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Gesehen! Bush / 05.11.2011, Hamburg, Docks
Gavin und seine Freunde
Text: Mathias Frank
Ein bisschen war dieser Abend wie die NDR Schlagerparade oder ein Oldie-Marathon auf dem Kalkberg in Bad Segeberg. Ein in die Jahre gekommener Sänger spielt mit neuen Leuten seine alten Hits, nennt die Band wie früher und zieht damit...? Auch die Leute von früher. Am Ende muss zwar jeder ein wenig schmunzeln, ist aber doch ziemlich zufrieden. Und fast ein wenig begeistert. Alles richtig gemacht also, lieber Mister Rossdale. Willkommen zurück, Bush.
Das Docks in Hamburg ist ausverkauft, mehr als 1.000 Leute wollen die einstigen Alternative-Helden sehen und dabei in Erinnerungen schwelgen. Denn sicher, das neue Album "The Sea Of Memories" ist ein wirklich gutes geworden, auf dem sich manch Hit - "The Sound Of Winter", "The Afterlife" oder "Baby Come Home" - findet. Doch an diesem Samstagabend ist den Leuten natürlich nach früher. Nach den Zeiten, als sie selbst noch jung und knackig waren. Sie sollen bekommen, was sie verlangen. Als Einstimmer gibt’s "Machinehead" vom Debüt, direkt danach "The Chemical Between Us" - und jeder ist zufrieden. Weil es noch immer einfach feine Lieder sind, weil es im Grunde egal ist, wer da nun den Bass zupft und weil Bush ja sowie Gavin sind. Der sieht aus wie früher und damit gut, er ist zwar nicht ganz bei Stimme, klingt aber trotzdem klasse und verzückt mit dieser Mischung die Massen. Alles wie damals also. Und hätte es nicht "All My Life" gegeben, hätte man sich noch jünger fühlen können.
Rossdale hat für diesen Abend eine ziemlich starke Setlist zusammen gestellt. Neu und alt wechseln sich ab. Selbst wenn manch Klassiker von damals fehlt (allen voran "Letting the Cables Sleep"!), darf hier niemand unglücklich sein. Denn auf "Greedy Fly" folgt "The Sound Of Winter", auf das eine so was von mächtige Gänsehaut erzeugende "Everything Zen" folgt "I Believe In You" und auf "The People That We Love" folgt "The Heart Of The Matter". Gavin eben, der weiß, wie es geht. Und der weiß, wie man das noch besser macht. Nach "All Night Doctors" (inklusive E-Cello) und "Swalloded" nämlich springt der Kerl eiskalt von der Bühne. In die Menge. Er stimmt "Afterlife" an und macht sich auf den Weg. Einmal durch den Club, bis nach hinten zur Bar. Die wird geentert, weiter gesungen, Hände geschüttelt. Klar, das hat er auch schon vor ziemlich exakt zehn Jahren gemacht (2. Dezember 2001, gleicher Club, gleiche Bar), aber die Wirkung ist wie damals. Euphorie pur.
Doch leider leitet sie auch so langsam das Ende des Konzerts ein. Mit "Little Things" gibt es noch einen Klassiker von damals, dann ist Pause. Mit dem Beatles-Cover "Come Together" kommen Bush zurück, "Glycerine" übernimmt Rossdale alleine und nach "Comedown" ist die Sache endgültig vorbei. Die gute Sache, die Rückkehr, das Bush-Konzert. Von und mit: Gavin und seinen Freunden.