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Gesehen! Walking Papers, Buffalo Summer / 29.4.2013, Hamburg, Logo

Ehrlich. Erdig. Einfach gut.

Text: Mathias Frank

 

Und der nächste. Der nächste große Name im kleinen Club. Die nächsten großen Namen. Waren es zuletzt Wes Borland von Limp Bizkit mit Black Light Burns und Stone Gossard von Pearl Jam mit Brad, sind es diesmal Barrett Martin von den Screaming Trees und Mad Season (!) am Schlagzeug und Duff McKagan von Guns N' Roses (!!) am Bass mit den Walking Papers. Pflichtbesuch? Ja. Aber nicht nur wegen den beiden bekannten Gesichtern. Sondern auch, weil diese Band einfach was kann.

Walking Papers

Den Anfang machen Buffalo Summer. Drei Hippies und ein Bassist eröffnen leidenschaftlich und energisch, klingen aber bei aller Liebe (ihrer, nicht unserer) ein bisschen zu belanglos. Black Crowes-Style halt, Doors 2013, 1990er-Alternativerock mit Retro-Touch und Led Zeppelin-Einfluss. Nett, um den Leuten etwas einzuheizen. Den wenigen Leuten, denn viel ist nicht los. Das Logo ist leer. Fast schon peinlich leer. Noch schlimmer: die Leere bleibt, die Peinlichkeit steigt. Denn nach und nach versammeln sich die meisten der wenigen Leute vor der einen Seite der Bühne. In vier, fünf, sechs Reihen stehen sie hier eng an eng. Während nur ein paar Schritte weiter rechts tatsächlich niemand steht.

Klar, Duff steht auf dieser einen Seite. Auf der vollen. Und scheint anfangs ein bisschen unglücklich über die Menschenverteilung zu sein. Er weicht zurück, vermeidet Blickkontakt und lässt seinen Bass zum lässigen Opener "Already Dead" oder dem famosen Kopfnick-Groover "The Whole World's Watching" brummen. Und gibt damit Sänger Jeff Angell den Raum, den er verdient. Was ist der Kerl hier und heute gut, was hat der für eine Stimme, was strahlt der für eine Kraft aus. Und das, obwohl er eigentlich ein Hemd ist, ein kleiner Kerl, der ein bisschen an Matthew Bellamy von Muse erinnert. Aber besser singen kann.

Song für Song singt sich Angell in den Mittelpunkt, die kleine Menge verteilt sich vor der Bühne und schaut jetzt auch mal Angells The Missionary Position-Kumpel Benjamin Anderson am Keyboard auf die Finger, feiert aber schnell einfach diese Band ab. Die ganze Band - und genau die verdient es. Weil Lieder wie "Leave Me In The Dark", "I'll Stick Around" oder "A Place Like This" einfach gut sind, weil sie so cool sind, so ehrlich und erdig und sich auf eine herrliche Art das Beste aus Blues, Indie und Hardrock nehmen und daraus zu wahnsinnig guten Nummern werden. Gespielt von einer wahnsinnig guten Band, die nach und nach auftaut. Martin lacht da hinten und trommelt munter drauf, Anderson schwitzt und mosht im Sitzen, Angell begeistert und McKagan taut auf, zieht sich aus und schüttelt am Ende Hände. Wie später alle Hände schütteln und sich persönlich bedanken. Bei viel zu wenigen Leuten, bei peinlich wenigen Leuten. Aber bei glücklichen Leuten. Denn diese Show war super. Punkt.

 

 

 

Links:

>> Info/Konzerte Walking Papers bei POP FRONTAL

>> Video "Full Performance (Live on KEXP)" bei youtube.com

>> Homepage Walking Papers

>> Walking Papers: s/t - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Homepage Buffalo Summer

 

 

Walking Papers

Walking Papers

 

Walking Papers: s/t

Walking Papers: s/t

(Sunyata Records / Alive)

 

 

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