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Gesehen! Contriva, Electric President / 27.11.2006, Hamburg, Uebel & Gefährlich

Ein Abend wie in tänzelnder Watte

Text: Mikel Plett       Live-Fotos: Sandra György

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Hin und wieder gibt es solche Konzerte, die einfach rund und beinahe vollkommen sind. Alle auftretenden Bands gefallen, die Umbaupausen sind kurz, das Publikum angenehm. Und hinterher beschleicht einen dieses schöne, desorientierte Gefühl, die vergangenen ein, zwei, drei (?) Stunden neben sich stehend verbracht zu haben. Einen solchen Abend erlebten wir im Hamburger Uebel & Gefährlich beim Konzert des MorrMusic-Packages Contriva und Electric President - letztere präsentiert von POP FRONTAL.

Contriva

Contriva

Dass Electric President an diesem Abend vor Contriva auftreten würden, war nicht von vornherein klar. Die beiden Soundtöftler aus Jacksonville/Florida lieferten Anfang des Jahres ein Album ab, das nicht nur Freunde von Postal Service oder The Go-Find begeistern konnte und via MorrMusic auch zielsicher sein dankbares Publikum fand. Im leider spärlich besuchten Uebel & Gefährlich schraubten die beiden Herren zur allgemeinen Überraschung dann aber nicht an elektronischem Equipment, sondern an zwei Gitarren bzw. Gitarre und Bass herum. Die Keyboards bediente unterdessen ein extra für die Tour angeheuerter Cousin Ben Coopers. Unter auffälligen Kopfbedeckungen (auf ewig unvergessen und vom Großteil des Publikums beneidet bleibt wohl Alex Canes Drachenkapuze) gaben sie dann neben kleinen Anekdoten die Hits ihres selbstbetitelten Albums zum Besten. Begonnen mit "Good Morning Hypocrite", über "Ten Thousand Fingers" und "We Were Never Build To Last". Den Schlusspunkt setzte ihr heimlicher Hit "Insomnia", der im Publikum für strahlende Gesichter sorgte.

Contriva verdeutlichten im Anschluss, dass sie neben wunderschönem Songwriting und anmutender Instrumentalisierung noch weitere Künste beherrschen, um ihr Publikum zu verzaubern. Im nahezu perfekten Zusammenspiel und der schlichten Herzlichkeit des Miteinanders wurde schnell offensichtlich, dass es sich bei den vier Berlinern nicht um Leute handelt, die sich das Wort "Freunde" aus Marketinggründen auf die Fahnen geschrieben haben. Hier agieren vielmehr Menschen, die sich gut kennen, toll ergänzen und scheinbar perfekt aufeinander eingespielt sind.

 

 

Los ging's mit dem eher verhaltenen "Florida" der aktuellen Platte "Separate Chambers", gefolgt von "On the Porch" vom 1999er Debutalbum "Tell me when". Spätestens während "Centipede" manifestierte sich der Wunsch, Masha Qrella, Max Punktezahl, Rike Schuberty und Hannes Lehmann würden die komplette Nacht dort oben verbringen, ihre Instrumente niemals zur Seite legen und vornehmlich den Rezensenten stetig weiter in seinem diffus entrückten, aber immens erfüllten Aggregatzustand weiter schwelgen lassen. Da aber jedes Acht-Minuten-Stäck auch mal zu Ende geht, folgte mit "Before" eine angenehm weiche Landung. Überhaupt gingen Contriva weder grob noch ruppig mit ihrem Publikum um, spielten neben den neuen Stücken viel von ihren beiden früheren Alben und sorgten somit für einen Konzertabend, der das Publikum emotional in Watte verpackte, den Füßen aber genügend Bewegungsraum ließ.

 

Links:

>> Künstlerinfo Contriva bei POP FRONTAL

>> Künstlerinfo Electric President bei POP FRONTAL

>> Homepage Contriva

>> Homepage Electric President

>> Electric President: s/t - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Contriva: Separate Chambers - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> CD-Rezension (10.11.06): Separate Chambers

 

Electric President

Electric President

Electric President

 

Contriva

Contriva

Contriva

Contriva

Contriva

 

Electric President: s/t

Contriva: Separate Chambers

Electric President: s/t

(MorrMusic / Indigo)

 

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