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Was erwartet ihr von der "Bound For The Bar"-Tour?
Hasu Langhart: Spaß, gute Shows und unseren Durchbruch.
Ihr seid nun auch schon 15 Jahre dabei – ist es nun Zeit für den Durchbruch?
Hasu Langhart: Quatsch, das muss nicht sein. Ich weiß nicht einmal
genau, was Durchbruch heißt. Wer oder was definiert den?
Irgendwie sind wir eh schon viel weiter gekommen, als wir uns das je
gedacht haben. Und so gesehen haben wir unseren persönlichen
Durchbruch schon geschafft. Ein stetiges leichtes Auf ist das, was
wir anstreben. Kontinuität, you know?
Dann ist es also gewollt, dass ihr nach all den Jahren und Platten noch Underground seid?
Hasu Langhart: Ja, klar ist das gewollt. Wir fühlen uns wohl und
zu Hause im Untergrund. Verdammt, wir spielen Punk und Billy und so,
das ist doch klassischer Underground. Was willst du da auch mit dem
Mainstream flirten und in die Charts?
Was war denn rückblickend das Highlight eurer bisherigen Karriere?
Hasu Langhart: Das gibt es nicht, weil so einiges passiert ist. Unsere
beste Entscheidung aber war, immer weiterzumachen.
Und was war euer größter Fehler?
Hasu Langhart: Die dritte Platte ("Angel") mies
aufzunehmen.
Zurück zur Tour. Was haltet ihr von Peter Pan Speedrock und den Angel City Outcasts?
Hasu Langhart: Super Bands.Ich mag zwar Rock normalerweise nicht hören, aber keine Ausnahme ohne Regel. Oder so ähnlich...
Kennt ihr die anderen Bands bereits persönlich?
Hasu Langhart: Peter Pan Speedrock sind wir ein paar Mal über
den Weg gelaufen. Wir haben aber bisher wenig Kontakt gehabt, weil
das meist auf Festivals mit zig Bands und zu verschiedenen
Spielzeiten war. Die Angel City Outcasts kennen wir noch nicht.
Ihr seid schon mit so vielen Bands getourt – mit
welcher hattet ihr den größten Spaß? Und von welcher
habt ihr euch was abschauen können?
Hasu Langhart: Och, wir haben mit den meisten ganz schön Spaß.
Potshot in Japan, Buzzkill und Adequate 7 in England. Kingpins und
Planetsmashers in Kanada. Loaded, Mad Sin und Donots in Deutschland -
die Liste ist jetzt aber völlig unvollständig. Abschauen
kann man immer was, oft auch, wie man es nicht macht bzw. wie wir
nicht sein wollen. Kompliziert, Pseudo-Rockstars, etc.
Was ist das Wichtigste bei einer Festival-Tour? Und macht
da jeder sein Ding oder kann es mal zu etwas wie einer Klassenfahrt
werden?
Hasu Langhart: Es ist lustiger, wenn es wie eine Klassenfahrt wird, und
deshalb wünschenswert. Wir sind dabei! Wichtig aber ist, dass
man mit allen gut klar kommt und keine großen Egos dabei sind.
Lasst uns über euer Album reden. Habt ihr diesmal irgendetwas anders gemacht als bei den Scheiben zuvor?
Hasu Langhart: Ja, wir haben in zwei verschiedenen Studios
verschiedene Songs eingespielt und abgemischt, teilweise mit mehr
Overdubs (Gitarren und Vocals) als früher und alles live
eingespielt.
Kannst du uns noch etwas mehr über die Entstehung und die Produktion von "Touch And Go" erzählen?
Hasu Langhart: Zwischen dem ersten Tag im Studio und dem Abmischen lag
über ein Jahr. Wir haben zirka 40 Songs geschrieben und 25
aufgenommen, zur Abwechslung auch ein paar langsamere Sachen.
Generell sind wir etwas mutiger an die Sache rangegangen: Wir haben
einige Titel aufgenommen, bei denen wir nicht schon vorher wussten,
ob die gut kommen oder nicht. Und einige sind dann auch in die Hose
gegangen.
Was hat euch beim Schreiben inspiriert?
Hasu Langhart: Spannende Tourneen und langweiliges Alltagsleben in der Kleinstadt.
Habt ihr musikalische Grenzen oder kommt auf’s Album, was euch gefällt?
Hasu Langhart: Gewisse Sachen können wir schlichtweg nicht spielen,
weil wir zu schlecht sind. Anderes macht zwar Spass im Proberaum,
aber muss jetzt nicht auf einer Platte erscheinen. Dazu kommt, dass
wir als Peacocks mittlerweile auf diesen Stil eingeschossen sind und
uns weiterentwickeln können/dürfen/sollen. Auf der anderen
Seite aber macht es keinen Sinn, den Stil zu ändern. Zum einen,
weil wir zufrieden mit dem sind, was wir machen, und zum anderen, da
unser Publikum auch eine gewissse Erwartunghaltung haben darf.
Ein Song heißt "Zurich Is A Cocaine Town".
Hasu Langhart: Und Zürich ist tatsächlich in den Top Ten der
Städte mit dem größten Kokainkonsum, New York ist
übrigens an der Spitze. Im Song gehts aber eher um Menschen, die
dort leben und sich wichtig vorkommen, weil sie in einer tollen
"Weltstadt" leben.
Und wie viel Schweiz steckt in eurer Musik?
Hasu Langhart: Keine Ahnung! In den Texten einiges, da wir hier leben. In der Musik? Kann ich nicht sagen, ich denke aber eher wenig.
Ist eure Herkunft ein Vor- oder ein Nachteil? Oder ist das eigentlich völlig schnuppe?
Hasu Langhart: Lange Zeit war’s ein Nachteil, weil niemand auf
eine Schweizer Band gewartet hatoder Schweizer Bands ernst
nahm. Es gibt eben auch fast keine, die es international probieren
oder irgendwann mal "schaffen". Mittlerweile ist es aber
egal und manchmal sogar von Vorteil. In den USA zum Beispiel finden
das Leute interessanter, wenn eine Band aus einem Land kommt, von dem
sie fast gar nichts wissen.
Links:
>> Künstlerinfo/Tourdaten The Peacocks bei POP FRONTAL
>> Homepage The Peacocks
>> The Peacocks: Touch And Go - Reinhören und Kaufen bei amazon.de
>> Konzertbericht Stuttgart (12.03.04)
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