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Ihre Platten gehören sicher zum Schönsten, was man sich derzeit anhören
kann, und auch live sind Nada Surf eine absolute Macht, die einfach jeden in ihren
Bann zieht. Das bewies das sympathische Trio auch am diesjährigen Ostersamstag
im ausverkauften Grünspan, als es satte zwei Stunden einen fulminanten Gig spielte
und am Ende wirklich jeden schweißgebadet und einfach glücklich und
begeistert in die Nacht entließ.
Dabei verlief der Anfang des Abends noch etwas schleppend, denn als die spanischen
Clovis schon kurz nach Einlass auf die Bühne mussten, war der Club noch leer.
Wieder einmal hieß es Frühkonzert, es war noch vor 19 Uhr, und nur
wenige waren schon in Konzertstimmung. Doch das Duo machte das Beste draus, spielte
feinen Indie-Rock mit weiblichen Vocals und Lagerfeuer-Stimmung und ließ
sich zwischendurch von Nada Surfs Matthew Caws und Ira Elliot unterstützen,
während Bassist Daniel Lorca sich das Ganze gemütlich in der ersten
Reihe ansah. Auch die anschließenden Goldrush bekamen die Nada Surfische
Unterstützung, als Drummer Ira Elliot als Zuschauer Günter auf die Bühne
kam und sich ganz der Kuhglocke widmete. Die Stimmung war gelöst, das Grünspan
inzwischen gut gefüllt. Die überaus sympathischen und fleißig
feiernden Goldrush um Frontmann Robin Bennett und ihre "Ozona"-Songs
wie "Wait For The Wheels", "Same Picture" oder "Come
On Come On" waren einfach gut. Doch es sollte noch besser kommen. Viel sogar
...
Nada Surf begannen einfach mal mit "Popular" und damit ihrem bisher
größten Radio-Hit, den sie eine Zeit lang gar nicht mehr live spielten.
Kann man ja mal machen, ging aber irgendwie nach hinten los, da nicht wenige in
den ersten Reihen den zehn Jahre alten Song tatsächlich nicht zu kennen schienen.
Doch diese Überraschung war schnell verdaut, denn mit den anschließenden
"What Is Your Secret" und den "Let Go"-Hits "Happy Kid"
und "Killian's Red" wurden drei satte Treffer gelandet. Nada Surf hatten
sichtlich Lust zu rocken, und das stand selbst den an sich ruhigeren Nummern wie
"Always Love" oder "Do It Again" überaus gut. Da wurde
geschrotet und geschrien, da wurde getanzt und gesurft, und da wurde begeistert
geschwitzt und getrunken. Und es wurde gelacht, als Zuschauerin Barbara überaus
charmant den Text von "Fruit Fly" übersetzte, während Matthew
sang, oder als die Musiker von Goldrush und Clovis bei "Blankest Year"
die Bühne stürmten.
Nada Surf spielten auf diesem immer großartiger werdenden Konzert nahezu
die beiden letzten Alben komplett durch, lockerten das Set aber mit alten Nummern
wie "Stalemate" oder "Amateur" und Coverversionen ("There's
A Light That Never Goes Out" von The Smiths sowie ein kurzes in "Imaginary
Field" integriertes "Love Will Tear Us Apart" von Joy Division)
auf und machten so alles richtig. Spätestens als es während der Zugabe
mit unter anderem "Blizzard Of 77" und "Blonde On Blonde"
etwas ruhiger wurde und man Zeit hatte, einfach zu träumen und zu genießen,
wurde einem bewusst, sich bei einem im wahrsten Sinne des Wortes heißen
Anwärter zum "Konzert des Jahres" zu befinden.