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Gesehen! Pearl Jam / 23.09.2006, Berlin, Wuhlheide

Die Welt zu Gast bei Pearl Jam

Text: Mathias Frank      Live-Fotos: Sebastian Boschert

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Anlässlich ihrer tollen "No Code"-Platte hatten Pearl Jam auch in Hamburg Halt gemacht, und Eddie Vedder versprach damals nach einem begeisterten Konzert, dass es nicht wieder vier Jahre dauern würde, bis man erneut auf Tour nach Deutschland kommen werde. Und Eddie hielt Wort, denn es vergingen keine vier, sondern gleich sechs Jahre. Und weil das nicht reicht, wurde auch gerade mal ein Deutschland-Konzert angesetzt. Das war natürlich innerhalb kürzester Zeit ausverkauft und wurde von Pearl Jam-Fans aus der ganzen Republik und sogar der ganzen Welt besucht. Die Welt zu Besuch bei Pearl Jam.

Pearl Jam

Kaum eine Band hat solche treuen Fans wie die Urgesteine aus Seattle. "Das ist mein zehntes Konzert dieses Jahr", erzählte jemand. Und er war sicher nicht der einzige. Denn viele richten ihren Urlaub nach den PJ-Terminen aus und reisen mit der Band durch Europa und die Staaten. Man musste sich also keine Sorgen machen, dass die Stimmung schlecht werden könnte. Und so war der Jubel in der wunderschönen Wuhlheide auch einzigartig intensiv, als es mit "Go" und "Save You" gleich herrlich und überaus rockend begann. Ebenso herrlich ging es auch weiter, denn Pearl Jam spielten sich in den nächsten 2 1/2 Stunden durch die letzten 15 Jahre ihres Schaffens und durch sämtliche Alben.

Manch einer empfand das als zu langweilig und dachte an Konzerte, bei denen einfach das letzte Album von vorne bin hinten durch gespielt wurde. Die meisten aber erfreuten sich an der Abwechslung und tanzten, knutschten, lauschten und feierten zu alten Hits wie "Even Flow", dem kuscheligen "Daughter (W.M.A.)", dem grandiosen "Animal", dem natürlich einzigartigen "Rearviewmirror" oder "Porch" und neueren Songs wie "World Wide Suicide", "Big Wave" oder "Marker In The Sand".

 

 

Doch es waren nicht nur die Songs, es waren auch die Musiker, die diesen Abend so besonders machten. Schließlich standen da Mike McCready, Stone Gossard, Jeff Ament, Matt Cameron, Boom Gaspar und natürlich allen voran Eddie Vedder auf der Bühne. Letzterer sprach zwar nicht viel und fiel auch häufig durch seinen unorthodoxen und leicht betrunken wirkenden Tanzstil bei Instrumental-Passagen auf, doch wenn er etwas sagte, dann traf er die richtigen Worte. Die hatte er sich teilweise ins Deutsche übersetzen und auf einen Zettel schreiben lassen, und so klang es seltsam komisch, als er sich bedankte und während der ersten Zugabe an Johnny Ramone gedachte. Er habe einen Freund und die Welt eine Legende verloren, sagte er, und beim anschließenden "Come Back" und dem tollen Ramones-Cover "I Believe In Miracles" hatten die Massen mal wieder eine Gänsehaut. Die gab es auch beim beeindruckenden "Black", beim unfassbar großartigem "Alive", beim wunderschönen "Last Kiss" oder beim lauten "Lukin".

150 Minuten stand die Band auf der Bühne und spielte fast 30 Songs, und trotzdem wollte niemand etwas vom Ende wissen. Schon während der Show herrschte eine Stimmung wie vor dem entscheidenden Elfmeter im WM-Finale. Alle Hände in die Höhe, alle Händen bewegen sich, und wenn ein Song beginnt, macht das große "Ooooooh" seine Runde. Es war schon fast zu viel. Denn Pearl Jam wurden an diesem Abend nicht geliebt, sie wurden angebetet. Sie konnten machen, was sie wollten, und wenn Vedder sagte, dass die Berliner perfekt singen würden und er vor ein paar Wochen zu Unrecht angenommen habe, dass die Italiener die besten Sänger seien, wurde der Jubel noch etwas lauter und die Hände gingen noch mehr in die Höhe. Nach dem "Ten"-Klassiker "Why Go", "Baba O'Riley" und "Yellow Ledbetter" sowie der auf dieser Tour schon fast schon obligatorischen Verteilung der Tamburins an die Zuschauer war der Abend zu Ende. Kein "Rockin' In A Free World", kein "State Of Love And Trust" und leider auch kein "Off He Goes". Dafür ein letztes Mal begeistert die Hände hoch, eine letzte Verbeugung auf der Bühne, und das Warten begann. Das Warten auf den nächsten Besuch von und bei Pearl Jam. Der vermutlich besten Band der Welt.

 

Links:

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