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Getroffen! Interview mit Jeff Martin (formerly The Tea Party) / 18.09.2007, Köln

Interview: Klaus Reckert   

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Das doppelte Jeffchen

Wenn man dem Mann direkt gegenüber sitzt, wirken die Geschichten von Exzessen rund um The Tea Party plötzlich noch glaubwürdiger. Doch aus dem gezeichneten Gesicht leuchtet auch - jetzt vielleicht mehr denn je - eine Intensität und Überzeugungskraft, die ihresgleichen sucht. "Ich genieße mein derzeitiges Leben: Wieder diese Leidenschaft in meiner Musik zu spüren, Fortschritte zu machen, Auftritte zu erleben, die genau so kraftvoll wie TTP sind, obwohl wir nur als akustisches Duo auftreten", sagt Martin im Interview anlässlich der von POP FRONTAL präsentierten Deutschlandtournee kurz vor dem Kölner Auftritt.

Jeff Martin

 

Es gibt spürbare Unterschiede - nicht zuletzt bei der Unterbringung - zwischen dem heutigen Gig im Underground (sic) und beispielsweise der 2000er Tour mit Queensryche, bei der ich Dich zuletzt sah. Warum hast Du The Tea Party im Oktober 2005 aufgelöst?

Jeff Martin: Ich war dabei, die Kontrolle über die Band zu verlieren. Ich konnte also nicht mehr hinter dem stehen, was geschah. The Tea Party hatte immer dafür gestanden, keinen ausgetrampelten Pfaden zu folgen. Als dies nicht mehr erreichbar war, habe ich die Reißleine gezogen.

 

Würdest Du zustimmen, dass Euer ´05er Album "Seven Circles" verglichen etwa mit Material wie "Triptych" recht glatt ausgefallen ist?

Jeff Martin: Ja, genau – wir spürten den Druck Richtung Kommerzialität und Mainstream. Und ich habe ihm schließlich auch nachgegeben. Die ersten vier TTP-Platten waren noch völlig unbeeinflusst vom Label EMI. Ich habe die Songs geschrieben, wir haben die Alben eingespielt, ich habe produziert, fertig. Danach aber entwickelte es sich zu einer Geldmaschinerie, und die Controller und Rechtsanwälte betraten das Feld, uns wurden andere Producer aufgezwungen… Und die drei Freunde, die TTP einmal ausgemacht hatten, bewegten sich zunehmend auseinander. Als Künstler und als Menschen.

 

In einem Statement auf Deiner Website heißt es, Du glaubst, TTP habe seine künstlerische Bestimmung erfüllt…

Jeff Martin: Natürlich, wir waren 15 Jahre lang zusammen, haben einiges an unglaublicher Musik auf die Beine gestellt, auf die ich stolz bin und die die Zeit überdauern wird. Aber es war irgendwann vorbei. Die Freundschaft und der gegenseitige Respekt waren weg. Das passiert mit Bands genau so wie mit anderen Beziehungen.

 

Unter diesen Umständen ist eine Reunion, wie sie beispielsweise von den Betreibern von Teaparty-online.com herbeigesehnt wird, wohl eher unwahrscheinlich?

Jeff Martin: Nein (lacht bitter), dafür ist einerseits zu viel Wasser den Rhein herunter geflossen. Und andererseits genieße ich mein derzeitiges Leben einfach viel zu sehr. Wieder diese Leidenschaft in meiner Musik zu spüren. Fortschritte zu machen. Auftritte zu erleben, die genau so kraftvoll wie TTP sind, obwohl wir nur als akustisches Duo auftreten..!

 

Wie lief es auf den - den vier Deutschland-Auftritten vorgeschalteten - Shows in den Niederlanden?

Jeff Martin: Oh, großartig. Die Konzerte waren ausverkauft und das Publikum begeistert. Was mich am meisten beeindruckt hat, war wie respektvoll sie uns behandelt haben. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

 

Wie ist die Verbindung zur Indian Tea Company?

Jeff Martin: Sie sind große TTP-Fans, wollten mich wieder in Deutschland sehen und nahmen über Touch of Music Kontakt auf. Tatsächlich hatte ich ursprünglich auf das neue Studioalbum warten wollen, das wir ab November aufnehmen werden. Aber Einladung und Vorschlag waren so klasse, dass ich eingewilligt habe, schon früher zu kommen.

 

Angesichts der energiesprühenden Qualität des aktuellen Live-Mitschnitts "Live In Dublin" ist es ja ein Jammer, dass es dafür noch keinen Vertrieb in Deutschland gibt.

Jeff Martin: Aber das wird kommen, ich habe schon einige sehr gute Gespräche in der Angelegenheit des neuen Studioalbums geführt (u.a. mit Hypertension, d. Red.). Und es sieht ganz gut aus. Wenn das geklappt hat, warum sollte es ein ProbIem sein, noch eine Pressung von "Live In Dublin" für den deutschen Markt aufzulegen?

 

Hat es sich eigentlich irgendwann schon einmal negativ bemerkbar gemacht, dass es mit Jeff Martin einen weiteren Rockstar mit exakt Deinem Namen gibt.

Jeff Martin: (guckt verstört) Von wem sprichst Du?

Klaus Reckert: Naja, Jeff Martin, Ex-Surgical Steel, St. Michael, bekannt geworden als Sänger und Chef von Racer X, später Drummer von Badlands und bei UFO.

Jeff Martin: Nie gehört. Sieht er so gut aus wie ich? (kichert)

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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Links:

>> Künstlerinfo Jeff Martin bei POP FRONTAL

>> Homepage Jeff Martin

>> Jeff Martin @ myspace.com

>> Homepage The Tea Party - Dtsch. Fansite

>> Homepage Racer X

 

Jeff Martin

 

Jeff Martin: Live in Dublin

Jeff Martin: Live in Dublin

 

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