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Mit wabbernden Keyboards und dem abgrundtiefen, die Magenwände erschauernden
Bass von Steve Kinch baute dann die Earth Band ihren unverkennbaren Wall auf Sound
auf, Startsignal einer vielen Fans wohlbekannten Zeitreise. Mit "Shelter
From The Storm" eröffnete nun der rastagelockte Sänger Noel McCalla
stimmgewaltig das Konzert. Er machte seine Sache wirklich sehr gut, und die Zuhörer
hatten das Gefühl, die Earth Band hätte nie eine andere Stimme gehabt,
der früher prägnante Chris Thompson wurde gar nicht mehr vermisst.
In den folgenden 110 Konzertminuten gab der Moog-Meister seinen Keyboards die
Sporen und spulte mit seiner Band einen perfekten Reigen aus altbewährtem
Material, z.B. "Spirits In The Night" und Songs neuerer Zeit, wie u.a.
das ganz aktuelle, etwas funkrockige "2006" ab. Überhaupt fügten
sich die neuen Songs live nahtlos mit den großen alten Werken zusammen.
Auf der aktuellen CD jedoch geht Mann auch neue Wege, so steuerte hier auf zwei
Stücken der Rapper Thomas D. von den Fantastischen Vier seinen Sprechgesang
bei!
Das Besondere beim Live-Konzert von Manfred Mann’s Earthband ist eigentlich,
dasss sich keines der Stücke sich wie die Studiofassung anhört. Intro
und Ende kennen die meisten, doch was sich mittendrin abspielen wird, weiß
bis auf die Band eigentlich niemand. So wird aus "Father Of The Day"
in der Originalversion von 1973 schon etwa acht Minuten lang live eine fantastisch
improvisierte 12-Minuten-Nummer, oder das wunderschöne "Demolition Man"
mündet in einer perfekten und spannenden Rockinszenierung mit ganz anderen
Inhalten.
Zwischendurch setzte sich neben "Old-Keyboard-Manni" immer wieder die
ungestüme Fingerfertigkeit von Mick Rogers an der Leadgitarre durch. Mit
seinen machtvollen und aufwühlenden Riffs, für die er viel Raum hatte,
könnte er mühelos ganz oben im Gitarrenolymp landen: wonderful loud
and heavy, und dabei perfekt ausgesteuert!
Im letzten Drittel und in den beiden Zugaben des Konzertes konnte Sänger
McCalla dann seine Stimme schonen, denn die Fans sangen fast jede Zeile lautstark
jubelnd mit. Ob bei "Blinded By The Light", dem Gassenhauer "Davy's
On The Road Again" oder bei der ca. 15 Minuten langen Schlusshymne "Mighty
Quinn": Alt und Jung tanzten und sangen begeistert in der Halle, während
die Earth Band teilweise in andere Sphären abhob, als wenn es nie anders
gewesen wäre!
Auch draußen noch zufrieden weitersingend machten sich die überzeugten
Fans dann auf ihren Heimweg von einem rundum gelungenen Konzert, und sie werden
bestimmt wiederkommen, so wie Manfred Mann auch, denn live ist er plus Earth Band
auch nach so langer Rockzeit noch immer ein Hochgenuss ohne Verfalldatum! Erst
kürzlich antwortete der Soundtüftler in einem Interview auf die Frage
nach seinen Zukunftsplänen: "Es gibt keine besonderen. Ich möchte
einfach weiter sein, was ich bin: Ein (guter) Musiker!" – dem ist nichts
hinzuzufügen.
Links:
>> Künstlerinfo Manfred Mann's Earth Band bei POP FRONTAL
>> Homepage Manfred Mann's Earth Band
>> Manfred Mann's Earthband - 2006: Reinhören und Kaufen bei amazon.de
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