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Gesehen! tUnE-YarDs / 04.06.2011, Hamburg, Uebel & Gefährlich - Dachgarten

Präsentiert von POP FRONTAL

Farbenspiele über den Dächern von Hamburg

Text: Sandra Kriebitzsch      Live-Foto: Markus Petak

Die Voraussetzungen für ein besonderes Konzerterlebnis könnten nicht besser sein: ein angenehm lauschiger Frühsommerabend, die schönste Konzert-Location der Stadt und eine der interessantesten Indie-Platten des Frühlings: Merrill Garbus stellt das neue Album "Who Kill" ihres Projekts tUnE-YarDs live in den luftigen Höhen des Dachgartens auf dem Bunker am Millerntorstadion vor. Nach dem langen Aufstieg auf die Bunkerterrasse sind einige Gäste bereits außer Atem. Auch als Merrill und ihre drei Mitstreiter - ein Bassist, eine Dame und ein Herr am Saxofon - loslegen, bleibt uns erstmal die Luft weg. Denn was uns da von der Bühne entgegenschlägt, ist schlicht und ergreifend: Energie.

tUnE-YarDs

Eigentlich hätten wir vom ersten Takt an das ganze Konzert über durchtanzen und gemeinsam mit der Band die untergehende Sonne anbeten können. Ganz so hippiesk und ausgelassen wird es dann doch nicht. Aber auf leichtes Mitwippen und Juchzen und - nach Aufforderung der Meisterin - ab und an Mitsingen, Hüpfen und Klatschen lässt sich die Menge gerne ein. Was beim treibenden Groove, der den tUnE-YarDs-Stücken zugrunde liegt, auch nicht weiter schwer fällt.

Für den sorgt die Bandleaderin vor jedem Lied höchstpersönlich. Auf einem kleinen Podest steht die Frau mit ihrem ganzen Instrumentarium. Mit Trommeln, Klopfen und ihrer Stimme spielt sie einen Beat ein, loopt ihn, spielt weiter Schlagzeug oder schlägt die Saiten ihrer Ukulele an - und tut vor allem eins: Singen. Aus vollem Hals. Mit sich manchmal fast überschlagender Stimme, als gäb’s kein Gestern und kein Morgen. Ein wildes Ding, diese kleine, energische Frau, mit ihren bunten Kriegsbemalungen im Gesicht, der nicht minder farbenfrohen Federboa und der immer mal wieder in die Luft gereckten Faust. Und eine hochsympathische Erscheinung, die wie eine Mischung aus Diva, Rumpelstilzchen und akustischer Action Painterin rüberkommt.

Farbenspiele gibt es auch im Publikum: "I won’t forget this gig. Your faces were changing colors, now they are glowing pink", verrät uns Merrill, als der Auftritt sich dem Ende zuneigt. Mit dem Hit "Bizness" geht es noch einmal in die Vollen, sogar mit ausufernden Saxofon-Soli, an denen sich keiner stört. Das einst so verpönte Instrument sorgt hier für einen der Höhepunkte des Abends. Spätestens bei der Zugabe "Hatari" beschleicht uns dann doch das Gefühl, Teil einer ausgelassenen, gruppendynamischen Hippieperformance gewesen zu sein. "It rumbles in the ground, gurrah gurrah, we all fall down", heißt es da. Als Aufforderung zum gemeinsamen Sprung vom Dach begreift das glücklicherweise niemand. Stattdessen schlendern wir hochzufrieden die Treppen herunter und freuen uns auf den ersten Sonnenbrand des Jahres.

 

 

 

Links:

>> Info/Konzerte tUnE-yArDs bei POP FRONTAL

>> Live-Tipp (09.05.11): tUnE-yArDs - Wundertüte mit bunten Knallbonbons

>> Live-Tipp (30.05.11): tUnE-yArDs - Quietschbunter Freak-Pop

>> Video "Gangsta [Live] @ Great American Music Hall" bei youtube.com

>> Homepage tUnE-yArDs

>> tUnE-yArDs: Who Kill - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

 

tUnE-YarDs

tUnE-yArDs

 

tUnE-yArDs: Who Kill

tUnE-yArDs: Who Kill

(4AD / Beggars Group/ Indigo)

 

 

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