Startseite POP FRONTAL

Gesehen! Dream Theater/ 27.01.04, Köln, Palladium

Gut gekühlt

Text: Klaus Reckert       Fotos: © Stefan Kunze, 2002

Die New Yorker Dream Theater spielen ungerührt Herzrasen verursachende 164-tel-Läufe und Rhythmuswechsel in einer Häufigkeit, die frustrierte Musikschüler ihren Instrumenten abschwören und Fans reihenweise in die Knie gehen lassen. Vor den Konzertgenuss in Köln hatte Petrus jedoch Eisregen und der Veranstalter eine Schlange wie vor der Arche Noah gesetzt. Ob sich die partielle Vereisung gelohnt hat, erfahrt Ihr im Konzertbericht.

Das Palladium im lieblichen Köln-Mühlheim ist ein stolzer Musentempel, gar keine Frage. Dann ist da noch die Nähe zu den Räumlichkeiten von VIVA, was bei einem von diesem Sender präsentierten Rockereignis auch nicht unpraktisch ist. All das vermag aber nicht zu erklären, warum der Abgesandte von POP FRONTAL mit Hunderten anderen Konzertgängern von 19:00 (dem offiziellen Einlassbeginn) bis 20:10 Uhr in einer sich praktisch kaum vorwärts bewegenden Monsterschlange stehen musste, während am Eingang nur zwei Türen des an und für sich sehr großzügigen Einlassportals geöffnet und mit Sicherheitspersonal bemannt waren. Dass jeder Besucher abgetastet und Gerätschaften wie garantiert nicht aufnahmefähige Walkmen gegen Quittungsbeleg eingesammelt wurden, hat sicher auch nicht zu einer höheren Abfertigungsfrequenz beigetragen. Schlimmer: als unsereiner welcher zur besten Tagesschauzeit endlich drin war, froren sich draußen noch ca. 1.000 die Hintern ab.

Wohl auch darum hoben Dream Theater erst um 20:25 den Vorhang für den aktuellsten Akt ihres Traumtheaters. Den Prolog dazu machte eine Art "Best Of Live Video Countdown" zur Karriere der New Yorker beginnend 1985, als das Haar noch voll und die Hosen richtig eng waren. Livehaftig bestiegen die ehemaligen Musikstudenten dann zu "As I Am" und "This Dying Soul" die Bühne, der wohl eindrucksvollsten Sequenz des letzten Albums "Train Of Thought". Die neuen Nummern bestätigten schnell die Tendenz zu mehr Härte in der Progmetal-Legierung, den die Scheibe schon hatte vermuten lassen. Weitere Highlights der gelungen zusammengestellten Setlist: "Through Her Eyes" und "Another Day" (Tempo runter, Feuerzeuge 'raus), "The Great Debate", ein Epos von "Six Degrees Of Inner Turbulence", das ganz frische "Endless Sacrifice" mit schier atemberaubenden Tempowechseln und "Trial Of Tears" mit ausgedehntem Gitarren- und Keyboard-Solo vom seit der letzten Tour erkahlten Jordan Rudess.

Nun gönnten die auf der ganzen Tour ohne Vorgruppe arbeitenden Traumakteure sich und ihren Fans erstmal eine Pause. Zu den Höhepunkten im zweiten Teil zählten sicherlich das gottvolle "Crimson Sunrise" von der "Change Of Season"-Suite und der Klassiker "Voices". Insgesamt also eine hochkonzentrierte Vollbedienung an Virtuosität, Kompositionskunst und Technikverliebtheit, zu welchem Eindruck die drei großen Projektionswände (mit separater Bildregie) hinter der Bühne stark beitrugen. Trotzdem blieb nach dem Verklingen der letzten Takte die Frage, warum sich dieses Gefühl der Kälte während des ganzen Konzerts nicht abschütteln ließ. Na, könnte auch am Wetter gelegen haben...

 

Links:

>> Künsterinfo Dream Theater bei POP FRONTAL

>> Rezension "Train Of Thought" bei POP FRONTAL

>> Homepage Dream Theater

>> Dream Theater bei Elektra

>> Dream Theater - Train Of Thought: Reinhören und Kaufen bei amazon.de

Dream Theater: John Petrucci

John Petrucci

 

Dream Theater: Mike Portnoy

Mike Portnoy

 

Dream Theater - Train Of Thought bei amazon.de

Dream Theater: Train Of Thought

(Elektra/Warner)

 

Startseite | Tickets | Konzertsuche: Genres | Konzertsuche: Städte | Konzertsuche: Bands A-Z | Konzertsuche: Festivals |

Magazin | Rundbrief | Live-Tipps | Archiv: Live-Berichte |

Konzerte eintragen | Content-Broking | Impressum | Datenschutz

© POP FRONTAL, 2003-2021; Design by Akupower!