Startseite POP FRONTAL

Getroffen! Interview mit Odgens / 06.11.2004, Berlin

Jenseits des Starclubs

Interview: Carsten Wilhelm

Hamburg und britische Rockmusik bilden spätestens seit den späten 60ern eine Synthese. Wer denkt nicht an die Beatles und viele andere große britische Bands, die in Hamburger Clubs ihre Karrieren begannen? Selbst die 80er-Heroen The Smiths wählten für manches Plattencover schon mal Arbeiten Hamburger Künstler. Eine Verbindungslinie also, die bis in unsere Tage besteht und in deren Tradition sich die Hamburger Band Odgens selbst sieht. Und dabei beziehen sich die vier anglophilen Musiker nicht nur, wie man vielleicht bei einer Britpop-Band unserer Tage vermuten könnte, auf Oasis & Co, sondern haben auch die Small Faces (von deren Album sie sich den Namen liehen) oder den Urvater der Mods Paul Weller im Hinterkopf. Herausgekommen ist ein Debütalbum, das vor Bezügen zu britischer Rockmusik nur so strotzt und doch Eigenes hinzuzufügen weiß. Erstaunlich reif, erstaunlich clever ist das, was auf "Get It Faster" zu hören ist. Grund genug für POP FRONTAL, ihre Tour zu präsentieren, und die vier Jungs anlässlich der Record Release-Party im Berliner Bastard zum Interview zu bitten.

Odgens

Odgens

 

Erzählt mal ein wenig zur Entstehungsgeschichte der Band! War das eher als Hobby gedacht?

Odgens: Wir haben mit der Musik 1997 zusammen angefangen und ab 1998 unsere ersten eigenen Songs geschrieben. 1999 hatten wir dann unseren ersten Auftritt im Hamburger Logo bei einem Bandwettbewerb, den wir gewonnen haben. Ab diesem Zeitpunkt hat uns das Ganze natürlich noch mehr gereizt, weil nun absehbar war, dass wir professionell Musik machen wollten. Das wollten wir schon immer, aber solche kleinen Erfolge bringen dann doch etwas Schub.

 

Und wie ging’s dann weiter? Immerhin hat es ne ganze Weile gedauert, bis Ihr nun euer Debütalbum am Start hattet!

Odgens: Wir hatten bereits nach dem Gewinn des Bandwettbewerbs die Möglichkeit, einen Plattenvertrag zu unterschreiben. Das war bei den Leuten, die z.B. 4Lyn produzieren. Uns war das aber irgendwie suspekt, und wir haben uns dagegen entschieden. Danach haben wir immer mal wieder in Hamburg und Umgebung live gespielt, aber eben nicht genug, wie wir heute wissen. Wir dachten, der Erfolg käme schon von selbst. Unser Demo war halt nicht sonderlich gut, und deshalb ging es nicht voran. Dann haben wir uns irgendwann gesagt, dass wir die erste Platte dann eben selbst rausbringen müssen. Wir sind mit vier Songs ins Studio gegangen und haben dann unter diesem Druck sehr produktiv gearbeitet. Und zunächst war das Ganze komplett selbstfinanziert.

 

Wie kam dann doch noch der Kontakt zum Label Firestation Records zustande?

Odgens: Wir waren mit einem Song auf der Compilation "High Fidelity – Verliebt in London" vertreten und uns ist aufgefallen, dass einige Bands dort bei Firestation unter Vertrag waren. Dann haben wir denen einfach mal unser Material geschickt, und die waren gleich ziemlich begeistert. Nun kommt die Platte also auf Firestation heraus, und wir sind sehr glücklich damit.

 

Wie war die Arbeit im Studio? Wie entstehen die Songs bei Euch?

Odgens: Wie bereits gesagt, hatten wir zu Beginn nur vier Songs fertig und standen etwas unter Druck. Trotzdem ging es im Studio sehr familiär und entspannt freundschaftlich zu. Ohne unseren Produzenten hätten wir das auch kaum so hingekriegt. Die Songs entstehen meist zusammen. Irgendwer hat eine Idee, und wenn sie den anderen gut erscheint, feilt man gemeinsam daran herum. Unser letzter Song, der es schon nicht mehr auf die Platte geschafft hat, ist genau so im Proberaum entstanden.

 

Plant Ihr eigentlich dann fürs nächste Jahr eine längere Tour zum Album? Ihr spielt ja jetzt nur noch wenige Termine.

Odgens: Wir planen erstmal eine Support-Tour, aber das ist noch nicht sicher, deshalb kann man da noch nichts zu sagen. Aber generell ist natürlich auch eine längere, eigene Tour geplant. Aber das hängt von verschiedenen Faktoren ab.

 

Hat das Livespielen eigentlich etwas Besonderes, war das auch das Ziel, als Band in erster Linie live aufzutreten, anstatt im Studio rumzutüfteln?

Odgens: Ich finde man kann das nicht vergleichen. Wir haben ja mit Livespielen angefangen, und das ist auch genau unser Ding, aber ich muss sagen, das Tüfteln im Studio hat uns auch total fasziniert. Wir hätten jetzt schon Lust, uns ans zweite Album zu machen. Das liegt vielleicht auch daran, das wir nun in unserem Set erst elf Songs haben, und wir spielen ungern die ganz alten Sachen. Also Repertoire erweitern. Aber zunächst spielen wir lieber vierzig tolle Minuten als sechzig langweilige, die man mit alten Songs auffüllt! Das macht schon Spaß genug, und die Reaktionen des Publikums, besonders hier im Bastard, wo wir im Frühjahr schonmal gespielt haben, waren ziemlich klasse.

 

Und was sind die weiteren Ziele?

Odgens: Eine gescheite Bookinagentur finden und dann spielen, spielen, spielen!

 

Das sollte angesichts Eurer Qualitäten ja kein Problem sein! Viel Glück und viel Spaß bei der Tour und danke für's Interview!

 

Links:

>> Tourinfo Odgens bei POP FRONTAL

>> Homepage Odgens

Odgens

Odgens

Odgens

 

 

Odgens - Get It Faster! bei amazon.de

Odgens - Get It Faster

(Firestation / Alive)

 

Startseite | Tickets | Konzertsuche: Genres | Konzertsuche: Städte | Konzertsuche: Bands A-Z | Festivals | Merkliste

POP FRONTAL Magazin | Live-Tipps | Live-Berichte | User-Bewertungen | Rundbrief

Konzerte eintragen | Content-Broking | Impressum | Haftungsausschluss

© POP FRONTAL, 2003-2012; Design by Akupower!