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Gesehen! Prog 66 Meeting mit mit RPWL, French TV, Agents Of Mercy / 11.11.2012, Verviers (B), Spirit Of 66

Der Glöckner von Notre Prog

Text: Klaus Reckert       Live-Fotos: Horst-Werner und Timo Riedel

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RPWL erleben gerade einen Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere. Warum dann die Position als erste Band des Festival-Billings? Ganz einfach: Das ging gar nicht anders, weil der Aufbau für diese Spezial-Show mit Projektionen und Kostümen laut dem während des gesamten Festivals kaum von seinem Mischpult weichenden Francis drei Stunden dauert. Apropos Francis: Trotz akustisch vermutlich herausfordernden Verhältnissen (Empore mit verschlungener Treppe, Holzverkleidung, zunächst wenig, dann viel Publikum) war der Sound stets beispielhaft, solange der Hausherr die Regler schob und bewachte.

RPWL

RPWL

Der ambitionierte Auftritt der ehemaligen Pink Floyd-Tribute-Formation RPWL stand im Zeichen ihres ersten Konzeptalbums "Beyond Man And Time". Die Aussagen der Songs wurden durch die Maskeraden und Requisiten von Sänger Yogi Lang zusätzlich verdeutlicht (vgl. Genesis Gabriel-Ära), während Bassist Werner Taus (auffallend guter Sound) und Gitarrist Kalrlheinz Wallner (stark wie stets) zunächst nur als Schattenrisse auf einer Art spanische Wand links und rechts von der Bühnenmitte erkennbar waren. Während der Rezensent das aktuelle Album von CD leider als rechten Gähnquark erlebt hatte, konnte er sich live viel besser auf die Musik einlassen. Dabei half die optische Zusatzstimulierung sicher erheblich: Mit Laborkittel und Brille kam Yogi schon super, doch als Glöckner von Notre Dame scheint er unerreicht. Auch heiß der Moment, wo sich Kalle bei laufendem Auftritt selbst eine Zigarette anzündet - tatsächlich aber natürlich nur seiner Projektion - und genüsslich zu rauchen schien. "Roses", ehedem eine Ray Wilson-Kooperation, beschließt ein überraschend rockiges Set, mit dem sich die Freisinger neue Freunde gemacht und einige Zweifelnde zurückgewonnen haben.

What's on TV?

Der Unterschied zur US-Combo French TV hätte kaum größer sein können. Das merkte man u.a. daran, dass er unsere Proggie-Reisegruppe erstmals auseinander riss. Das Gros suchte - gerne noch mit einem gezischten "Klapsmühlenmusik!" - das Heil in der Flucht und der Nahrungsaufnahme. Und verpassten einen ehrfurchtgebietenden Auftritt von Mike Sary & Co., der zwischen Avantgarde, Zeuhl, Jazzrock ("With Grim Determination") und Psychedelik irrlichterte und dabei teilweise nach "Hot Rats" auf Lachgas klang. Kopfdreh-Stücke wie "Seven Rusty Nails", "You Got To Run It Out, Dawson" oder "Mosquito Massacre" boten die willkommene Gelegenheit, auch den drei relativ jungen Gastmusikern von Mentat Routage auf die Flitzefinger zu schauen. Obwohl die "Band" in dieser Form nie wirklich hatte proben können, spielte sie doch das meiste an die Wand, was man je gesehen hat.

Vor der Wiederbelebung der Flower Kings, die für manche(n) merkwürdigerweise das Prog-Ereignis des Jahres gewesen zu sein scheint, waren Agents Of Mercy das aktuelle Hauptvehikel von Roine Stolt (guit; ex-Transatlantic, ex-Kaipa, ex-Everywhere). Von diesem "Top-Act" im Zeichen des aktuellen Albums "The Black Forest" hatte unsereiner nicht allzu viel erwartet - und wurde positiv überrascht. Roine hielt sich bis auf einige exzellente Soli dezent im Hintergrund, Keyboarder Lalle Larson sorgte durch sein Wirken für reichlich herunterklappende Unterkiefer, und Jonas Reingold am Bass hat ja eigentlich überhaupt noch nie und nirgendwo enttäuscht. Auch toll: das junge Drum-Talent Walle Wahlgren. Die größte Steigerung aber legte Frontmann Nad Sylvan (u.a. Steve Hackett) hin, der sich zu einem humorvollen Charme-Bolzen voller Selbstironie entwickelt hat.

Mit dem melodischen Titelstück zur Schwarzwald-Klinik ging's los, gefolgt von "Peace United", dem lyrischen "A Quiet Little Town", "Journey" (mit prächtigem Lalle-Part inklusive Rhodes, Orgel sowie einem wunderbaren Roine-Solo inklusive Scat), dem märchenhaften "Cinnamon Tree" (gewann sehr durch Hintergrundgesang von Roine und Lalle). "Last Few Grains Of Hope" und "The Things That Make You Smile" ließen alle der leider nicht mal mehr 100 Anwesenden glücklich lächelnd zurück. Dies ist eines der ganz wenigen Meetings, deren Fortsetzung wir kaum erwarten können!

 

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Links:

>> Festival-Info Prog 66 Meeting 2012 bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (05.10.12): Prog66 Meeting in Belgien: "For it is a human number"

>> Video "RPWL 'Transformed' & 'We are what we are' live @ Prog 66 Meeting" bei youtube.com

>> Video "Agents Of Mercy 'Last Few Grains Of Hope' live @ Prog 66 Meeting" bei youtube.com

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>> Prog 66 @ Facebook

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>> Homepage Mentat Routage

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Francis

Francis' Arbeitsplatz

 

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