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Gesehen! Mouse On Mars / 09.11.2004, Hamburg, Molotow

"Hat jemand ?was Sauerstoff?" - Dicke Luft und heiße Beats

Text: Julia Kussius    Fotos: Andreas Reth

 

Die Luft stand bei dem vom Grünspan in das doch kleinere Hamburger Molotow verlegte Konzert. Kein Problem, denn unser Sauerstoff ist Musik, fiel den Kölnern Mouse On Mars dazu ein. Und richtig, irgendwie scherte sich tatsächlich kaum einer um den dichten Dunst, sondern ließ sich lieber von der ungeheuren Energie und musikalischen Spannung abholen. Da soll nochmal einer behaupten, nur Gitarren könnten rocken! Wetten, dass sich auch ein waschechter Punkrocker dem Bann der beiden Mäuse - fantastisch unterstützt von Drummer / Sänger Dodo - nicht hätte entziehen können?

Mouse On Mars

Zugegebenermaßen war bei aller Elektronik und schillernden Beats auch eine Gitarre im Spiel. Dazu gesellte sich ein Bass - und was für einer! Schön präzise und klar, immer im Vordergrund wummerte das Saiteninstrument, wahrlich eine Freude! Kein Wunder also, dass kaum ein Bein stillstand und die steigenden Temperaturen von dem begeisterten Publikum schlichtweg ignoriert wurden. Wer bei Konzerten von Mouse On Mars an abgehobene Laptop-Frickler und verlorene Knöpfchendreher denkt, liegt gänzlich falsch. Andy Thoma und Jan Werner drehten auf der Bühne auf und bewiesen, dass auch ein Elektronikabend eine Prise Schweinerock verträgt. Nahezu stadionesk wurde es zum Teil – wer sagte da was von Hawkwind?! – doch es gelang den Dreien eben immer, die Kurve rechtzeitig zu kriegen. Der Euphorie schadete ein bisschen Rock-Dramatik aus der Westentasche keinesfalls. Denn so emphatisch wie die Musiker mitgingen und trotz fehlendem Sauerstoff eine so richtig ordentliche Show zelebrierten, so sportlich dankte es auch das Publikum.

"Überraschung" lautet mit Sicherheit eine der liebsten Vokabeln des Kölner Duos, und da das aktuelle Album "Radical Connector" ja bereits in manchen Medien als solche gefeiert wurde, blieb nun noch der Auftritt, der Neues bieten sollte. Allein die Begleitung durch den Live-Schlagzeuger reichte eigentlich, um sich angenehm überraschen zu lassen. Dank Dodo, der nicht nur an den Becken vollen Einsatz zeigte, sondern auch mit Gesang zu trumpfen wusste, gewann der Abend schließlich noch mehr Live-Gefühl. Nicht, dass die Mäuse nicht auch zu zweit rocken können, nein, nein, das darf mit Gewissheit vorausgesetzt werden. Aber mit Verstärkung entstand häufig der Eindruck, dass es den Musikern selbst mehr Spaß macht, sie sich intuitiv gegenseitig antreiben und es immer noch eins draufzusetzen gab. Profis eben. Der Gedanke erschloss sich auch beim relativ raschen Ende des Gastspiels, welches dann natürlich – wer braucht schon Sauerstoff? – mit einer fulminanten Zugabe herausgezögert wurde. Genau richtig ge-timed, nicht zu lange, nicht zu kurz, ein leicht zugängliches Set, gut auf die Tube gedrückt und dabei nie platt geworden, ja, so war's, das wohl empfehlenswerteste Livespiel eines elektronischen Projekts. Und das Schönste: das alles ging ganz ohne Starallüren und war richtig sympathisch!

 

Links:

>> Künstlerinfo Mouse On Mars bei POP FRONTAL

>> Homepage Mouse On Mars

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Mouse On Mars

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