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Getroffen! Interview mit Andreas Brügge (Broilers) / 24.09.2007

"Für uns ist das wirklich schon ein großes Ding!"

Interview: Mathias Frank

Seit 15 Jahren gibt es bereits die Broilers, die man dem Namen nach sicher als typische deutsche Oi!-Band einordnen würde. Die vier Herren und die Dame aber sind mehr. Viel mehr. Natürlich findet man massig Oi!-Einflüsse auf ihren Alben, doch die reihen sich artig neben Punkrock, Ska, Rockabilly, Reggae und mit der Zeit auch immer mehr Pop. Das Ergebnis sind tolle Alben wie das aktuelle "Vanitas", eine stetig wachsende Fangemeinde und natürlich reichlich Tourneen. Nachdem sie im Frühjahr im Vorprogramm von Tiger Army und Deadline unterwegs waren, sind die Broilers ab Ende September als Headliner auf Club-Tour. Im Vorprogramm gibt’s die Generators und The Grit. Alles in allem also gab es genügend gute Gründe, um Drummer und Gründungsmitglied Andreas Brügge zum Interview zu bitten.

Broilers

 

Große Platte! Ist "Vanitas" genau die Platte geworden, die ihr vor den Aufnahmen im Kopf hattet?

Natürlich fällt einem im Nachhinein immer die eine oder andere Kleinigkeit auf, die man vielleicht hätte anders machen können. Aber ich denke, das ist bei jeder Platte so. Im Großen und Ganzen sind wir aber sehr zufrieden mit unserem Baby. Wir haben dieses mal wirklich sehr viel Zeit im Studio verbracht und haben auf sehr viele Details geachtet, damit sich die "Vanitas" am Ende auch wirklich so anhört, wie wir uns das vorgestellt haben.

 

Was hat euch inspiriert?

Ich denke, wir werden durch fast alles inspiriert, was um uns herum passiert. Sei es nun die Musik, die wir hören, oder Dinge, die wir sehen oder lesen. Sobald einen etwas beschäftigt, lässt man sich davon inspirieren. Wenn man nur von anderen Punkrock-Bands beeinflusst wird, wird die Sache schnell langweilig.

 

Kannst du etwas über die Entstehung der Platte erzählen?

Bei der "Vanitas" standen wir zum ersten Mal unter zeitlichem Druck. Es gab diesmal einen Release-Termin, den es einzuhalten galt. Das ist sicherlich mit ein Grund, warum wir in einem sehr frühen Stadium ins Studio gegangen sind. Anders als bei den vorherigen Platten waren viele Songs noch nicht fertig. Wir haben sie erst im Studio zu Ende schreiben können. Vielleicht ist die "Vanitas" dadurch ein wenig detailverliebter und auch poppiger als ihre Vorgänger.

 

Habt ihr den Plan, bei jeder Platte ein wenig anders zu klingen und euren Sound zu verfeinern?

Einen Plan gibt es da nicht wirklich. Uns ist es wichtig, uns nicht zu wiederholen. Wir sind keine Band, die zum dritten Mal dieselbe Platte aufnehmen will. Aber wie sich die einzelnen Platten letztendlich anhören, liegt auch daran, dass nicht nur wir als Menschen und Musiker uns stetig weiterentwickeln, sondern ebenso an der Technik, die sich weiterentwickelt.

 

Gibt es bei euch die Befürchtungen, dass die Fans der früheren Werke mit "Vanitas" vielleicht weniger anfangen können?

Die Befürchtungen gibt es sicherlich. Ich meine, wir haben wirklich viel Zeit und Herzblut in diese Platte gesteckt. Natürlich wollen wir, dass sie den Leuten gefällt. Wir wollten uns aber trotzdem von niemandem und von keiner Szene diktieren lassen, wie sich unsere Musik anzuhören hat. Vielen Leuten hätte es gefallen, wenn wir einfach eine Neuauflage der "Fackeln im Sturm" gemacht hätten. Aber das sind wir einfach nicht mehr. Und es wäre unehrlich, wenn wir versuchen würden, die Broilers von vor zehn Jahren zu imitieren.

 

In mancher Rezension fällt der Name Revolverheld - könnt ihr diese Vergleiche nachvollziehen?

Nein, überhaupt nicht. Ich denke, wir haben nichts mit Bands wie Revolverheld oder Wir sind Helden gemein. Wir haben unseren Background, unsere Wurzeln, und wir wissen, wo wir herkommen. Im Gegensatz zu den oben genannten Bands ist unsere Musik ganz fest im Punkrock verankert. Ohne die Punkrock/Oi!-Szene gäbe es uns sicherlich nicht in dieser Form. Es ist ja nicht so, dass wir gerade unser erstes Album draußen hätten und jetzt mit aller Macht in Richtung MTV und Viva stürmen würden. Wir machen unser Ding jetzt schon seit vielen Jahren und haben anfangs auch unser Lehrgeld zahlen müssen.

 

Gibt es bewusste Ambitionen, mit "Vanitas" richtig durchzustarten und eine breitere Käuferschicht zu erreichen?

Bewusste Ambitionen würde ich das nicht nennen. Wir haben genau die Platte gemacht, auf die wir Bock hatten. Wir haben uns da nicht reinreden lassen oder sind Kompromisse eingegangen, um mehr zu verkaufen. Aber natürlich freuen wir uns über jeden, der die "Vanitas" kauft.

 

Springen wir zur Tour. Werdet ihr euch auf "Vanitas" konzentrieren oder einen wirklich ausgewogenen Querschnitt aller Scheiben spielen?

Wir werden schon versuchen, möglichst viele der neuen Songs zu spielen. Aber natürlich werden die alten Sachen auch berücksichtigt. Ich denke, es gibt wie bei jeder Band Lieder, die man live einfach nicht weglassen kann. Wenn also alles klappt, werden wir einen Mix aus einem Drittel "Vanitas"-Songs und zwei Dritteln Songs der restlichen Platten spielen.

 

Gibt es Songs, die ihr im Studio oder auf Platte geil findet, die live aber nicht funktionieren? Oder andersrum?

Wir haben bei dieser Platte ganz besonders darauf geachtet, dass sich jeder einzelne Song schon in sich gut anhört. Ein guter Song muss auch funktionieren, wenn man ihn nur auf einer Akustikgitarre spielt. Und so hat Sammy die Lieder auch geschrieben. Von daher glaube ich, dass sich jeder der "Vanitas"-Songs auch auf der Bühne umsetzen lässt. Aber natürlich gibt es immer Lieder, bei denen es weniger Sinn macht, sie live zu spielen als bei anderen.

 

Was darf man von eurer Tour mit den Generators und The Grit denn sonst so erwarten?

Nun, ich hoffe einfach, dass es tolle Shows mit drei großartigen Bands werden. Ganz besonders freue ich mich darüber, dass wir mit den Generators und The Grit zwei wirklich geile Supports haben. Ich denke, das wird schon eine gute Party. Wir sind alle sehr gespannt, was auf uns zukommt. Eine Tour dieser Größe haben wir bis dato auch noch nicht gespielt. Wir müssen also erstmal schauen, wie wir damit zurecht kommen. Jetzt lacht uns natürlich jede Band aus, die ein halbes Jahr am Stück tourt. Aber für uns ist das wirklich schon ein großes Ding.

 

Wer sind eurer Meinung nach die besten Live-Bands?

Puh, das ist gar nicht so leicht, weil man sich Bands ja einerseits als Fan und andererseits als Musiker anguckt. Mich für meinen Teil beeindrucken Bands wie Flogging Molly oder die Dropkick Murphys ganz besonders, weil sie so unglaublich professionell und "tight" auf der Bühne sind und dabei eine extrem energiegeladene Show abliefern. Generell mag ich Bands, die auf der Bühne alles geben, um eine gute Show zu machen. Live-Bands, die nur rumstehen und cool gucken, gibt es schon genug.

 

Links:

>> Künstlerinfo/Tourdaten Broilers bei POP FRONTAL

>> Homepage Broilers

>> Broilers: Vanitas - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

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Broilers: Vanitas

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(People Like You / SPV)

 

 

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