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Gesehen! Nada Surf, Rogue Wave / 27.02.2008, Köln, Live Music Hall

Just like Heaven

Text: Florian Sekula      Live-Fotos: Michael Kellenbenz

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Matthew Caws ist endlich glücklich. Bereits Album Nr. 5 veröffentlichte er vor kurzem mit seiner Band Nada Surf. Auf "Lucky" klingen die drei New Yorker so optimistisch wie nie zuvor und konnten nach dem kleinen Fehltritt "The Weight Is A Gift" wieder ein wenig Boden gewinnen. Auf der Bühne strahlen ihre melancholischen Songs eine unglaubliche Wärme aus, die zum Großteil Matthew Caws als tragendes Element der Band zu verdanken ist. An diesem Abend ließen sie das Kölner Konzertpublikum in der Live Music Hall mit einem nicht enden wollenden Auftritt auf Wolke 7 schweben.

Nada Surf

Rogue Wave supporten Nada Surf! Hier und dort sorgte diese Meldung für ein großes Maß an Vorfreude. Vielleicht trug auch das ein wenig dazu bei, dass sich die Tickets für die Deuschland-Konzerte verkauften, wie die obligatorischen heißen Semmeln. Lediglich in Köln konnte die Live Music Hall offiziell nicht bis in den letzten Winkel gefüllt werden. Dennoch steht sich das Publikum schon bei Rogue Wave auch in den hintersten Reihen fast auf den Füßen. Vielleicht hätten sich Nada Surf keine geeignetere Vorband aussuchen können, denn die fünf Männer aus Kalifornien treffen mit ihrem Mix aus Country und modernem Indie-Rock zielgenau den Nerv der Zuschauer. Sänger Zach Rogue sorgt hier und dort mit seiner gesungenen Publikumskommunikation für das eine oder andere verdutzte Gesicht, doch die sichtlich gute Laune aller Bandmitglieder färbt schnell ab. Für einen ihrer letzten Songs holen sie sich Matthew Caws als Begleitsänger auf die Bühne, der den Rest des Auftritts aufmerksam am Rand der Bühne verbringt.

Fünf Konvexspiegel sind auf der hoch gelegenen Bühne angebracht. Auch ein zusätzliches Keyboard wurde schüchtern am Rand der Bühne platziert. An ihm soll Louis Lino Stellung nehmen und die Songs der drei "Nicht-Surfer" mit füllenden Synthieklängen ergänzen. "Hi-Speed Soul" eröffnet den Auftritt. Die Dreadlocks von Bassist Daniel Lorca fliegen im Gegenlicht der Scheinwerfer wild umher. Während er zunächst der Blickfang des Auftritts ist, gehören von Beginn an alle Ohren einem Mann und seiner Gitarre: Matthew Caws Saitenspiel und der passende Hall-Effekt auf seiner großartigen Stimme würden schon reichen, um die Songs der Band eindrucksvoll über die Bühne zu bringen. Trotz der teilweise komplexen Gitarrenparts erlaubt es sich Caws nicht ein einziges Mal, beim Singen einen Ton zu verfehlen, und beweist eindrucksvoll, was für ein herausragender Sänger er ist. Der schillernde Sound der Songs dringt dem Zuschauer mit einer solchen Dichte entgegen, dass in dem heißen Konzertsaal nur wenig Luft zum Atmen bleibt.

Vor allem sind es ältere Stücke wie "Kilian’s Red", "80 Windows" und "Fruit Fly", die den Saal in einen gravitationslosen Raum verwandeln, während aktuelle Lieder wie "I Like What You Say" und "Whose Authority" zu vereinzeltem Mitsingen verleiten. Griffsicher füllen Nada Surf ihre Setlist mit Liedern aus allen fünf Alben. Und dennoch bekommt der Zuschauer stellenweise den Eindruck, als gestalteten sie ihre Setlist nach den Wünschen des Publikums. "We’re gonna play this song in a few minutes, yes and then, I heard you, we are going to play this song!", sagt Caws zu den Fans in den ersten Reihen. Dass sie trotz zweistündiger Spielzeit auf viele wunderbare Songs verzichten müssen, zeigt auf welch konstant hohem Niveau sich die drei bereits seit nunmehr 16 Jahren bewegen.

 

 

Der Aufforderung, zu "Inside Of Love" im Kollektiv mitzuwiegen, kommt das Publikum nach. Auch bei "Weightless" glückt die Interaktion, als die Zuschauer einen Teil des Liedes mitsingen sollen. Nach fünf Zugaben und einer Coverversion von Joy Divisions "Love Will Tear Us Apart", das sie gekonnt in die zweite Strophe von "Stalemate" einbauen, und fünf tanzenden Männern von Rogue Wave, die zu "Blankest Year" die Bühne stürmen, folgen mit "Popular" und "Imaginary Friends" zwei weitere Zugaben, mit denen nur die wenigsten noch gerechnet haben. Ihrem Ruf als unschlagbare Liveband dürften Nada Surf an diesem Abend das Prädikat "unangreifbar" verliehen haben.

 

Links:

>> Künstlerinfo Nada Surf bei POP FRONTAL

>> Bilder-Galerie Nada Surf @ Hamburg (17.01.08)

>> CD-Rezension (06.02.08): Lucky

>> Konzertbericht Nada Surf @ Hamburg (15.04.06)

>> Konzertbericht Nada Surf @ Immergut Festival 2005

>> Homepage Nada Surf

>> Nada Surf: Lucky - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

Nada Surf

 

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Nada Surf: Lucky

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(City Slang / Universal)

 

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