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Gesehen! Kings of Convenience, Bart Davenport / 01.12.2004, Hamburg, Fabrik

Geräuschempfindliche Großmeister

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Text/Fotos: Simone Deckner

 

Wer früh kam, konnte sich freuen. Über einen Sitzplatz in der ausnahmsweise bestuhlten Fabrik. Und über einen Support, der Spaß machte. Bart Davenport, vor einem Monat erst in der Weltbühne vor einer Handvoll Begeisterter zu Gast, machte an diesem Abend gleich 600 Leute glücklich mit seinem 70er-inspirierten Indie-Folkpop. Genau die richtige Einstimmung für die Großmeister des geräuscharmen Sounds, Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe alias The Kings of Convenience.

Kings of Convenience

Die sorgten schon vor Konzertbeginn für klare Verhältnisse: Während des Konzerts war der Getränkeverkauf verboten. Das Tresenpersonal zuckte die Achseln und blickte betroffen. Die Sanktion diene dazu, störende Geräusche zu eliminieren, erfuhr man. "Die Stille ist vielleicht das, was Musik zu Musik macht", hatte Boe kürzlich in einem Interview gesagt. Das mochte es erklären, ein fader Beigeschmack blieb. Wer lässt sich schon gern bevormunden, sei es von noch so netten Norwegern in Ringelshirts und Frottee-Pullovern?

Deren besonders ausgeprägte Empfindlichkeit für Geräusche bekamen auch die beiden anwesenden Pressefotografen zu spüren. Nicht nur, dass sie kein Blitzlicht benutzen durften. Auch das kameratypische Klicken war Øye zu laut. "Ich höre jedes einzelne blöde Foto, dass ihr macht. Bitte lasst es jetzt sein", sprach er sichtlich genervt. Um der für sie scheinbar körperlich unerträglichen Lautstärke zu entfliehen, posierten sie kurz entschlossen in Rockstarpose für die Fotografen. Die Halle lachte dazu sehr geräuschintensiv. Danach verbaten sich die Kings jede weitere Belästigung. "Besonders die Leute, die umsonst hier reingekommen sind, haben sich ruhig zu verhalten." Nach so viel Lärm um nichts durfte endlich musiziert werden.

Und wie. Nach zehn Minuten verzieh man ihnen alles. Da wurden Strophen so sanft gesungen, Gitarren so liebevoll liebkost und das Klavier so zärtlich gestreichelt, dass es eine wahre Freude war. Die zwei nicht nur äußerlich so unterschiedlichen Protagonisten (Øye: extrovertiert / Glambek Bøe: introvertiert:) machten einfach alles richtig - und sprachen zwischen den Pausen über all das, was sie falsch machen: "Wir haben kaum Lieder über schöne Situationen, aber hunderte über Tage, an denen wieder etwas schief geht", so Glambek Bøe. Schüchternes Lächeln. Man wollte ihn vom Fleck weg adoptieren. Oder heiraten.

"Wir nehmen jetzt Wünsche an", sagte Øye plötzlich nach eineinhalb Stunden schönster Stillesongs. Gewünscht wird seine Version von Whams "Last Christmas", die bessere natürlich. Zum Grande Finale holten sich die Kings ihren Support Bart Davenport auf die Bühne. Zusammen gaben sie eine wunderschöne Coverversion von Feists "Gatekeeper" (Øye: "Sie ist mittlerweile zu groß für uns") zu Gehör und hinterließen ein begeistertes Publikum. Das jetzt auch endlich wieder trinken durfte.

 

Links:

>> Künstlerinfo Kings of Convenience bei POP FRONTAL

>> Konzert-Tip (Okt. 2004)! Kings of Convenience

>> Homepage Kings of Convenience

>> Deutsche Fansite Kings of Convenience

>> Kings of Convenience - Riot On An Empty Street: Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Künstlerinfo Bart Davenport bei POP FRONTAL

>> Konzert-Bericht Bart Davenport, 09.11.04, Hamburg

>> CD-Rezension (04.11.04): Bart Davenport - Game Preserve

>> Homepage Bart Davenport

>> Bart Davenport - Game Preserve: Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

Kings of Convenience

Kings of Convenience

Kings of Convenience in Hamburg

 

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Kings of Convenience - Riot On An Empty Street

(Source / EMI)

 

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