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Gesehen! Bad Religion / 05.06.2013, Hamburg, Docks

Wo ist Greg?

Text: Mathias Frank

Wie wichtig etwas oder jemand ist, merkt man häufig erst, wenn es, er oder sie nicht mehr da ist. In diesem Fall er, in diesem Fall Greg Hetson. Aus bisher unbekannten Gründen ist der Gitarrist und das Gründungsmitglied von Bad Religion nicht mit auf Tour. Niemand weiß Genaues oder will Genaues sagen (Bassist Jay Bentley schrieb zum Beispiel: "Greg Hetson is dealing with some personal issues, if he wishes to make a statement we will support that, if he chooses not to we will support that.").

Bad Religion

Aber jeder im ausverkauften Docks, der Bad Religion schon mal live gesehen hat, merkt, dass Hetson fehlt. Nicht unbedingt als Gitarrist. Aber als Flummi, als bewegliches Element zwischen den statischen Kollegen. Zwischen Gitarrist Brian Baker, der seit eh und je eher sein eigenes Ding macht, Greg Graffin, der gerne geht, aber niemals mehr macht, und Jay Bentley, der der einzige ist, der wenigstens hier und da mal einen Sprung andeutet oder seine Birne schüttelt. Und genau das alles taten diese drei Herren auch an diesem Abend. Oder eben nicht. Und das ist eigentlich nicht schlimm und fiel bisher nie so wirklich auf. Aber dieses Mal eben schon, denn dieses Mal stand statt Hetson Mike Dimkich von The Cult neben dem Trio (und vor Drummer Brooks Wackerman). Und so passierte auf der Bühne an diesem Abend wenig und noch weniger.

ABER. Das Konzert war natürlich trotzdem stark. Weil die Leute trotzdem tanzten und feierten und die Band mal wieder eine exquisite Setlist zusammengestellt hatte. Und ganz charmant auf dicke Hose machte: Hey, wir können es uns leisten, in den ersten 35 Minuten "We're Only Gonna Die", "Generator", "Recipe For Hate", "21st Century (Digital Boy)", "Anesthesia", "I Want To Conquer The World" UND "Suffer" zu spielen und haben am Ende immer noch genügend Klassiker. Aber es sind halt Bad Religion, seit über 30 Jahren am Start, seit über 30 Jahren eine Macht und live immer wieder ein Erlebnis. Auch heute, auch im Jahre 2013, auch in dieser Besetzung.

Weil es eben diese Lieder sind, die einen seit Jahren, Jahrzehnten oder erst ein paar Wochen und Monaten begleiteten. Im Januar kam das neue Album "True North" und damit ging es auch los ("Past Is Dead"), damit hörte es später auf ("Dept. Of False Hope"). Und vom neuen Werk gab es immer mal wieder etwas ("Fuck You", das großartige "Robin Hood In Reverse", "Vanity", "Dharma And The Bomb") zwischen vielen, vielen alten Meilensteinen ("Sanity", "No Control", "American Jesus", "Fuck Armageddon... This Is Hell").

So war der ganze Abend stimmig und ging in einem Rutsch gut durch. Das Docks sprang und sang und tanzte, schmunzelte über manchen Spruch von der Bühne, und jeder war nach rund 90 Minuten zufrieden. Doch so richtig begeistert? Waren eben dann doch nicht alle. Weil man weiß, dass es noch besser geht, es in der richtigen Besetzung noch wilder und aufregender, komischer und spezieller gewesen wäre. Aber das merkt man häufig erst, wenn es, er oder sie nicht mehr da ist.

 

 

 

Links:

>> Info/Konzerte Bad Religion bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (27.03.13): Bad Religion - Besonders? Super.

>> Konzertbericht Bad Religion @ Hamburg (02.06.04) bei POP FRONTAL

>> Video "Struck A Nerve" bei youtube.com

>> Homepage Bad Religion

>> Bad Religion: True North - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

Bad Religion

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Bad Religion: True North

Bad Religion: True North

(Epitaph / Indigo)

 

 

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