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Gesehen! Skybirth / 21.07.2005, Bonn, Kult 41

Äthergeburt - aller guten Dinge sind drei

Text / Live-Fotos: Klaus Reckert

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Eine Anzeige im örtlichen Gutmenschenbladl 'Schnüss', die "Symphonic Progressive Rock" versprach, weckte das Initialinteresse. Als die Community (danke, Mary!) dann noch zu berichten wusste, dass diese blutjungen Umgebungsbonner (aus Oberwinter und Bad Honnef) auch zur diesjährigen, in Progkreisen renommierten "Freakparade" geladen sind, war der Entschluss gefasst, in kaltes Wasser zu springen. Der wunderbare Austragungsort Kult 41 sowie die aufgerufenen zwei Euro Eintritt taten ein Übriges…

Skybirth

Und wohl kaum einer, der diesen Obolus löhnte, dürfte es bereut haben, auch wenn der Auftritt mal eben über eine Stunde später als avisiert begann. Das konnte schließlich beispielsweise zu Gesprächen mit Band und Schreiberkollegen - unglaublich: es war tatsächlich (Prog-)Presse da! - genutzt werden. Was die zwischen 16 und 18 Jahre alten Dominik Müller (key), Jonathan Fleck (guit), Christian Heinrichs (bss, ped, viol) sowie Emanuel Bisping (drms) bei ihrem - in Worten - dritten Auftritt bereits am Start haben, klingt teilweise mehr wie eine britische Combo aus den Siebzigern. Oder zumindest wie ausgebuffte, erfahrene Musiker, die alle die Großen mehrfach gesehen, tausendmal gehört und in sich aufgesogen haben.

Nach besagter Verzögerung, was u.a. Gelegenheit verschaffte, einmal den Soundcheck in allen Facetten mitzuerleben und die inzwischen eingelaufene Fanbase zu bewundern, die teils aus fotomodellhaftoderschöner-attraktiven Altersgenossinen, teils aus video-mitschneidenden Kumpels der Band bestand, die sich anschickten, das gemütliche Kult mit Kabelbäumen in einer Dichte von Berserteppichen auszulegen, war es dann um 21:10 Uhr wirklich soweit: Ein Kunstnebelwölkchen hob sich, und die Progspiele begannen mit rhythmisch gemeinen, aber melodisch fröhlichen Tutti-Läufen, zu denen das vielteilige "Skybirth" anhebt. Hier schwingen Yes (Bass-Sounds und –Linien) ebenso mit wie Zappa oder Steve Hackett. Besonders auffällig neben den tighten Breaks war die süß singende Ibanez von Morse-, Petrucci-, Vai- und M.IA Eklundh-Fan Jonathan. Ein purzelndes Happy The Man-Motiv auf dem E-Piano leitet in die Welt des historisch allerersten Skybirth-Stückes über: "Preliminary Journey" besticht mit einem trotz seines ausgefeilten Aufbaus hohen Wiedererkennungswert.

Nicht gerade zum Nachdemkonzertnachpfeifen, aber melodisch ist hier einfach mindestens ebensoviel geboten, wie bei den vertrackten Arrangements und den Tempiwechseln inklusive brutalen Verschleppens. Jonathans akustischer Solospot "Sarah" verrät neben seiner Fähigkeit zur innigen Interpretation auch, dass er wohl schon diverse Male "Mood For A Day" und vor allem "The Clap" gehört haben muss. "The Endless Quest For Wisdom" ist eine Lehrstunde in Renaissance-Lauten-Literatur (Hut ab), während Dominiks Keyboardsolo die ganze Leidenschaft dieses im Gespräch eher zurückhaltend über Pillhuhnnickelbrille linsenden Vollblutmusikers zeigt, das sich in alles von typischen Wakeman-Sounds bis hin zu Van der Graaf-Weltuntergangsgetöse ergießt. Auch die E-Violinen-Parts von Christian sind eine gewichtige Klangfarbenbereicherung. "Delicious D" konfrontiert u.a. mit einem exzellenten, niemals langweiligen Drumsolo von Emanuel. Da nach dem gleichfalls kurzweiligen "Fusion" die Stücke ausgehen, wird als Zugabe "Prelimary Journey" ein zweites Mal intoniert. Ohne dass es irgendjemanden gestört hätte.

 

Links:

>> Künstlerinfo Skybirth bei POP FRONTAL

>> Homepage Skybirth

>> Konzert-Info Freakparade, 11.09.05 (Würzburg) bei POP FRONTAL

 

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