ja eigentlich.
Und was ist der größte Nachteil?
Tom: Manchmal fühlst du dich einsam, manchmal hast du Hunger, manchmal möchtest
du nach Hause. Aber das nehmen wir in Kauf, es ist eben wie im richtigen Leben,
es gibt gute und schlechte Dinge. Aber zum Glück überwiegen die guten.
Euer letztes Album "The Eternal Cowboy" (den Song "Cliche Guevara"
kann man sich >> hier downloaden) ist jetzt
schon etwas länger in den Läden, was denkt ihr rückwirkend darüber?
Und hört ihr es euch eigentlich noch manchmal an?
Tom: Nein, ich höre es gar nicht mehr. Wir haben die Arbeiten im August abgeschlossen
und spielen die Songs seit dem auf vielen Konzerten, ich muss sie nicht auch noch
auf CD hören.
Warren: Ich höre es schon noch, um zu sehen, wie es klingt. Es ist eben ein
Dokument der Zeit, in der wir es aufgenommen haben. Und ich finde es immer noch
recht gelungen (lacht).
Schreibt ihr denn schon an neuen Songs?
Tom: Ja, wir sind fleißig dabei. Ich schreibe die Texte, an der Musik basteln
wir dann alle gemeinsam. Aber ich kann dir leider noch nicht sagen, wie die neue
Platte klingen wird, ich weiß es selber noch nicht. Es könnte auch
eine Polka-Platte werden (lacht).
Ihr kombiniert so viele Stile, ist es da nicht manchmal recht kompliziert, den Überblick zu behalten?
Tom: Nein, das ist alles ganz natürlich für uns. Wir mögen und
hören eben verschiedene Arten von Musik und die bringen wir ein.
Warren: Wir wissen am Anfang aber meistens auch nicht, wie der fertige Song am
Ende klingen wird, das entwickelt sich erst mit der Zeit. Auch wenn Tom sicher
seine Visionen hat, wenn er mit neuen Ideen kommt.
Tom: Schon, aber am Ende klingt es dann häufig doch ganz anders (lacht).
Was ist denn wichtiger? Texte oder Musik?
Tom: Die Kombination ist wichtig, beides muss stimmen. Ich als Texter bin natürlich
der Meinung, dass ein guter Song auch gute Lyrics braucht.
Seht ihr euch als politische Band?
Tom: Wir sind keine wirkliche politische Band im klassischen Sinne. Wir sind Menschen,
darum haben wir auch unsere Meinung, das ist klar, aber eine politische Band ist dann doch etwas anders.
Ihr seid auch auf dem „Rock Against Bush – Vol.1“-Sampler vertreten,
hättet ihr mit dem großen Erfolg der Compilation und auch der Punkvoter.com-Geschichte
gerechnet?
Tom: Niemals, das ist verrückt! Wir sind natürlich alle der Meinung,
dass Bush aus dem Weißen Haus geschmissen werden muss, aber das so viele
verschiedene Bands von Ministry bis zu Sum 41 dabei mitmachen, ist fantastisch.
Warren: Es wäre einfach, nur Fat Bands zu nehmen, aber die Bands stammen
von überall her. Wahnsinn!
Und nun ging's zum Konzert im Hamburger Hafenklang!
>> Zum Konzertbericht
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Against Me!
Against Me! - As the Eternal Cowboy
(Fat Wreck/SPV)
Links:
>> Konzertbericht, Hamburg, 29.06.04
>> Homepage
>> Reinhören & Kaufen bei amazon.de
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