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Wenig zu erwarten hatte man dagegen von Randy. Sind die Schweden auf Platte noch
recht anhörbar, schafften sie es auch diesmal nicht, auf der Bühne zu
überzeugen. Zu langweilig und austauschbar klangen ihre Songs. Selbst Silberling-Hits
wie "Karl Marx And History" konnten nur bedingt gefallen, und wenn
dann auch noch der Sound nicht mitspielt, können 30 Minuten verdammt lang
werden. Einen Hamburger Respekt-Daumen verdienten sich die Punk'n'Roller
allerdings durch ihre Spielfreude, da sie sich nicht an der recht mäßigen
Resonanz der Zuschauer störten und anscheinend eine Menge Spaß auf
der Bühne hatten. Immerhin sie ...
Die Halle war ordentlich gefüllt (allerdings kein Vergleich zum letzten HH-Konzert,
als die Große Freiheit aus allen Nähten platzte und Fans auf dem Schwarzmarkt
bis zu 70 Euro für die Tickets zahlten). Dann ging das Licht zum zweiten
Mal aus, Melanie C. dröhnte trotzdem noch aus den Boxen. Jubel, Begeisterung,
die Stimmung schon vor der erste Note prächtig.
Intro-Musik, langsam schlendert die Band auf die Bühne und werkelt an ihren
Instrumenten. Mit "Fuck Armageddon...This Is Hell" geht es los. Sofort
setzt sich die Meute in Bewegung und singt jeden Ton lauthals mit. Der Sound ist
grottig, Graffins Stimme kaum zu hören, der Bass viel zu laut. Den Fans ist
es egal, sie feiern und tanzen. Bei "Supersonic" wird es besser, bei
"No Control" hat der Mischer den Sound im Griff, und auch die Band
ist zufrieden.
Nein, zum alten Eisen gehören sie noch lange nicht, die drei Axtmänner
springen, tanzen, sind stets in Bewegung. Allen voran Greg Hetson, der vor der
Show sympathisch unauffällig am Merchandise-Stand sein Bier schlürfte,
scheint die bekannten Hummeln im Bauch zu haben, immer wieder treibt es ihn in
luftige Höhen. Mit "Sinister Rouge" und "Los Angeles Is
Burning" gibt es dann die ersten Stücke vom neuen Album, und die werden
von den Fans nicht weniger begeistert aufgenommen. Kein Wunder, sind es doch verdammt
starke Songs, die in bester "Process Of Belief"-Manier unters Volk
gerockt werden. Melodisch, einprägsam, wunderschön. Besonders "Los
Angeles..." sollte es zu einem BR-Klassiker schaffen.
Doch natürlich sind die Leute gekommen, um die bekannten Hits zu hören.
Und Bad Religion erfüllen diesen Wunsch und spielen ein Set, das kaum Wünsche
offen lässt. "Anasthesia", "Recipe For Hate", "Conquer
The World", "Generator", "Atomic Garden" -
auch wenn die Songs schon 15 Jahre auf dem Buckel haben, alt klingt hier gar nichts.
Sieht aber, im Falle von Brian Baker, so aus: der Sechssaiter trägt inzwischen
eine blonde Matte und wirkt dadurch wie eine obskure Mischung aus Roxette-Kopf
Per Gessele und Chris Norman, insbesondere dann, wenn ihn ein Ventilator von unten anweht
und seine dünne Haarpracht in bester 80er-Hardrock-Manier in alle Richtungen
stehen lässt.
Zum Mittelpunkt der Show macht ihn das trotzdem nicht, denn der ist der frisch
gebackene Doktor hinter dem Mikro, der fleißig über seinen Präsidenten
meckert und alle zum Konzert nach Hannover einlädt. Die Stimmung ist prächtig,
"Sorrow" und "Infected" werden zu den überraschenden
Höhepunkten der Show, und nach dem Rausschmeißer "21st Cetury
(Digital Boy)" ist erstmal Schluss. Doch heute spielen Bad Religion eine
ihrer seltenen Zugaben, die Graffin mit Van-Halen-Sprüngen und -Kicks einleitet,
bis mit dem Dreierpack "Along The Way", dem leider unausweichlichen
"Punkrock Song" und eben "American Jesus" die Show beendet wird.
Und die war wie immer: groß!
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Bad Religion
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