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Gesehen! Pain / 05.10.2011, Hamburg, Markthalle

Peter, die alte Socke

Text: Mathias Frank  Live-Foto: Pain: Toni Gunner (PFN Presse Foto Nord)

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Manchmal muss es dann doch Metal sein. Zwar stehen am gleichen Abend auch Chuck Ragan von Hot Water Music und Brian Fallon von The Gaslight Anthem im Rahmen der Revival Tour in Hamburg auf der Bühne. Aber wenn Metal-Ikone Peter Tägtgren in die altehrwürdige Markthalle ruft, um die neue Platte seines Pain-Projektes vorzustellen, dann hat man am Start zu sein. Eigentlich. Denn so denken leider nicht allzu viele Hamburger. Während das Grünspan rappeldicke voll ist, füllt sich die Markthalle vielleicht zur Hälfte. Am Ende sorgt aber auch genau das für einen einfach tollen Abend.

Pain

Nachdem die souveränen Engel und die ulkigen Turmion Kätilöt den Platz auf der Bühne räumten, wird erstmal aufgefahren und bereits Aufgefahrenes enthüllt. Das Schlagzeug steht auf einem ordentlichen Podest und wird von vier beachtlichen Flachbildschirmen flankiert, reichlich Lichtquellen tun sich auf. Und als es mit "Let Me Out" recht brachial losgeht, steht fest, wer heute der Chef im Haus ist: Peter, die alte Socke. Der macht natürlich auf evil und debil und sieht aus der Entfernung wie Christopher Walken auf Crack aus, lässt aber trotzdem ab und zu den Charmeur raushängen. "Ich hoffe, ihr habt nach der Show ein Lächeln auf dem Gesicht", sagt er. Wir werden es haben. Und dabei ist zu der Zeit noch nicht mal die Hälfte der Setlist gespielt.

Früh kann "Dancing With The Dead" begeistern, mit "Psalms Of Extinction" macht man auch nicht viel falsch, und schnell weiß man, dass das ein gutes Konzert wird. Werden muss. Die Halle ist nicht voll, aber wer da ist, der steht weit vorne, der feiert und reckt die Faust. Es ist gut, es ist fast schon intim und kuschelig und eben auch deshalb so gut. Und es ist vor allem heiß. Also ruft Tägtgren die Sauna-Zeit aus. "Aber dafür brauchen wir Women. Sind Dirty Women im Haus?" Klar, das neue "Dirty Woman" steht an. Und ist klasse. Trotz der Ansage. Viel mehr aber spricht der Kerl auch nicht. Sondern spielt sich durch Industrial, Metal, Pop und mehr und damit einfach mal durch die Historie von Pain. "End Of The Line", "Suicide Machine", "Nailed To The Ground". Bei "It's Only Them" fliegt dann weibliche Unterwäsche auf die Bühne, zum neuen "Great Pretender" wird tatsächlich richtig getanzt. Ehe man sich versieht, verlassen Pain nach vielleicht einer Stunde erstmals die Bühne.

Während das reguläre Set ausfallfrei und aufregend daher kam, beginnt die Zugabe erschreckend lahm. Die Band sitzt und spielt das ziemlich öde "Have A Drink On Me", während man auf den Fernsehern, auf denen die komplette Show über unterschiedlichste Bilder, Filme und Motive liefen, Pain beim Feiern, Trinken und Lachen sieht - und nicht alle finden die Prollo-Bilder wirklich witzig. Mit "Supersonic Bitch" und "Fear The Demon" wird es musikalisch leider nicht besser. Manch einer ist verwirrt, warum Pain jetzt plötzlich ihre Langweiler rausholen. Haben sie das nötig? Nein. Wie sie selbst zeigen und es gleich wieder besser machen werden. Super sogar. Das fantastische "Same Old Song" nämlich und "Shut Your Mouth" als Rausschmeißer beenden die Show. Geht doch, Jungs. Gut gemacht. War ein sackstarker Abend mit euch.

 

 

 

Links:

>> Info/Konzerte Pain bei POP FRONTAL

>> Mehr Fotos vom Hamburg-Konzert bei mondkringel-photography.de

>> Video "The Great Pretender" bei youtube.com

>> Homepage Pain

>> Pain: You Only Live Twice - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

Pain

Pain

 

Pain: You Only Live Twice

Pain: You Only Live Twice

(Nuclear Blast/Warner)

 

 

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