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Gesehen! Bad Religion, Randy / 02.06.04, Hamburg, Große Freiheit 36

Wie immer: groß

Text/Fotos: Mathias Frank

 

Mit "American Jesus" beendeten Bad Religion ihr Konzert, und ein Mitzwanziger sagte völlig richtig: "Da hat die beste Band der Welt mal wieder mächtig aufgewartet!". Hinter ihm und den zirka anderen 1000 Anwesenden lagen 90 Minuten Punkrock deluxe. Nichts war zu spüren von Alterschwäche oder Routine, Greg Graffin und seine Mannen zündeten ein hymnisches Feuerwerk und spielten – auch ohne Mister Brett auf der Bühne – einen Hit nach dem anderen. Aber etwas anderes hatte man eigentlich auch nicht erwartet.

Bad Religion

Wenig zu erwarten hatte man dagegen von Randy. Sind die Schweden auf Platte noch recht anhörbar, schafften sie es auch diesmal nicht, auf der Bühne zu überzeugen. Zu langweilig und austauschbar klangen ihre Songs. Selbst Silberling-Hits wie "Karl Marx And History" konnten nur bedingt gefallen, und wenn dann auch noch der Sound nicht mitspielt, können 30 Minuten verdammt lang werden. Einen Hamburger Respekt-Daumen verdienten sich die Punk'n'Roller allerdings durch ihre Spielfreude, da sie sich nicht an der recht mäßigen Resonanz der Zuschauer störten und anscheinend eine Menge Spaß auf der Bühne hatten. Immerhin sie ...

Die Halle war ordentlich gefüllt (allerdings kein Vergleich zum letzten HH-Konzert, als die Große Freiheit aus allen Nähten platzte und Fans auf dem Schwarzmarkt bis zu 70 Euro für die Tickets zahlten). Dann ging das Licht zum zweiten Mal aus, Melanie C. dröhnte trotzdem noch aus den Boxen. Jubel, Begeisterung, die Stimmung schon vor der erste Note prächtig.

Intro-Musik, langsam schlendert die Band auf die Bühne und werkelt an ihren Instrumenten. Mit "Fuck Armageddon...This Is Hell" geht es los. Sofort setzt sich die Meute in Bewegung und singt jeden Ton lauthals mit. Der Sound ist grottig, Graffins Stimme kaum zu hören, der Bass viel zu laut. Den Fans ist es egal, sie feiern und tanzen. Bei "Supersonic" wird es besser, bei "No Control" hat der Mischer den Sound im Griff, und auch die Band ist zufrieden.

Nein, zum alten Eisen gehören sie noch lange nicht, die drei Axtmänner springen, tanzen, sind stets in Bewegung. Allen voran Greg Hetson, der vor der Show sympathisch unauffällig am Merchandise-Stand sein Bier schlürfte, scheint die bekannten Hummeln im Bauch zu haben, immer wieder treibt es ihn in luftige Höhen. Mit "Sinister Rouge" und "Los Angeles Is Burning" gibt es dann die ersten Stücke vom neuen Album, und die werden von den Fans nicht weniger begeistert aufgenommen. Kein Wunder, sind es doch verdammt starke Songs, die in bester "Process Of Belief"-Manier unters Volk gerockt werden. Melodisch, einprägsam, wunderschön. Besonders "Los Angeles..." sollte es zu einem BR-Klassiker schaffen.

Doch natürlich sind die Leute gekommen, um die bekannten Hits zu hören. Und Bad Religion erfüllen diesen Wunsch und spielen ein Set, das kaum Wünsche offen lässt. "Anasthesia", "Recipe For Hate", "Conquer The World", "Generator", "Atomic Garden" - auch wenn die Songs schon 15 Jahre auf dem Buckel haben, alt klingt hier gar nichts. Sieht aber, im Falle von Brian Baker, so aus: der Sechssaiter trägt inzwischen eine blonde Matte und wirkt dadurch wie eine obskure Mischung aus Roxette-Kopf Per Gessele und Chris Norman, insbesondere dann, wenn ihn ein Ventilator von unten anweht und seine dünne Haarpracht in bester 80er-Hardrock-Manier in alle Richtungen stehen lässt.

Zum Mittelpunkt der Show macht ihn das trotzdem nicht, denn der ist der frisch gebackene Doktor hinter dem Mikro, der fleißig über seinen Präsidenten meckert und alle zum Konzert nach Hannover einlädt. Die Stimmung ist prächtig, "Sorrow" und "Infected" werden zu den überraschenden Höhepunkten der Show, und nach dem Rausschmeißer "21st Cetury (Digital Boy)" ist erstmal Schluss. Doch heute spielen Bad Religion eine ihrer seltenen Zugaben, die Graffin mit Van-Halen-Sprüngen und -Kicks einleitet, bis mit dem Dreierpack "Along The Way", dem leider unausweichlichen "Punkrock Song" und eben "American Jesus" die Show beendet wird. Und die war wie immer: groß!

 

Bad Religion in Hamburg

Bad Religion in Hamburg

Bad Religion in Hamburg

Bad Religion

 

Links:

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(Epitaph/SPV)

 

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