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Gesehen! Broilers / 16.06.2011, Hamburg, Docks

Wird man nicht so schnell vergessen

Text: Mathias Frank

Es gibt sie noch. Die Konzerte, auf die man sich ein bisschen anders freut als auf andere. Schon lange vorher nämlich, und auch ein bisschen mehr. Und dieses ist genau so eines, keine Frage. Denn die Broilers haben mit "Santa Muerte" nichts weniger als das vermutlich beste Album des Jahres gemacht. Doch dadurch ist natürlich nicht nur die Vorfreude groß. Auch die Erwartung, die Hoffnung. Denn alles andere als das ultimative Konzerterlebnis wäre eine Enttäuschung. Heute muss also was passieren, was man so schnell nicht vergisst. Nicht so einfach. Doch was machen die Broilers? Sie spielen einfach mal einen famosen Abend, den man so schnell nicht mehr vergisst.

Broilers

Das Docks ist gut gefüllt. Skins, Punks und Rock N Roller machen den Laden voll, machen ihn schon früh heiß. Und wäre die Vorband ein bisschen besonderer, ginge das Fest schon früher los. Doch über The Headlines muss man nicht viel sagen. Die waren okay, spielten souveränen Punkrock, hauten aber nur wenige vom Hocker.

Um die anschließende Großartigkeit der Broilers-Show in Worte zu fassen, reicht fast schon ein Blick auf die Setlist. Satte 32 Lieder werden in über zwei Stunden gespielt. Von ganz früher bis ganz spät, kaum etwas fehlt - etwas überraschend aber verzichten sie auf "Das Verdikt Rache" - und es ist gut zu hören, dass auch die raueren Stücke von damals mit Sammys "neuer" Stimme funktionieren. Sogar so ausgezeichnet, dass Stücke wie "Paul der Hooligan" oder "In 80 Tagen um die Welt" zu den heimlichen Highlights des Abends werden. Wobei man nicht von Highlights reden sollte. Heute ist der Abend der Star, heute ist nahezu jeder Song ein Treffer.

Los geht es mit "Harter Weg (Go!)" und "Alles, was ich tat", kurz danach schon "Tanzt du noch einmal mit mir" oder "Schwarz, grau, weiß". Die Dichte an Hits ist erschreckend, die Stimmung von Anfang nicht nur kochend. Sondern euphorisch, benebelt und stets ganz weit oben. Der ganze Laden tanzt, jeder singt mit, grölt und trinkt und kommt aus dem Feiern nicht mehr heraus. Es ist genau so, wie man es sich vorher gewünscht hatte. "Nur die Nacht weiß" und "Fackeln im Sturm", "In ein paar Jahren" und "Hey Surburbia", dazwischen "London Calling" von The Clash oder "Zusammen" von Slime. Bei "Ruby Light & Dark" hört man die Band nicht mehr, hier singt der Mob alleine. Ebenso beim wunderbaren Mittelfinger-Masher "Meine Sache". Gänsehaut überall, die Broilers sind die besten. Und Sammy ist der Boss. Er macht die Ansagen, wettert gegen Nazis und findet Hamburg geil. Die Band neben und hinter ihm - heute sind drei Bläser mit auf der Bühne - macht Dampf. Mehr als zwei Stunden, zwei Zugaben, am Ende mit den Headlines bei "Blume" als finalem Rausschmeißer. Was für ein Finale, was für ein Konzert. Wird man nicht so schnell vergessen.

 

 

 

Links:

>> Info/Konzerte Broilers bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (26.04.11): Broilers - Der Weg ist das Ziel

>> Interview Broilers (24.09.07) bei POP FRONTAL

>> Video "Harten Weg" bei youtube.com

>> Homepage Broilers

>> Broilers: Santa Muerte - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

Broilers: Santa Muerte

Broilers: Santa Muerte

(People Like You Records / EMI)

 

 

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