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Ausnahmegitarrist Metheny ist auch gut 25 Jahre, nachdem ihm mit dem Album "American
Garage" der Durchbruch gelang, mehr den je ein rastloser Musiker. Oft gibt
er über 150 Konzerte pro Jahr, daneben noch viele Gitarren-Workshops und
nimmt vielbeachtete neue Platten auf. So auch zu Jahresbeginn mit dem bereits
jetzt zu einer der besten Jazzalben des Jahres gekürten Scheibe "The
Way Up". Auf Titel hat er bei diesem Kunstwerk ganz verzichtet und die CD
eher wie eine Sinfonie mit einem "Opening" und drei langen Teilen angeordnet.
Sein faszinierendes neues Album betrachtet Metheny dabei im Interview auch als
persönlichen Protest gegen eine immer stumpfsinnigere Musikwelt, in der wirkliches
Können, Kreativität und musikalische Feinheiten oft ganz weit hinten
anstehen und es sogar Hitparaden für 30-sekündige Handy-Klingeltöne
gibt.
Auf der aktuellen Tour spielen Pat Metheny und seine hervorragend eingestimmte
Group das neue 75 Minuten lange Werk komplett live. Als Empfang bereitet ihm dabei
das begeisterte Publikum in der restlos ausverkauften Alten Oper bereits lange
vor dem Auftritt minutenlang Standing Ovations. Zum Dank nimmt der scheinbar stets
gut gelaunte 51-jährige Musiker seine Fans mit auf eine hypnotisch kosmische
Klangreise mit einer ungeheuren Fülle an Klangfarben, Motiven und unterschiedlichsten
Rhythmen, unterstützt von einer fein abgestimmten Lightshow, die an Urwald
und Weltall zugleich erinnert.
Wer geglaubt hatte, nach "The Way Up" werde allmählich der Zugabenteil
eingeläutet, sah sich gründlich getäuscht, nein, Meister und Band
spielen mühelos und ohne Pause noch gut eineinhalb Stunden mit hochklassiger
Fusion-Musik ihrer vielen Erfolgsalben weiter. Besonders auffällig hierbei
einige Stücke des legendären "Offramp"-Albums, bei denen der
neue mexikanische Schlagzeuger Antonio Sanchez durch unglaublich schnelle fantasiereiche
Solos mit überraschenden Breaks glänzt. Überhaupt lässt Metheny
seinen sechs Mitmusikern große Freiräume für Soli und wilde Improvisationen;
so auch dem glänzend aufgelegten Trompeter Cuong Vu, dessen Spiel oft wie
Gitarrensound klingt, und dem überzeugenden Grégoire Maret mit seinen
virtuosen Mundharmonika-Einlagen.
Auch wenn des Meisters lang ausufernde Verzerrer-Soli manchmal allzu zuckersüß
verpackt erklingen, fügt sich – auch dank seiner großartigen
Band - letztendlich die Musik immer wieder passgenau temperamentvoll und dynamisch
zu einem überzeugenden Gesamtkunstwerk zusammen. Nach vielen spontanen Bravo-Zwischenrufen
des dankbaren Publikums geht nach zwei Zugaben und knapp drei Stunden Soundfeuerwerk
ein Jazzrock-Abend der Sonderklasse zuende. Dabei sind Pat Metheny und Band sichtlich
gerührt vom vielen begeisterten Applaus und die Fans voll zufrieden vom erstklassigen
Konzert. Heile Musikwelt also, was will man mehr!
Links:
>> Künstlerinfo Pat Metheny bei POP FRONTAL
>> Homepage Pat Metheny Group
>> Pat Metheny Group: The Way Up - Reinhören und Kaufen bei amazon.de
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