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Gesehen! Symphony X, Circus Maximus, Dreamscape / 14.02.2008, Köln, Live Music Hall

Die New Jersey-Symphoniker

Text: Klaus Reckert      Live-Fotos: Stephan Kunze

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Symphony X, die Schwergewichtsweltmeister des ProgMetals, hatten bei ihrem Support-Slot für Dream Theater Ende 2007 offensichtlich Blut geleckt. Und kamen daher schon zu Beginn 2008 als Headliner wieder... Mit im Gepäck bzw. Nightliner hatten sie dabei die Norweger Circus Maximus und die Münchner Dreamscape. Beiden hatten wir (in just umgekehrter Reihenfolge) im Oktober 2007 bereits beim ProgPower Europe Festival im Oktober auf die Progzähne fühlen dürfen.

Symphony X

Insofern waren wir auf den vorzüglichen Gesang von Dreamscapes Mischa Mang bereits ebenso vorbereitet wie auf die Ausnahme-Gitarrenarbeit und -Matte von Wolfgang Kerinis. Besonders passend daher das eröffnende "Déjà Vu" der sympathischen Bayern, wenig später gefolgt von "Somebody" (gleichfalls vom deutlich empfehlenswerten "5th Season"-Album) und dem bislang unveröffentlichten "Breathing Spaces" - das Appetit auf das für’s laufende Jahr in Aussicht gestellte neue Album und die DVD macht. Auf "When Shadows Are Gone" schaffte es Kerinis, wie mindestens zwei, wahrscheinlicher aber drei Edelgitarristen zu klingen. Bei dieser Mach 3-Tour de force ereignete sich dann tatsächlich auch mal ein wahrnehmbarer Spielfehler, mit dem hinreißend umgegangen wurde: Der Maestro entschuldigte sich, entwaffnend lächelnd, beim Publikum. Im Abgehen bemühten sich Dreamscape bezeichnenderweise, sogar noch kräftig Stimmung für alle Folgebands zu machen.

Und das hieß - nach übrigens ultrakurzer Umbaupause - Bühne frei für Circus Maximus, die uns persönlich allerdings schon beim ProgPower das Schuhwerk deutlich geschlossen gelassen hatten. Weiterhin ist Gitarrist Mats Haugen einer der Lichtblicke, während der Circus-Dompteur und Mikro-Schmierlappen Michael Eriksen vermutlich ein schwerer Fall von Geschmackssache bleibt. Für dessen "Can You Hear Me?" .. "Can You Hear Me In The Back?!"-Geblöke muss man wohl geschaffen sein. Das lädt - ebenso wie Stücke à la "Sin" und "Glory Of The Empire" (vom ersten Album) - zu Pinkelpausen ein. Auch "Ultimate Sacrifice" von der aktuellen Veröffentlichung mit seinen seifigen Keyboard-Sounds (und - wofür die Band vermutlich überhaupt nichts konnte - krakeelnden Geräuschen aus der PA) führte zu keinem wirklichen Umdenken.

Da passte es schon weit eher ins Bild, dass nach überstandenem Auftritt die Musiker von Dreamscape höchstselbst mit den Circus Maximus-Roadies das offensichtlich zum großen Teil gemeinsam genutzte Equipment mit abbauten. Was nach einiger Zeit dann auch den Headliner in die - leider immer noch nicht annähernd voll besetzte - Halle lockte. Wenn man Symphony X wie wir 2001 das letzte Mal live gesehen hat, fällt naturgemäß auf, dass Mastermind und Gitarrist Michael Romeo (gottlob) nicht NOCH mehr zugenommen hat, insofern also noch ohne Krankenfahrstuhl bewegungsfähig ist. Und es fällt schwer zu ignorieren, dass Sangesgott "Sir" Russell Allen nicht gerade dahingeschwunden ist. Bzw. noch einmal erheblich zugelegt hat, seit man ihn - beispielsweise auf der "Star One"-Tour - gesehen hatte. Während letztgenannter 2001 noch wie ein Boxweltmeister unausgesetzt hin- und her tänzelnd und fintierend seine teils majestätischen Sangesparts absolvierte, agiert der Sir dieser Tage etwas statischer. Wenn auch kaum weniger beeindruckend.

 

 

Auch Romeos legendäre Leichtfingrigkeit auf dem Griffbrett hat keinesfalls gelitten. Wie unter anderem die eröffnende Version von "Set The World On Fire" beweist. Gefolgt von einem bösartigen "Domination", "Serpent’s Kiss" (soweit auch die Running Order des aktuellen "Paradise Lost-Albums"), "Masquerade" (Tapping-Bass-Solieren zu Spinett-Läufen von Mr. Pinella - das ganze Register), "Inferno" (wunderbar), "Paradise Lost" (inkl. spontanem Zwischenapplaus für ein kaum noch glaubliches Romeo-Solo), "Egypt" (mit verblüffender Kopfstimme sowie Romeo-Ausbruch), "Sea Of Lies", "Revelations" sowie eine ultrafette Version des Bandklassikers "The Divine Wings Of Tragedy". Als begeisternde Zugaben wurde u.a. "Eve Of Seduction" und "Of Sins And Shadows" verabreicht. Bis das offensichtlich hingerissene Publikum in die Restnacht entlassen wurde.

PS: Auffallend auch das Security-Konzept für diese Veranstaltung. Während man bei Metal-Konzerten ja in letzter Zeit gewöhnlich bis kurz vor der Darmspiegelung durchleuchtet wird, wurde hier einfach freundlich durchgewunken. Und sogar richtige (Weizenbier-)Gläser und Flaschen gab es am Tresen. Und dennoch - oder vielleicht genau deswegen? - ist im Verlauf der ganzen Party genau gar nichts passiert. Geht doch.

 

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Links:

>> Künstlerinfo Symphony X bei POP FRONTAL

>> Homepage Symphony X

>> Symphony X: Paradise Lost - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Homepage Circus Maximus

>> Homepage Dreamscape

>> Festival-Bericht ProgPower Europe 2007 bei POP FRONTAL

 

 

Symphony X

Symphony X

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Dreamscape

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Circus Maximus

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Symphony X: Paradise Lost

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(InsideOut / SPV)

 

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