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Gesehen! CocoRosie / 03.06.2009, Hamburg, Kampnagel

Viele Sympathien

Text: Julia Kussius

 

Ein Mittwochabend. Es bleibt abzuwarten, wie viele der gerne einmal entfernungsscheuen Hamburger den Weg nach Kampnagel auf sich genommen haben, um die beiden Schwestern Casady live zu erleben. CocoRosie sind längst kein Geheimtipp mehr, das letzte Konzert im großen Hamburger Uebel&Gefährlich vor zwei Jahren war ausverkauft. Aber manchmal steht der größere Rahmen kleinteiliger Musik sehr gut.

CocoRosie

Der große Saal des ehemaligen Eisenwerks ist bestuhlt und verfügt über aufsteigende Sitzreihen. Herrlich. Das bedeutet einen Abend mit guter Sicht, Ruhe für umfassende Beobachtungen und - wie sich insbesondere bei Konzerten wie diesem als nützlich herausstellt -, einem anderen Betrachtungswinkel, der einen Überblick über die ganze Bühne verschafft. Der Zuschauersaal füllt sich, Fotografen drängeln sich an den Bühnenrand, die Fangemeinde ist groß - und scheute den Weg nach Barmbek keinesfalls. Nach mittellanger Wartezeit beginnt die Show und lädt ein zum Träumen, Bangen, Lauschen und Staunen.

Während auf großer Leinwand Fotografien von Katzen und Landidylle, Wänden, Szenen und Gegenständen den Hintergrund beleuchten, werden auf der Bühne Schlaginstrumente, die auf einer Art Karre mobil bleiben, Harfe, Piano, Computer und ein großer Tisch mit CocoRosie-eigenem (Spielzeug)-Instrumentarium in Position gebracht. Erst nach dem (gefühlten) dritten Song schaltet das Hörzentrum auf Wiedererkennung. Toll, dass die Ankündigung einer Tour-EP mit neuem Material sich bewahrheitet, die nur bei den Auftritten verkauft werden soll - und im Anschluss an das Konzert tatsächlich von den Bandmitgliedern persönlich nebst Shirts und älteren Alben über den Ladentisch gereicht wird.

Die Schwestern Bianca und Sierra Casady, deren Stimmen so wunderbar gegensätzlich klingen und sich dadurch perfekt ergänzen, haben sichtlich großen Spaß an diesem Auftritt, ihrer Musik, ihrer gemeinsamen Verwirklichung von Tönen und Melodien. Da klirren Ketten, krähen elektronische Hähne und werden Videos per Maus "geVJed". Elektronische Musik handgemacht, mit wahnwitzig krächzendem Gesang und stimmlich perfekt ausgebildetem Echo. Auch die neuen Stücke fügen sich in diese Reihe und lassen trotz neuen Ansätzen den typischen Klang heraushören.

 

 

Die Freude am Konzert beschränkt sich nicht auf die Bühne: das Publikum ist begeistert, ergriffen und fordert das Quartett (die Schwestern in Begleitung von Schlagzeuger und Pianisten) zu zwei Zugaben auf. Während die Musikerinnen tanzen, sich mädchenhaft verspielt gegenseitig in die Hände klatschen und ihre Musik leben, schließt das Publikum die bereits bewunderte Formation noch ein Stückchen tiefer ins Herz. Sehr sympathisch präsentieren sich diese Künstler. Verstärkt wird dies nicht zuletzt vom guten Über- und Einblick in das Geschehen auf der Bühne. Trotz Bestuhlung und Distanz zur Bühne bleibt das Konzert als durchaus persönlich und nah in Erinnerung. Ein Verdienst der charmant verrückten Damen!

 

Links:

>> Info/Tourdaten CocoRosie bei POP FRONTAL

>> CD-Rezension (02.04.07): The Adventures Of Ghosthorse and Stillborn

>> CD-Rezension (02.11.05): Noah's Ark

>> CocoRosie: The Adventures of Ghosthorse and Stillhorn - Kaufen bei amazon.de

>> Homepage CocoRosie

 

 

CocoRosie

CocoRosie

 

CocoRosie: The Adventures of Ghosthorse and Stillhorn

CocoRosie: The Adventures of Ghosthorse and Stillhorn

(Touch & Go / Soulfood)

 

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