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Gesehen! Hellmut Hattler / 14.11.2006, Bonn, Harmonie

Kurswechsel eines Tieftöners

Text: Carlo G. Reßler      Live-Fotos: Walter P.R. Schnabel

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Hellmut Hattler, Deutschlands Mr. Jazzbass schlechthin, vollzieht mit seinem brandneuen Album "The Big Flow" cool und voller Selbstverständnis wieder einmal einen geradlinigen Kurswechsel hin zum tanzbaren "Jazz of today". Seit gut 35 Jahren zählt dieser umtriebige und auch mit 54 Lenzen sehr jugendlich wirkende Typ zur ersten Garde deutscher Jazzrock-Bassisten. Schon seit Ewigkeiten ist er der Motor der lebenden Jazzrocklegende Kraan. Doch damit nicht genug, gründete Hellmut Hattler ein eigenes Label (Bassball) und spielt – nach vielen weiteren Zwischenstationen – aktuell in zwei weiteren Bands, Tab Two und natürlich Hattler. Man könnte den unermüdlichen Soundtüftler auch mit Recht als "einköpfige Klangfabrik" bezeichnen.

Hellmut Hattler

Mit dem minutenlang jauchzenden Basssolo "Enimo Mine" startet der Maestro ganz allein das Konzert in der gut gefüllten Harmonie: solide Handwerkskunst mit kunstvoll verschachtelten Digital-Loopings. Ein begeisternder Einstieg, doch dann geht es erst richtig rund. Mit seinem Freund, Gitarristen und Sitarspieler Torsten de Winkel, dem Drum-Elektroniker Oli Rubow und der faszinierenden Sängerin Fola Dada kommt Hattlers aktuelle Formation auf die Bühne und steckt mit dem druckvollen "Waiting" von der neuen CD das Soundterrain an diesem Abend bereits zu Beginn großzügig ab.

Orientalische Muster, wie in dem durch de Winkels wundervoll sphärisch auf der elektronischen Sitar gespielten Song "Assalamu Alaikum", wechseln fortan mit bodenständigen Elektrobeats wie in "So Low". Dabei umgarnt die junge Fola Dada mit ihrem rauchigen Jazztimbre in der Stimme raffiniert kunstvoll die druckvollen treibenden Beats ihrer Kollegen. Besonders beeindruckend gelingt es ihr an diesem Abend in der großartigen Clubballade "Marseille".

 

 

Was Konzert und CD deutlich hören lassen: Hellmut Hattlers Musikkosmos scheint schier unerschöpflich zu sein. Mühelos und mit viel Spirit bewegt er sich dabei längst weit jenseits seiner eigenen Basssaiten in ganz eigenen Soundsphären, die Hirn und Beine gleichermaßen bewegen. Ob kunstvolle Elemente aus anmutigen arabischen Musikstrukturen, vertracktem "Hippiejazz" wie dem alten "Dinner for free" oder modern-digitalem Elektrobassspiel – keine Minute des zweistündigen Gigs ist monoton oder ermüdend. Hier spielt sich Außergewöhnliches ab, zündend und voll brodelnder Energie. Bei soviel ansteckender Dynamik darf man schon heute gespannt sein, welche Klangfabrik der Meister wohl als nächste betritt.

 

Links:

>> Künstlerinfo Hellmut Hattler bei POP FRONTAL

>> Homepage Hellmut Hattler

>> Hattler: The Big Flow - Reinhören und Kaufen bei amazon.de

 

Hellmut Hattler

Hellmut Hattler

Hellmut Hattler

 

Hattler: The Big Flow

Hattler: The Big Flow

(Bassball / Edel)

 

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