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Gesehen! Sick Of It All, Shai Hulud / 13.10.2011, Hamburg, Kaiserkeller
Forever Young
Text: Mathias Frank Live-Foto: Patrick Franck (PFN Presse Foto Nord)
Nanu. Kann das sein? Wieso ist das so? Eigentlich sollten die Hardcore-Götter Sick Of It All in der für sie angemessenen Großen Freiheit 36 spielen. Doch irgendwas ging schief, und das Paket wechselte in den Keller. In den vielfach kleineren Kaiserkeller, einen lütten "Nebenclub" der Freiheit.
Der war bei Shai Hulud dann zwar recht ordentlich gefüllt. Aber so die ganz große Stimmung sollte dann doch nicht aufkommen. Dabei boten die Jungs auf der Bühne eine mehr als ordentliche Show und zeigten sich durchaus motiviert. Doch sie schafften es lange nicht, die Leute so zu motivieren, wie sie selbst es waren. Anfangs mit lobenden Worten, später mit Humor ("Kommt ruhig nach vorne, wir sind nur hässliche Amerikaner und ihr seid hübsche Deutsche"), Besuchen in der ersten Reihe oder einem Slayer-Cover ("Angel Of Death") - vergebens. Es mündete in einem fast schon verzweifelten "Wacht auf, Hamburg!" von Sänger Matt Ian Mazzali. Applaus für das Ganze gab es am Ende und etwas mehr als einer halben Stunde dann aber natürlich doch. Manch Besucher und sicher auch die Band selbst hätten aber sicher mit mehr gerechnet.
Ein anderes Bild - keine Überraschung - bot sich beim Headliner. Der ließ es sich nicht nehmen, auch in dieser Location mit "Eye Of The Tiger" auf die Bühne zu kommen und verwandelte den Laden anschließend in ein kleines Tollhaus und den zu der Zeit sicherlich aufregendsten Ort der Stadt. Mit "Built To Last" ging es gleich mal grandios los, eh sich Klassiker an Klassiker reihte. Aber kein Wunder, die Band feierte ihr 25-jähriges Jubiläum und bringt am 28. Oktober ein neu eingespieltes Best-Of-Album namens "Nonstop" raus. Den Namen könnte man als Motto der Show nehmen. Ohne große Pausen nämlich prügelten sich die New Yorker durch ihr eigene Geschichte. "Machete" und so, "The District", "Injustice System" - und die Leute? Die sprangen munter von der Bühne, sangen Wort für Wort mit und feierten Koller, Koller und Kollegen einfach mal mächtig ab.
Wobei es schon so war, dass nicht wenige der Besucher sicher schon seit ein paar bis ein paar mehr Jahren dabei sind und sich dementsprechend verhielten. Zuschauen, mit dem Kopf nicken, zufrieden lächeln und dem Jungvolk bei ihren sportlichen Betätigungen zuschauen. Doch auch das macht Spaß. Zum Beispiel die Wall Of Death bei "Scratch The Surface" zu beobachten, bei "Good Looking Out" zusammen mit der Band über das verpatzte Schlagzeugintro zu lachen oder mit "Uprising Nation" und "Step Down" das Finale zu feiern. Ein ziemlich würdiges einer ziemlich fetten Show übrigens.