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Gesehen! Nada Surf, Goldrush, Clovis / 15.04.2006, Hamburg, Grünspan

Let There Be Rock

Text: Mathias Frank      Live-Fotos: Catherine Collier

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Ihre Platten gehören sicher zum Schönsten, was man sich derzeit anhören kann, und auch live sind Nada Surf eine absolute Macht, die einfach jeden in ihren Bann zieht. Das bewies das sympathische Trio auch am diesjährigen Ostersamstag im ausverkauften Grünspan, als es satte zwei Stunden einen fulminanten Gig spielte und am Ende wirklich jeden schweißgebadet und einfach glücklich und begeistert in die Nacht entließ.

Nada Surf

Dabei verlief der Anfang des Abends noch etwas schleppend, denn als die spanischen Clovis schon kurz nach Einlass auf die Bühne mussten, war der Club noch leer. Wieder einmal hieß es Frühkonzert, es war noch vor 19 Uhr, und nur wenige waren schon in Konzertstimmung. Doch das Duo machte das Beste draus, spielte feinen Indie-Rock mit weiblichen Vocals und Lagerfeuer-Stimmung und ließ sich zwischendurch von Nada Surfs Matthew Caws und Ira Elliot unterstützen, während Bassist Daniel Lorca sich das Ganze gemütlich in der ersten Reihe ansah. Auch die anschließenden Goldrush bekamen die Nada Surfische Unterstützung, als Drummer Ira Elliot als Zuschauer Günter auf die Bühne kam und sich ganz der Kuhglocke widmete. Die Stimmung war gelöst, das Grünspan inzwischen gut gefüllt. Die überaus sympathischen und fleißig feiernden Goldrush um Frontmann Robin Bennett und ihre "Ozona"-Songs wie "Wait For The Wheels", "Same Picture" oder "Come On Come On" waren einfach gut. Doch es sollte noch besser kommen. Viel sogar ...

 

 

Nada Surf begannen einfach mal mit "Popular" und damit ihrem bisher größten Radio-Hit, den sie eine Zeit lang gar nicht mehr live spielten. Kann man ja mal machen, ging aber irgendwie nach hinten los, da nicht wenige in den ersten Reihen den zehn Jahre alten Song tatsächlich nicht zu kennen schienen. Doch diese Überraschung war schnell verdaut, denn mit den anschließenden "What Is Your Secret" und den "Let Go"-Hits "Happy Kid" und "Killian's Red" wurden drei satte Treffer gelandet. Nada Surf hatten sichtlich Lust zu rocken, und das stand selbst den an sich ruhigeren Nummern wie "Always Love" oder "Do It Again" überaus gut. Da wurde geschrotet und geschrien, da wurde getanzt und gesurft, und da wurde begeistert geschwitzt und getrunken. Und es wurde gelacht, als Zuschauerin Barbara überaus charmant den Text von "Fruit Fly" übersetzte, während Matthew sang, oder als die Musiker von Goldrush und Clovis bei "Blankest Year" die Bühne stürmten.

Nada Surf spielten auf diesem immer großartiger werdenden Konzert nahezu die beiden letzten Alben komplett durch, lockerten das Set aber mit alten Nummern wie "Stalemate" oder "Amateur" und Coverversionen ("There's A Light That Never Goes Out" von The Smiths sowie ein kurzes in "Imaginary Field" integriertes "Love Will Tear Us Apart" von Joy Division) auf und machten so alles richtig. Spätestens als es während der Zugabe mit unter anderem "Blizzard Of 77" und "Blonde On Blonde" etwas ruhiger wurde und man Zeit hatte, einfach zu träumen und zu genießen, wurde einem bewusst, sich bei einem im wahrsten Sinne des Wortes heißen Anwärter zum "Konzert des Jahres" zu befinden.

 

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Nada Surf

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Nada Surf: The Weight Is a Gift

Nada Surf: The Weight Is a Gift

(City Slang / Rough Trade)

 

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