HallelujahDingDongHappy!
Text: Michael Kellenbenz Live-Foto: Kai Oertel
Mit geschätzten 15 Songs überhaupt im Gepäck ziehen sie seit nun
bereits sehr vielen Monaten durch die Lande, feierten Auswärtssiege und trugen
ihre Hamburger Heimspiele gerne an wechselnden Orten aus. Kaum ein Platz an der
Elbe, den Marcus Wiebusch und Co. noch nicht bespielt haben. Die Zeit war also
reif, sie auf die "Weltbühne" zu heben.
Das tat Betreiber Tino Hanekamp, und wer 1+1+1 (ein Konzert während der Aufnahmen
zum neuen Album zum Dumpingpreis von 5 EUR und im kleinsten Rahmen) zusammenzählte,
musste im Vorfeld zum Schluss kommen, dass da womöglich ein paar neue Songs
als Auswechselspieler den Platz betreten könnten. Doch weit gefehlt…
Ausverkauft würde die "Weltbühne" sein, das war zu erwarten.
Viele standen sogar noch draußen und warteten vergebens auf Einlass, während
drinnen mit den "Landungsbrücken" eröffnet, den Frierenden
gedacht und dem Rotwein zugesprochen wurde. "Macht, was Ihr wollt!"
war die Vorgabe des Hausherrn. Ganze zwei Mal ließen sie sich dann in die
Karten eines kommenden Albums schauen. Der erste Song davon war inspiriert von
niemandem Geringeren als Olli Schulz, dessen "Wenn die Liebe geht, ist schlimm,
aber noch viel schlimmer ist, wenn die Liebe geht und sich beide aber noch lieben!"
wahrscheinlich in die Annalen der Ansagen eingehen wird. "48 Stunden"
heißt das Stück dazu und klang, als hätte es schon längst
seinen Platz zwischen den, ja, Klassikern eingenommen. Diese nahmen dann den Rest
der guten Stunde ein und klangen im semiakustischen Format auch sehr flockig.
Latente, selbst eingestandene Textunsicherheiten Wiebuschs fing das Volk auf und
sang dankbar dagegen an. Gehört hatte man sie ja schon so oft, all die Lieder
über die "Volle Distanz", weinte im Taxi und blickte auf den
"Balkon gegenüber". Überraschend dazwischen das selten live
gespielte "Hauptsache glauben", welches es tragischerweise nicht auf
das Album geschafft hatte. "Ich freue mich" schall es mehrmals von
der Bühne, und davor klatschten sie sich die Hände heiß. Das riesige
Fenster nach draußen war schon lange beschlagen, aber wozu die Lichter der
kalten Stadt, wenn Kettcar sie sowieso gerade besingen. Das Phänomen scheint
nicht zu stoppen. Im Gegenteil: diese Band verdient Applaus und ist jedem sinkenden
Stern noch immer den entscheidenden Schritt voraus.
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