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Gesehen! Finkenbach-Festival / 30. und 31.07.2004, Finkenbach im Odenwald

Berauschende Vollmond-Party im Odenwald

Text: Carlo Reßler

 

Seit nunmehr 26 Jahren gibt es nun schon dieses kleine Festival im Odenwald – und wie all die Jahre zuvor gelang es den Veranstaltern auch dieses Mal bei wunderbarem Hochsommerwetter wieder, ein hochkarätiges und abwechslungsreiches Line-Up auf die diesmal ganz neue und große Bühne zu bringen, vor der sich an zwei Tagen gut 3.500 Festivalbesucher versammelten.

Finkenbach-Festival

Für die folkige Einstimmung am Freitagnachmittag sorgten Dhalia aus Hessen mit traditioneller und tanzbarer keltischer Musik. Am frühen Abend folgten Rolf Stahlhofen & Band aus Mannheim: "Du bist nicht allein" – der Song ihrer Singleauskopplung war der Start zu einem charismatischen Gig voller erstklassischer deutscher Soulmusik, gemischt mit Hip-Hop- und Blues-Elementen. Stahlhofens markante Stimme verstärkt durch gekonnte Bläsereinsätze sorgte für den rechten Pepp und Groove, was bei vielen Fans sehr gut ankam.

Zu bester Abendstunde dann das alljährliche Rockevent mit Guru Guru: bereits zum 24. Mal stand die legendäre Deutschrockband hier nun bei einem "Heimspiel" auf der Finkenbachbühne. Quicklebendig spielten die Jungs um "das 63jährige Urgestein des Krautrocks" Mani Neumeier gut 1,5 Stunden von "Rastafari in Byuwari" (da singt Mani tatsächlich Bayrisch!) über "Ooga Booga" und den legendären "Elektrolurch" bis hin zu Songs aus dem aktuellen Album "2000 Gurus" ihr bekanntes – aber live doch immer wieder neues – Repertoire. Die Fans vor der Bühne tanzten begeistert im Mondenlicht!

Gegen 1 Uhr früh betrat dann die Coverband Lava die Bühne, die mit ihrer Mixtur aus Jungle, Reggae, Punk und Beat die Besucher in dieser milden Nacht entzückte. Viele der gutgelaunten Festivalbesucher fanden sich danach noch bei berauschenden Dingen, eigenen Trommelsessions und Hunderten von Lagerfeuern vor ihren bunten Zelten ein und feierten weiter bis in die Morgenstunden des Samstags hinein.

Am Nachmittag des zweiten Tages gab es dann als "Warm-Up" einen recht kurzen Gig von Radio Campfire aus Essen, die es mit ihrem Mix aus Rock’n’Roll der 60er und 70er gemischt mit fetzigen Indie-Elementen bei über 30 Grad in der Sonne doch recht schwer beim Publikum hatten. Die 8-köpfige Multikulti-Formation Jobarteh Kunda passte mit ihrer neuen CD "Ali Heja" im Gepäck schon wesentlich besser zu Temperatur und Stimmung: mit eingängigen und leicht tanzbaren Rhythmen schlugen sie locker eine Brücke zu den vielen begeisterten Fans. Pulsierende afrikanische Lebensfreude, geschickt mit einem Schuss Calypso, Rumba-Sounds, Jazz und Reggae-Elementen gewürzt, passte hervorragend zu diesem heißen Abend. Getragen von vielen hervorragenden Soloeinsätzen der einzelnen Musiker um den bayrischen Koraspieler (afrikanische Harfe) Tormeta Jobarteh wurde ein exzellenter Klangteppich gewebt: traditionell und doch sehr weltoffen, wunderbar bunt (auch in der Kleidung!) sowie extrem tanzbar, volle African-Acustic Power – und ein echter Live-Leckerbissen!

Dann wurde vor und auf der Bühne mächtig der Ska gekickt: The Busters rollten an – und wie! Die mittlerweile sehr populäre 11-köpfige deutsche Skaband besteht nun schon im 17. Jahr und präsentierte in Finkenbach gut 1,5 Stunden lang fetzige Stücke ihres aktuellen Albums "The Revolution".

Von den meisten sehnsüchtig erwartet kam dann gegen 23 Uhr der "Gentleman" Tilman Otto aus Köln mit seiner routinierten Leipziger "Far East Band" auf die Bühne. Was gibt es über Gentleman nach ausverkauften Tourneen und hochgelobten Platten noch viel zu schreiben? Diese fantastische Reggae-Band, die es verstand, eine sofort auf die Fans überschwappende energiegeladene Atmosphäre zu entwickeln, war hier zur rechten Zeit am richtigen Platz. "Leave Us Alone" war der Startsong einer mit knapp 2 Stunden noch viel zu kurzen Reggae-Open-Air-Party, die keine Wünsche offen ließ. Die smoothen Saxophonklänge im Kontrast mit Tempo-Beats und der markanten Dancehall-Voice von Tilman Otto kommen von Herzen, sind unique und machen ganz einfach Spaß. Ottos wiederholte Frage an die begeisterten Fans "Do you want more music?" konnte jeder nur bejahen - und sich nach diesem gelungenen Gig bereits jetzt auf die große Herbsttour von Gentleman freuen.

Zum Abschluss gab es dann noch eine über zweieinhalbstündige "Cosmic Late Night Fullmoon Party" mit Lover 303. Die "Techno-Gitarren-Ikone" Conny Mali spielte wieder mit Mani Neumeier, dem "Master of Drums" (wie er in Japan liebevoll genannt wird), eine Techno-Groove-Party, die sich gewaschen hatte! Begleitet von einer beeindruckenden Live-Fire-Performance sowie einer ausgetüftelten Lightshow kam bei diesen sehr kurzweiligen, berauschenden Live-Loopings noch mal jeder Fan voll auf seine Kosten – und das bis kurz vor 4 Uhr in der Früh!

Fazit: auch in diesem Jahr war ein Trip zum Festival ins 400-Seelen-Dörfchen Finkenbach wieder ein rundum gelungenes Sommererlebnis - dem einige Polizeikontrollen weniger allerdings sehr gut tun würden! Allen Festivalbesuchern und jedem, der das Finkenbach-Festival noch nicht kennt, ist zu empfehlen, sich das letzte Juliwochenende auch im kommenden Jahr dick in seinen Festivalplaner einzutragen!

 

Links:

>> Festival-Tip! Finkenbach-Festival bei POP FRONTAL (Juli 2004)

>> Homepage Finkenbach-Festival

>> Homepage Guru Guru & Lover 303

>> Homepage Jobarteh Kunda

>> Homepage Gentleman

>> Homepage Rolf Stahlhofen

>> Homepage The Busters

>> Homepage Radio Campfire

>> Homepage Dhalia

 

 

Gentleman

Gentleman

 

Guru Guru

Guru Guru

 

Jobarteh Kunda

Jobarteh Kunda

 

The Busters

The Busters

 

Rolf Stahlhofen

Rolf Stahlhofen

 

Radio Campfire

Radio Campfire

 

Dhalia

Dhalia

 

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