Startseite POP FRONTAL

Gesehen! Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc. / 05.02.04, Hamburg, Astra-Stube

Weniger ist immer mehr

Text: Julia Kussius

”Eines der besten Alben des letzten Jahres bereist das Land“ kündigte die DE:BUG in ihrer Tourpräsentation an. Auch wenn sie vielleicht ein kleines Bisschen übertrieb, schien so mancher diese Zeilen verinnerlicht zu haben. Sicher ist es nicht allzu schwierig, den relativ kleinen Raum der Hamburger Astrastube zu füllen, aber angesichts steter Konkurrenz durfte sich schon Erstaunen breit machen, denn der Laden war voll.

Gut so für das Quartett aus Dresden und auch gerade noch gut für das Publikum, denn mehr Musikkenner hätten es in dem zu schlechter Luft neigendem Ort nicht werden dürfen. Dass es sich bei den Herren mit dem etwas zu langen Bandnamen um Liebhaber des Musikinstruments handelte, darauf bereitete ihr Album mit dem simplen Titel “Songs“ bereits ausreichend vor: facettenreicher Postrock, Slow-Motion-Soundtracks und zuckerweiche Songs zum Nachdenken, Träumen, Sichfaszinierenlassen. So empfingen den Hamburger Konzertbesucher liebevoll arrangierte Musikinstrumente der Kategorie wertvolle Liebhaberstücke. Alte Synthesizer, ein stattliches Metallophon und gepflegtes Schlagzeug, dominanter Kontrabass und eine Komposition aus Turntables und Sampler vereinnahmten die Bühne. Imposant, dachte der neugierige Gast, und diesen Eindruck durfte er sich getrost immer wieder neu bestätigen lassen.

Als nämlich die Band zu ihren Plätzen schritt, um in dezenten Tönen die volle Aufmerksamkeit an sich zu reißen, trat ein Frontmann in Erscheinung, welcher auf den ersten Blick so gar nicht zu der durchscheinenden Eleganz der Töne passen wollte: markante Tätowierungen zierten die Arme des Bassisten, der auch im Kleidungsstil eher in Richtung Rockabilly tendierte, aber bereits nach kurzer Zeit von seinem äußeren Erscheinungsbild ablenkte, um im Einklang mit einem famosen Schlagzeuger, dem melodiefanatischen Keyboarder und Metallophonspieler sowie dem leider ein wenig im Hintergrund stehenden DJ zu begeistern. Jedes auf Tonträger klar als Sample identifizierte Fetzchen Klang oder Gesang wurde live von besagtem DJ aus der Plattentasche gekramt, eingespielt, gescratcht und gemixt, so dass es eine wahre Freude war, das Augenmerk auf sein exaktes Tun zu konzentrieren. Genau so faszinierend aber konnte die Beobachtung des Schlagzeugers und seiner wahnsinnigen Präzision, des Bassisten, der einen unüberhörbaren Groove hervorzauberte, oder des Tasteninstrumtentspezialisten mit seinem Fingerspitzengefühl sein....

Es hätte also ein absolut perfekter Abend werden können, wenn die vier Tijuanas ein Ende gefunden hätten. Irgendwie flachte das Spiel nach ca. 1 Stunde etwas ab, und dem einen oder anderen Gast hätte das Konzert zu diesem Zeitpunkt sicher auch gereicht. Die Band aber schien ans Aufhören nicht denken zu wollen und setzte ihr Programm fort. Was leider bei manchen zu Folge hatte, dass – aus Übersättigung, Müdigkeit oder wirklichem Nachlassen der Vorführung – die Begeisterung einen kleinen Dämpfer abbekam. Nichtsdestotrotz: grandioses Liveerlebnis, und unbedingt auf den DJ achten!

 

Links:

>> Künsterinfo Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc. bei POP FRONTAL

>> Rezension zum Album "Songs"

>> Homepage Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc.

>> Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc. - Songs: Reinhören und Kaufen bei amazon.de

Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc.

Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc.

Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc.

 

Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc. - Songs bei amazon.de

Tijuana Mon Amour Broadcasting Inc.: Songs

 

 

Startseite | Tickets | Konzertsuche: Genres | Konzertsuche: Städte | Konzertsuche: Bands A-Z | Konzertsuche: Festivals |

Magazin | Rundbrief | Live-Tipps | Archiv: Live-Berichte |

Konzerte eintragen | Content-Broking | Impressum | Datenschutz

© POP FRONTAL, 2003-2019; Design by Akupower!