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Gesehen! Die Sterne / 31.05.2004, Hamburg, Knust

Romantische Revolte

Text: Michael Kellenbenz

 

Wut zieht sich durch die neue Scheibe, der rote Faden glüht, und die Erwartung vor dem Tourabschlusskonzert der Sterne war aus humoriger Sicht etwas gedämpft. Am Ende des Tages wurde es dann aber doch eine ausgelassene Party im restlos ausverkauften Hamburger Knust, in dem die Sterne vor heimatlichem Publikum ihr brandneues Album "Das Weltall Ist Zu Weit" vorstellten.

Die Sterne

Dem musikalischen Sitzstreik "Wir rühren uns nicht vom Fleck" (ohne die prominente Gastsängerunterstützung des Albums) folgte bald eine ausgelassene, faustreckende, gitarreindieeckestellende, schlaksige Performance des Herrn Spilker zum Titeltrack "Das Weltall ist so weit", in deren Verlauf sich das Mikrofonkabel kurzzeitig gen Bühnenboden verabschiedete, was für einen reichlich verdutzten Gesichtsausdruck sorgte.

In der Folge wechselten sich Stücke des aktuellen Albums ("Hau drauf und hau ab", "In diesem Sinn", "Was ist hier los", "Hier ist mein Standpunkt") zunächst überwiegend mit Material des Vorgängers ab ("Wahr ist was wahr ist", "Nur Flug", "Hängen Hart") und wurden vom Publikum, vor allem in den vorderen Reihen, textsicher in das Ganze eingepasst. Der Club, nach einem sonnigen Pfingstmontag zur finnischen Sauna mutiert, kam allmählich in Schwung, und auch die Ankündigung Spilkers, Tastenmann Richard von Schulenburg den schwitzigen Nicki auszureden, wurde später zu den Zugaben endlich wahr gemacht.

Der 90-minütigen romantischen Revolte mit kurzen Ausflügen ins Gitarren-Posertum folgte dann natürlich auch noch der eine oder andere Klassiker auf ihrem Weg. "Von allen Gedanken...", "Trümmer" und "Universal Tellerwäscher" oder die wohl meistgestellte Frage nach dem Ruin betteten weitere aktuelle Stücke ein, wie das (nach eigener Aussage) "schnulzige" "Wir sind wie du", "Wir/Ihr" (welches in der live dargebotenen Solo-Version gegenüber der etwas bemühten Album-Version deutlich gewinnt), "Sie werden dafür bezahlt", "Hier kommt die Kaltfront" und "Verstehen".

Als am Schluss dann die ersten Klänge zu "Fickt das System" erklangen, wurde vor der Bühne noch mal alles gegeben und in den hinteren Reihen zum Tresen geschlichen. Wut, ja! Kanalisiert und wohldosiert in kleinen Häppchen mit integriertem Magenschutz. Ein guter Abend!

 

Links:

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