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Gesehen! Blackmail, Zen Zebra / 11.04.2013, Hamburg, Molotow

Verfickt und zugenäht

Text: Mathias Frank

 

Sicherlich, sie sind nicht mehr so groß und auch nicht mehr so erfolgreich, wie sie es schon mal waren. Aber es sind immer noch Blackmail, immer noch ein Schwergewicht der deutschen Indie-Szene, eine Institution. Und sie haben mit "II" ein beeindruckend tolles Album gemacht. Und so ist es schon eine mindestens überraschende Entscheidung, die Band ins nur wenige hundert Menschen fassende Molotow zu buchen.

Blackmail

Die Schlange vor der Tür reicht dann auch bis zur nächsten Kneipe, vor der die Ebelhäusers genüsslich ihr Bierchen trinken, während die Fans warten und einige von ihnen später nach Hause geschickt werden. Die letzten Tickets gehen an der Abendkasse weg, der Club ist ausverkauft. Das alles ist schön für Blackmail, schade für die, die so einen Großteil von Zen Zebra verpassen. Was man (also wir, also ich) aber noch hört und (eher schlecht) sieht, ist richtig gut. Es war zu erwarten, denn auch ihr Album "Awaystation" aus dem vergangenen Jahr ist richtig gut.

Dann der Headliner. Die Band drängelt sich zur Bühne. Aus dem kleinen Backstage-Eckchen durch die Menge. Aber einer fehlt. Drummer Mario ist krank, Tim Ebert hilft aus, der "hauptberuflich" in Sänger Mathias' anderer Band The Heart of Horror spielt. Dazu steht als fünfter Musiker Eike Jamelle auf der Bühne. Er sorgt für Beats, für Percussions. Und gemeinsam sind Blackmail gut. Von "Impact" an und immer weiter. Doch der Laden kocht nicht. Er wippt, er trinkt, er findet das Ganze gut bis toll. Aber nicht mehr. "Bewegt euch", sagt Mathias dann nach ein paar Liedern. Doch viele bewegen sich nicht.

Viele sind alt, älter, haben Blackmail sicher schon oft gesehen. Heute wollen sie den noch immer neuen Sänger sehen. Der macht seine Sache ordentlich. Und sieht zwischen den Ebelhäuser-Brüdern und ganz besonders neben Kurt noch kürzer aus, als er eigentlich ist. Immer wieder ulkig zu sehen. Und ulkig diese Band auf der Bühne zu erleben. Sagt der Kurt: "Wir feiern gleich im Hotel nebenan. Kommt alle vorbei. Ich schreib's auch gleich bei Facebook." Antwortet der Mathias: "Du bist doch noch bei MySpace."

Mitten im Set hauen sie dann die neue Ober-Hymne "Rush" und direkt danach das Arsch tretende "Kiss The Sun" raus - und es macht Klick. Bier und Lärm wirken, Begeisterung breitet sich aus, das Ganze wird besser und besser. Vor der Bühne passiert mehr, immer weniger Menschen stehen still, die Leute spüren den Groove, den Druck. Und Blackmail geben ihnen Groove und Druck. Immer mehr. "Wir sind alle drauf", sagt Kurt Ebelhäuser. "Jetzt werdet ihr zerfickt." Und das werden wir. Von unglaublichen Soundwänden, von instrumentalen Explosionen, von fantastischen Blackmail. Die in diesem Moment nirgendwo besser aufgehoben sind als im Molotow.

 

 

 

Links:

>> Info/Konzerte Blackmail bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (15.02.13): Blackmail - Sabber, schlacker, super

>> Konzertbericht Blackmail @ Köln (29.04.08) bei POP FRONTAL

>> Konzertbericht Blackmail @ Hamburg (24.03.06) bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (15.02.13): CD-Rezension (20.01.06): Blackmail - Aerial View

>> Video "Blackmail - The Rush [Official Video]" bei youtube.com

>> Homepage Blackmail

>> Blackmail: II - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Info/Konzerte Zen Zebra bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (21.08.12): Zen Zebra - Spannung? Garantiert.

>> Homepage Zen Zebra

 

 

Blackmail

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Blackmail: II

Blackmail: II

(Unter Schafen Records/ 45 Records / Alive)

 

Zen Zebra

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