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Gesehen! We Are Scientists / 08.03.2006, Hamburg, Molotow

Spät, stickig, sexy?

Text / Live-Fotos: Michael Kellenbenz

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"Hefte raus, Klassenarbeit!"? Nein! "Einpacken, Klasse(n)ausflug!" beschreibt die jungen ersten Reihen im pickepackevollen Hamburger Molotow besser. Irgendwas mit "morgen früh Englisch-LK". Fastfood und Bierflaschen vermengen sich schon lange vor dem Beginn mit einem kleinen Rest an vorhandener Luft im Laden. In einer Ecke stapeln sich nasse Jacken, denn die Garderobe ist an diesem saukalten Wintertag überfüllt. Kurzum: Es wird spät, ist stickig und (noch) wenig sexy!

We Are Scientists

Ihr Roadie trägt ein Arctic Monkeys-T-Shirt. Die wiederum spielten erst kürzlich ein paar Straßen weiter vor noch ein paar mehr Menschen. Dort kollabierten Mädchen und verpassten die Show. So weit sind wir hier nicht, wenn auch kurz davor. Spätestens als Bassist Chris Cain nach der Hälfte der Show seine eigene Mitte findet und die Hose backwards hinunterlässt. Dort am Arsch, wie auch an weniger sensiblen Körperteilen, prangen einige dieser "The Chalets"-Fake-Tattoos. Natürlich kann man sie auch kaufen. Nicht auf dem Kiez draußen, aber am Merchandise-Stand. Außerdem konnte man The Chalets sehen. Als Vorband und recht unspektakulär. Ansonsten gibt Cain sich hochgeschlossen im Rollkragen. Brille und Oberlippenbart konkurrieren um den Titel "Überflüssigstes Accessoire". Eine Frau aus den hinteren Reihen will mehr, wird aber von ihrer Begleitung ausgebremst. Andere können ihre Blicke nur schwer von Frontmann Keith Murray lassen. Und das, obwohl dieser in einem VISIONS-Interview behauptete, jeden Abend dasselbe Shirt zu tragen. Hatten wir es erwähnt? Es wird später, bleibt stickig und (immer noch irgendwie) wenig sexy.

 

 

Dann "Nobody Move, Nobody Get Hurt". Bisher bewegte sich eigentlich eher wenig. Plötzlich fliegen Hände und Dinge durch den Raum. Irgendwo über den Köpfen schleudert jemand ein undefinierbares Stück Kleidung. Vielleicht ist es Underwear. Und, ach nö, frische Luft erzeugt das nicht wirklich. Murray wirbelt die Gitarre durch die Luft und nutzt dazu die ganze Tiefe der Bühne. "With Love And Squalor" entpuppt sich live insgesamt als ziemliche 1:1-Übernahme. Warum sollte es an den 12 Songs auch unnötig herumdoktern, das "Wissenschaftler"-Trio aus New York, das so nach Britannien klingt? "Es gibt endlich wieder massig spannende Bands", befand Kollege Wilhelm im Vorfeld und riet zum Besuch ihrer Konzerte. Am Ende stecken sie in reichlich durchgeschwitzten Hemden. Ein paar wenige verlassen etwas vorzeitig den Ort. Sie haben Schule morgen. Vielleicht ist es ihnen zu spät, zu stickig und zu wenig sexy. Am Wochenende im Club vor den Plattentellern dann wieder voller Körpereinsatz. We are... You are Scientists...

 

Links:

>> Künstlerinfo We Are Scientists bei POP FRONTAL

>> CD-Rezension (02.03.06): With Love And Squalor

>> Homepage We Are Scientists

>> We Are Scientists: With Love And Squalor - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

We Are Scientists

We Are Scientists

We Are Scientists @ Molotow

 

We Are Scientists: With Love And Squalor

We Are Scientists: With Love And Squalor

(Virgin / EMI)

 

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