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Im Gepäck hat er Stoff für reichlich Interviews. Deswegen ist er in
der Stadt. Daher steht er jetzt auch hier und spielt uns eine reichliche halbe
Stunde aus seinem Album vor, welches im Juni auch hier erscheinen wird. "Ladies
and Gentlemen of the Opposition" wird es heißen, und "The Opposition"
ist zugleich der Name seiner Begleitmusiker. Die indes sind heute nicht vertreten.
Mit dem getragenen, auf dem Album lustig umspielten "First day of Summersault",
einem "Song über Bonnie & Clyde", beginnt er, lässt
das kurze, endzeitig verklärte "Black Box" folgen, welches angeblich
kaum jemand bisher mochte, und erzählt natürlich, wie schön es
sei, wieder hier in Hamburg zu sein. Wir hören die Geschichte von den Straßenpunks,
die ihn einst beim ersten Hamburgaufenthalt penetrierten. Heute, so voller Genugtuung
ob der ungastlichen Begegnung, stehe auf ihrem ehemaligen Domizil ein "Kentucky
Fried Chicken"- Palast. Das mitternächtlich sehnsüchtige „Far
from here“ folgt darauf mit der Frage "If I did not come for love,
what did I come for?". Aus dem Lachen heraus schwelgen wir, während
es draußen dämmert.
"Song for Cornelis" wird noch eben einer Quelle der Inspiration gewidmet.
Dann geht Hoyem, und in Gedanken schreien wir nach dem wunderschönen "Ladyfriend",
einem Ruhepol des stilistisch recht gemischten Albums, auf welchem Folk und Country
sich zeitweise mit Lou-Reed-Attitüde und roher Melancholie paaren. Sivert
bedient sich kurz am Kühlschrank, kehrt noch einmal zurück und erfüllt
unseren unausgesprochenen Wunsch umgehend mit dem Track, der auch Norwegens Vorzeige-Melancholiker
Kristofer Aström zu Ruhm gereicht hätte. Dann ist auch schon Schluss.
Wir trinken noch gemütlich den Rest des Bieres aus, bis es vor der Tür
endlich dunkel ist, und gehen schwer angefixt ins Bett.
Links:
>> Homepage Sivert Hoyem
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Sivert Hoyem
Sivert Hoyem - Ladies And Gentlemen Of The Opposition(Virgin/EMI)
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