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Gesehen! Manolito Simonet y su Trabuco / 01.11.2011, Hamburg, Fabrik
Eine gutgelaunte, aber matschige Soße
Text: Julia Kussius Fotos: Pressefreigabe
Da sind sie wieder: Kubas Starpianist und seine Band, die man getrost Orchester nennen darf. Was für ein Bühnenbild, an die 16 Personen spielen, tanzen, singen und werfen sich Töne und Melodien gegenseitig zu. Und machen bei aller Professionalität den Eindruck, großen Spaß zu haben. Geige, Cello, Flöte, Trompete, Posaune, Synthesizer, Piano, Congas, Bass - alles live und im verrückten Salsatakt neben-, über-, unter- und nacheinander.
Manolito Simonet, der in Kuba mehrfach ausgezeichnet wurde und in keinem Salsa-DJ-Set fehlen darf, hat auch dieses Mal eine ausgezeichnete Musikerschar ausgewählt und wird, während er dynamisch schwingend am Piano steht, bestens von drei (Front-)Sängern unterstützt. Eine große Freude ist es, die im Club und vom Band so kompliziert klingende Musik live zu erleben und auch hier über die verschachtelten Rhythmen und die unglaubliche Beherrschung dergleichen durch die Band zu staunen.
Umso bedauerlicher ist es da, dass der Sound an diesem Abend matschig und unklar ist und das Können der Musiker nicht angemessen unterstreicht. Gerade die Vielschichtigkeit der Salsaklänge bedarf einer adäquaten Aussteuerung, um die Komplexität nicht überzustrapazieren. Schade, dies gelang über den ganzen Abend nicht. Das Publikum schien sich allerdings nur zum Teil daran zu stören.
Ein Großteil feierte begeistert mit der Band und nutzte den vorhandenen Platz (es hätten sicher noch einmal die doppelte Menge Besucher in die Halle gepasst), um tänzerisch ihr Salsakönnen unter Beweis zu stellen. Auch der Aufforderung der Sänger, mitzusingen und die Lieder zu vervollständigen, kam eine sehr große Menge der Konzertbesucher euphorisch nach. So gestaltete sich auch dieser Auftritt als gut gelaunte Party, die über die Mängel großzügig hinweg sah und den Einklang zwischen Musik, Publikum, Tanz und Stimmung feierte. Auf einer der Bandgröße angemesseneren Bühne und mit besserer Abmischung hätte es noch großartiger werden können.