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Gesehen! Pain Of Salvation, Dark Suns / 08.06.2012, Leipzig, Parkbühne GeyserHaus

Frühsommernachtstraum

Text: Klaus Reckert      Live-Fotos: Tobias Berk

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Ein Abend, an dem einfach alles stimmte! Das Billing: die (Ex-)Lieblingsband Pain Of Salvation und - nicht weniger attraktiv - mit Dark Suns die [Wieder-] Entdeckung des Jahres 2011. Die Begleitung: Dream Team mit Tobi und dem Über-Saab "Darth Vader", die Cryptex-Bandbuben und Martin Schnella von Flaming Row im fachkundigen Publikum. Die charmante Gastgeberin Karolina Pytlarczyk. Das Wetter. Und nicht zuletzt die Location: Einen schöneren Austragungsort für Konzerte als die Parkbühne haben wir noch nicht erlebt. Zumindest nicht an so einem warmen, regenfreien, geheimnisvollen, verheißungsvollen Frühsommerabend...

Pain Of Salvation @ Leipzig

Geheimnisvoll übrigens in gleich mehrfacher Hinsicht. Hat man den traumhaften Park mal gefunden, gehört nicht viel Phantasie dazu, sich diesen von Elfenvolk, von Titania, Oberon, aber auch Zettel & Co. bevölkert vorzustellen. Aber wie bei so manchem Märchenland ist das Finden auch hier nicht ganz einfach. Wir näherten uns freiwillig und kilometerweit zu Fuß dem Zielgebiet - doch selbst im Nahbereich war keinerlei Hinweis (Schild/Wegweiser) auf GeyserHaus oder Parkgebiet auszumachen -übrigens auch kein einziges Konzertplakat. Schließlich rettete uns (neben moderner Smartphone-Technologie) der Schall: Die letzten Umkreisungen lang folgten wir simpel den ersten Klängen von Dark Suns. Und erschauen zum ersten Mal das klassisch schöne Gelände: Mitten im Park erhebt sich die Vielzweckbühne vor wie bei einem Amphitheater aufsteigend angeordneten schlichten Zuschauerbänken (560 Sitzmöglichkeiten). Optimale Klang- und Sichtverhältnisse und in seiner völligen Naturschönheit ideal geeignet für den heutigen exklusiven Akustik-Abend.

Dark Suns also. Die Leipziger Formation hat sich bislang noch fast mit jedem Album neu erfunden, das 2011er Album "Orange" aber ist ihr wohl bislang größter Wurf. Diese zwar Retro-Prog-beeinflusste, doch dabei ungemein originelle Musik schlägt die Liebhaber von Prog über Rock bis Heaviest Metal in den Bann. Als Support für Pain Of Salvation bietet sich die sympathische Truppe u.a. deswegen an, weil die Bands sich gut kennen: die Dunkelsonnen eröffneten bereits 2005 für P.O.S. und haben sich später zeitweilig deren damaligen Bassisten Kristoffer Gildenlöw "ausgeliehen". Den Anfang machte (wie per YouTube rekonstruierbar) der Sänger und außer bei Live-Auftritten auch Drummer der Truppe Niko.

Obwohl er es selbst ausdrücklich "hasst", entpuppte er sich auch noch als witzig-ironischer Übergangsplauderer. Dass er ein Spitzensänger mit verblüffendem Tonumfang ist, wussten wir ja vorher schon. Besonders beeindruckend die völlig in sich ruhende Kraft, die Niko ausstrahlt. Selbst wenn mal bei einem Songanfang sein Söhnchen im Publikum zu weinen anfängt. Stücke wie "Ghost" oder das immer schon zauberhafte "Not Enough Fingers" von "Orange" oder "Her And The Element" von "Existence" bestachen auch im Unplugged-Arrangement mit zwei akustischen Gitarren, Cello (besonders grandios bei "Megalomaniacs"), Schlagzeug, sparsam eingesetzten Keyboards (überwiegend Rhodes- und Orgel-Sounds), diversen Holzbläsern sowie E-Bass. Auch die Cover-Version, Vasts als Zugabe gegebener Heavy-Klopfer "Flames", zeigen die Hand eines ausgezeichneten Arrangeurs.

Die Umbaupause war gerade lang genug, dass Stephan Belda - Repräsentant von Dark Suns Label Prophecy Productions - ein besonders wertgeschätztes Versprechen einlösen konnte. Er führte den POP FRONTAL-Schreiberling auf eine von überirdischer Abendsonne verzauberte Allee und erlaubte ihm, "weltexklusiv", wie er selbst sagte, einen neuen Song vom kommenden Antimatter-Album zu hören. Zu Antimatter noch ganz untenstehend etwas mehr. Nur so viel zu diesem Pre-Listening: Antimatter-Fans werden auch das neue Material lieben, können sich aber auf einen sehr viel rockigeren, kompakteren Sound gefasst machen.

Das Set von Pain Of Salvation begann nun mit "Linoleum" - und alsbald machte sich Entspannung auf dem Parkett breit. Entspannung, weil P.O.S.-Mastermind Daniel Gildenlöw, den man auch schon ausgesprochen zickig auf und hinter der Bühne erlebt hat, in offensichtlich allerbester Stimmung war und das Publikum mit seinem Charme genau so umgarnte wie mit seinem Spiel (auf Martin Schnellas Leihgitarre) und seinem legendären Mehroktavengesang. Nächste Verblüffung: Beim voll elektrifizierten Bochum-Konzert war uns neulich noch gar nicht aufgefallen, was für ein perfekter Daniel-Gegenspieler der neue Mann an Gitarre und Gesang Ragnar ZSolberg doch ist.

In Leipzig entpuppte sich der langmähnige Hüne zusätzlich als exzellenter (Hintergrund-)Sänger. Songs wie "1979" (einen speziellen Glücksmoment hatte der Autor, als sich im Verlauf dieses tollen Songs deutlicher Vogelgesang in den von der Bühne kommenden Wohlklang mischte) oder "Sisters" waren immer schon sterbensschön und immer schon relativ unabhängig von den Klangfarben und Verzerrungen verstärkter Instrumente. Und bei z.B. "Chainsling" wissen wir seit dem "12:5"-Akustik-Konzert, wie sie in diesem Adamskostüm aussehen. Die perfekte Funktion auch im nackten Arrangement ist bei Klassikern wie "King Of Loss" oder "Cribcaged" schon weniger selbstverständlich. Doch alles funktionierte prächtig - so prächtig, dass die Band in diesen Tagen die Leipziger Setlist nochmals für ein Akustik-Album eingespielt hat !

Als einfach, aber doch effektvoll erwies sich übrigens auch der gewählte Bühnenaufbau. Da alle Künstler auf Podesten thronten, konnte die Sicht für alle Zuschauer aus sämtlichen Winkeln überhaupt nicht besser sein. Und trotz des "bestuhlten" Settings konnten die fröhlichen jungen Leute von heute bei "Disco Queen" vor der Bühne gepflegt abhotten. "It's Just A Perfect" Day - dem von Daniel kongenial angestimmten Lou Reed-Cover konnten sich heute wohl alle anschließen. Sogar die vielleicht kostbarste aller P.O.S.-Kompositionen, "Second Love", bekamen wir geboten. Satt gesehen und glücklich entließ die Parkbühne die (leider nur) etwa 300 erschienenen Gäste schließlich wieder aus ihrem Zauber. Dem wir uns jederzeit gerne wieder unterwerfen würden.

PS: Am 21. Juli bietet die Parkbühne Geyserhaus mit den großartigen Anathema auf "Weather Systems"-Tour und ihrem unplugged auftretenden nicht minder faszinierenden Support Antimatter (Mick Moss + Begleitung) abermals ein exklusives und voraussichtlich bezauberndes Programm.

 

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Links:

>> Info/Konzerte Pain Of Salvation bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (07.05.12): Pain Of Salvation, Dark Suns: Special Acoustic Event in Leipzig

>> Konzertbericht Pain Of Salvation @ Bochum (13.03.12) bei POP FRONTAL

>> Interview Daniel Gildenlöw / P.O.S. (Mai 2012) bei POP FRONTAL

>> Video "Pain Of Salvation @ Leipzig - Play all" bei youtube.com

>> Homepage Pain Of Salvation

>> Pain Of Salvation: Road Salt Two - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Info/Konzerte Dark Suns bei POP FRONTAL

>> Homepage Dark Suns

>> Video "Dark Suns - Ansage" bei youtube.com

>> Interview mit Karolina Pytlarczyk / GeyserHaus

>> Homepage GeyserHaus

 

 

Pain Of Salvation @ Leipzig

 

Pain Of Salvation @ Leipzig

Pain Of Salvation @ Leipzig

 

Dark Suns @ Leipzig

 

Dark Suns @ Leipzig

Dark Suns @ Leipzig

 

 

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