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Gesehen! Keane, The Soundtrack Of Our Lives, Dogs / Rolling Stone Roadshow 2004, 18.10.04, Hamburg, Docks

Hamburg Song, die jungen Wilden und Jesus im Quadrat

Text / Fotos: Martina Nossek

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Danke Marek! Nach dreijähriger Pause zieht die Rolling Stone Roadshow wieder durch die Straßen. Lieberberg sei Dank. Unter seiner Leitung stellt der "Rolling Stone" mit Keane, The Soundtrack Of Our Lives und dem Razorlight-Ersatz Dogs ein Line-Up auf, das zur musikalischen Zukunftsmusik zählt, so das Magazin. Montagabend auf dem Spielbudenplatz. Erstes Erstaunen vor dem Docks: Die Tickets sind an der Abendkasse mit 28 EURO günstiger als im VVK. Wenn schon mehr Geld raushauen, dann aber richtig: also wird das warme Herbstmäntelchen für einen Euro an der Garderobe abgegeben und zum Einstimmen auf die Dogs ein Kaltgetränk geordert.

Keane

Keane

Nicht schnell genug, denn die Razorlight-Ersatz-Jungs namens Dogs sind gegen halb acht schon auf der Bühne. Die fünf Freunde von der Insel rocken mit dem ersten Song, und der Mann am Tresen vergisst kurz das Bier. Die whiskeygetränkte Stimme mit weißem Hemd und adrettem Britenschlips wirkt alles andere als artig. Die Strokes in britisch, nur wilder und sehr verwegen. Besonders in dieser halben Stunde erscheint es lobenswert, dass der 22 Jahre junge Razorlight-Sänger Johnny Borell seine Stimme, not amused, aber trotzdem ordentlich auskuriert.

Die britische Besatzung von der Insel wechselt zugabenfrei in die moderne Retroparallelwelt von The Soundtrack Of Our Lives. Formatwechsel auf 16:9, denn die Schweden setzen ihren Sozialstaat auch auf der Bühne um. Sänger Ebbot Lundberg ist nicht nur bei "Bigtime" der Fels in der Brandung. Mit seinem auf den massigen Leib geschneiderten Gewand sieht er aus wie ein Priester. Jesus im Quadrat im "Age of no reply". Inklusive Rauschwallebart, Schüttel-dein-Haupthaar-für-mich und großen Gesten bei "Heading for a breakdown". Der heilige Vater der Rockmusik teilt mit "Believe I've found" den musikalischen Glauben seiner Jünger und bringt die Masse in Bewegung. Mit Freude, Pathos und eingängigen Melodien spielen sich die sechs Nordlichter in die Herzen der zu "Borderline" oder "Midnight children" seelig Tanzenden. Hallelujah!

Während die Schwedenfans die verschwitzten Shirts wechseln und zum Ausgang schlendern, drängeln bezopfte Mädchen in Ringeltops nach vorne und ziehen wahlweise einen blassen Erstsemester oder eine jung gebliebene mittelalterliche Mami hinter sich her. Die Bühne gewinnt durch die puristische Besetzung der britischen Popburschen viel Raum, und Keane-Sänger Tom Chaplin startet mit "Can't stop now" eine schwelgerische Dreiviertelstunde. Wenn sein Haar nicht im Wind weht (den der Ventilator am Bühnenrand ihm zufächert), wirbelt Tom Chaplin über die weite Fläche, als sei es eine Blumenwiese, während Richard Hughes den Rhythmus vorgibt und Keyborder Tim Rice-Oxley seinen dunklen Schopf herumschleudert. Der so zart singende Junge mit den roten Wangen becirct nicht nur die Anwesenden mit den lieblichen Klängen von "Sunshine" und ihrem großen Hit "Somewhere only we know": mit glänzenden Augen werden Handys für die beste Freundin im heimischen Wohnzimmer zum Mithören in die Luft gehalten. Dass sich die gitarrenfreien jungen Herren auf der hanseatischen Bühne wohl zu fühlen scheinen, zeigt sich nicht nur anhand der drei Zugaben, sondern auch durch die herzallerliebsten und charmanten Ankündigungen insbesondere des "Hamburg Songs". Der ist für uns, wie wir da so rührselig stehen, und sie geben uns das "Nothing in your way"-Gefühl und besingen "Allemande". Auch wenn der Abend unter anderem mit "This is the last time" viel zu schnell zu Ende ging, haben wir alle unsere "Hopes and Fears", dass sie bald wieder in Hamburgs musikalischem Hafenbecken auftauchen. Das hat uns Mister Chaplin ja so smart bestätigt. Also: keep "Your eyes open"!

 

Links:

>> Künstlerinfo Keane bei POP FRONTAL

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>> Künstlerinfo The Soundtrack Of Our Lives bei POP FRONTAL

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>> The Soundtrack Of Our Lives - Origin (I): Reinhören und Kaufen bei amazon.de

>> Rezension (13.10.04): The Soundtrack Of Our Lives - Origin (I)

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The Soundtrack Of Our Lives

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