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Gesehen! Pelle Carlberg, Barbara Cuesta / 29.03.2006, Berlin, Frannz Club

Auf der Suche nach dem ultimativen Pop-Song

Text: Carsten Wilhelm

 

Was hat man diesem Mann nicht alles zu verdanken. Als Songwriter und Kopf der schwedischen Indie-Pop-Legende Edson bescherte er uns Hits en masse, auch wenn die breite Masse davon kaum Notiz nahm. Nun war er solo auf deutschen Bühnen unterwegs, um sein wundervolles Album "Everything Now!" vorzustellen. Charmant und mit viel Humor machte Pelle Carlberg immer noch das, was er am besten kann: Begeistern!

Pelle Carlberg

Im Frannz Club hatten sich leider viel zu wenige Fans eingefunden, um Pelle Carlberg die Ehre zu erweisen. Die, die kamen, wurden allerdings mit einem großartigen Gig beglückt. Den Anfang machte an diesem Abend die phantastische Berliner Songwriterin Barbara Cuesta, die leider so früh (zugegebenermaßen pünktlich) begann, dass der Schreiber dieser Zeilen nur noch ihr letztes Stück zu hören bekam. Das war schade, denn Barbara Cuesta ist eine Künstlerin, deren Namen man sich wohl merken muss und über die an dieser Stelle sicher einmal ausführlicher berichtet werden sollte.

Pelle Carlberg betrat nach kurzer Pause die Bühne, begleitet nur von seiner Akustikgitarre und seinem alten Edson-Kollegen Henrik Nilsson, der für die Bedienung von Bass, Mundharmonika und dem per Fußpedal betriebenem Mini-Schlagzeug verantwortlich war. Gutgelaunt startete man das Set mit "Musikbyran Makes Me Wanna Smoke Crack" vom neuen Album, und sofort war der Zauber da, der die Stücke von Carlberg umgibt. Sorgsam kommentierte man fast jedes Stück, überhaupt war Herr Carlberg in bester Erzähllaune. So erfuhren wir, dass es sich bei dem Edson-Song "148020" um die Nummer eines alten Freundes in Stockholm handelt, mit dem Pelle schon seit zig Jahren keinen Kontakt mehr hat. Oder was es mit dem famosen Song "Go To Hell Miss Rydell" von seiner Solo-Platte auf sich hat. Es ginge um Enttäuschung und hilflose Wut angesichts eines Edson-Verrisses der Journalistin Malena Rydell. Die rief Pelle daraufhin an und diskutierte mit ihr erfolglos. "This conversation is over. Send me an email when you're sober", ließ die Kollegin ihn abblitzen. Merke: Schweden ist scheinbar so überschaubar und familiär, dass Indie-Musiker die Nummern ihrer Rezensenten kennen. Und doch nützte es nichts! Fast hatte man ein wenig Mitleid, besonders wenn man selbst alle Edson-Platten liebt.

 

 

Neben Edson-Klassikern wie "And Then She Flung Me The Truth", "One Last Song You Know About What" oder "Sunday Lovely Sunday" waren es vor allem die großartigen Songs des Soloalbums, die das Publikum begeisterten. "Riverank", "A Tasteless Offer" oder das schmunzelnd anmoderierte "Hitsong" begeisterten das Publikum. Dass in der ausführlichen Zugabe auch noch das großartige "I Believe In A Thing Called Love" von The Darkness zum Besten gegeben wurde, machte den Abend zu einem echten Sahnestück. Und das klang mit Akustikgitarre, sanftem Bass, gepfiffenem Solo und Pelles wunderbarer Stimme tausendmal besser als das Original! Fazit: Große Songs von einem begnadeten Alleinunterhalter, der das nächste Mal ein paar Zuhörer mehr verdient hätte.

 

Links:

>> Künstlerinfo Pelle Carlberg bei POP FRONTAL

>> Homepage Pelle Carlberg

>> Pelle Carlberg: Everything Now! - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

Pelle Carlberg

Pelle Carlberg

 

Pelle Carlberg: Everything Now!

Pelle Carlberg: Everything Now!

(Labrador Records / Broken Silence)

 

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