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Getroffen! Interview mit Hasu Langhart (The Peacocks) / 17.08.2007

"Klassenfahrt? Wir sind dabei!"

Interview: Mathias Frank

"Touch And Go" veröffentlichen The Peacocks dieser Tage ein neues, überaus spannendes Album via People Like You. Es bietet eine mehr als tanzbare Mixtur aus Rockabilly, Punkrock, Rock N Roll, Ska und Pop und wird Freunde von Bands wie den Stray Cats, Social Distortion, Tiger Army oder auch Mad Sin und Rancid bestens unterhalten. Passend dazu sollte man sich dringlichst die kommende "Bound For The Bar"-Tour vormerken, auf der es The Peacocks im Paket mit Peter Pan Speedrock und den Angel City Outcasts zu sehen gibt. Genügend Gründe also, Gitarrist und Sänger Hasu Langhart zum Interview zu bitten.

The Peacocks

 

Was erwartet ihr von der "Bound For The Bar"-Tour?

Hasu Langhart: Spaß, gute Shows und unseren Durchbruch.

 

Ihr seid nun auch schon 15 Jahre dabei – ist es nun Zeit für den Durchbruch?

Hasu Langhart: Quatsch, das muss nicht sein. Ich weiß nicht einmal genau, was Durchbruch heißt. Wer oder was definiert den? Irgendwie sind wir eh schon viel weiter gekommen, als wir uns das je gedacht haben. Und so gesehen haben wir unseren persönlichen Durchbruch schon geschafft. Ein stetiges leichtes Auf ist das, was wir anstreben. Kontinuität, you know?

 

Dann ist es also gewollt, dass ihr nach all den Jahren und Platten noch Underground seid?

Hasu Langhart: Ja, klar ist das gewollt. Wir fühlen uns wohl und zu Hause im Untergrund. Verdammt, wir spielen Punk und Billy und so, das ist doch klassischer Underground. Was willst du da auch mit dem Mainstream flirten und in die Charts?

 

Was war denn rückblickend das Highlight eurer bisherigen Karriere?

Hasu Langhart: Das gibt es nicht, weil so einiges passiert ist. Unsere beste Entscheidung aber war, immer weiterzumachen.

 

Und was war euer größter Fehler?

Hasu Langhart: Die dritte Platte ("Angel") mies aufzunehmen.

 

Zurück zur Tour. Was haltet ihr von Peter Pan Speedrock und den Angel City Outcasts?

Hasu Langhart: Super Bands.Ich mag zwar Rock normalerweise nicht hören, aber keine Ausnahme ohne Regel. Oder so ähnlich...

 

Kennt ihr die anderen Bands bereits persönlich?

Hasu Langhart: Peter Pan Speedrock sind wir ein paar Mal über den Weg gelaufen. Wir haben aber bisher wenig Kontakt gehabt, weil das meist auf Festivals mit zig Bands und zu verschiedenen Spielzeiten war. Die Angel City Outcasts kennen wir noch nicht.

 

Ihr seid schon mit so vielen Bands getourt – mit welcher hattet ihr den größten Spaß? Und von welcher habt ihr euch was abschauen können?

Hasu Langhart: Och, wir haben mit den meisten ganz schön Spaß. Potshot in Japan, Buzzkill und Adequate 7 in England. Kingpins und Planetsmashers in Kanada. Loaded, Mad Sin und Donots in Deutschland - die Liste ist jetzt aber völlig unvollständig. Abschauen kann man immer was, oft auch, wie man es nicht macht bzw. wie wir nicht sein wollen. Kompliziert, Pseudo-Rockstars, etc.

 

Was ist das Wichtigste bei einer Festival-Tour? Und macht da jeder sein Ding oder kann es mal zu etwas wie einer Klassenfahrt werden?

Hasu Langhart: Es ist lustiger, wenn es wie eine Klassenfahrt wird, und deshalb wünschenswert. Wir sind dabei! Wichtig aber ist, dass man mit allen gut klar kommt und keine großen Egos dabei sind.

 

Lasst uns über euer Album reden. Habt ihr diesmal irgendetwas anders gemacht als bei den Scheiben zuvor?

Hasu Langhart: Ja, wir haben in zwei verschiedenen Studios verschiedene Songs eingespielt und abgemischt, teilweise mit mehr Overdubs (Gitarren und Vocals) als früher und alles live eingespielt.

 

Kannst du uns noch etwas mehr über die Entstehung und die Produktion von "Touch And Go" erzählen?

Hasu Langhart: Zwischen dem ersten Tag im Studio und dem Abmischen lag über ein Jahr. Wir haben zirka 40 Songs geschrieben und 25 aufgenommen, zur Abwechslung auch ein paar langsamere Sachen. Generell sind wir etwas mutiger an die Sache rangegangen: Wir haben einige Titel aufgenommen, bei denen wir nicht schon vorher wussten, ob die gut kommen oder nicht. Und einige sind dann auch in die Hose gegangen.

 

Was hat euch beim Schreiben inspiriert?

Hasu Langhart: Spannende Tourneen und langweiliges Alltagsleben in der Kleinstadt.

 

Habt ihr musikalische Grenzen oder kommt auf’s Album, was euch gefällt?

Hasu Langhart: Gewisse Sachen können wir schlichtweg nicht spielen, weil wir zu schlecht sind. Anderes macht zwar Spass im Proberaum, aber muss jetzt nicht auf einer Platte erscheinen. Dazu kommt, dass wir als Peacocks mittlerweile auf diesen Stil eingeschossen sind und uns weiterentwickeln können/dürfen/sollen. Auf der anderen Seite aber macht es keinen Sinn, den Stil zu ändern. Zum einen, weil wir zufrieden mit dem sind, was wir machen, und zum anderen, da unser Publikum auch eine gewissse Erwartunghaltung haben darf.

 

Ein Song heißt "Zurich Is A Cocaine Town".

Hasu Langhart: Und Zürich ist tatsächlich in den Top Ten der Städte mit dem größten Kokainkonsum, New York ist übrigens an der Spitze. Im Song gehts aber eher um Menschen, die dort leben und sich wichtig vorkommen, weil sie in einer tollen "Weltstadt" leben.

 

Und wie viel Schweiz steckt in eurer Musik?

Hasu Langhart: Keine Ahnung! In den Texten einiges, da wir hier leben. In der Musik? Kann ich nicht sagen, ich denke aber eher wenig.

 

Ist eure Herkunft ein Vor- oder ein Nachteil? Oder ist das eigentlich völlig schnuppe?

Hasu Langhart: Lange Zeit war’s ein Nachteil, weil niemand auf eine Schweizer Band gewartet hatoder Schweizer Bands ernst nahm. Es gibt eben auch fast keine, die es international probieren oder irgendwann mal "schaffen". Mittlerweile ist es aber egal und manchmal sogar von Vorteil. In den USA zum Beispiel finden das Leute interessanter, wenn eine Band aus einem Land kommt, von dem sie fast gar nichts wissen.

 

Links:

>> Künstlerinfo/Tourdaten The Peacocks bei POP FRONTAL

>> Homepage The Peacocks

>> The Peacocks: Touch And Go - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Konzertbericht Stuttgart (12.03.04)

 

 

The Peacocks

The Peacocks

 

The Peacocks: Touch And Go

The Peacocks: Touch And Go

(People Like You / SPV)

 

 

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