Im Song "Melancholia" fordern FRAU LEHMANN mit störrischer Freude ihre Melancholie zurück. Die titelgebende Melancholie wird nicht beklagt, sondern vermisst; sie ist Halt, Gewohnheit und eine Form des Widerstands. In den Gegensätzen, die sie vereint, vielleicht der Schlüssel zum Album "Trost & Trotz". Der Text erzählt cineastisch von Zwei- und Einsamkeit, vom ziellosen Spucken von Brücken, vom Abend im Programmkinosaal, von Regen, Weißwein und sowjetischen Trickfilmen.
In seinem Buch "Lob der Melancholie" von 2019 schreibt Lászlo F. Földényi:
"Und was ist die Melacholie? Worauf ich nichts zu erwidern wusste, lieber zu ausweichenden Antworten Zuflucht nahm. Obwohl ich seit Jahrzehnten darüber nachdenke und auch früher schon darüber geschrieben habe. Aber es ist, als verhüllte der Begriff der Melancholie die Melancholie selbst. Die Worte machen das, worüber sie sprechen sollen, zunichte."
Im Text von Sängerin Fiona Lehmann, ist die Melancholie, das, was fehlt, und meint etwas, das über das rein persönliche, individuelle Gefühl hinausgeht. Vielleicht auch einen Zweifel, in einer Welt, die mit Gewissheiten um sich wirft. Wie im Lied selbst, wird auch im zeitgleich erscheinenden Musikvideo auf den (kürzlich verstorbenen) Filmemacher Béla Tarr angespielt. Der Verweis auf Béla Tarr ist dabei mehr als eine Namedropping-Geste: Wie in Tarrs Filmen lenkt auch "Melancholia" die entschleunigte Aufmerksamkeit auf den Zustand dazwischen, auf das Verharren, das Aushalten, den unaufgeregten Blick auf das Unvollkommene. Musikalisch übersetzt FRAU LEHMANN das in lebensfrohen, zarten und trotzigen Punkrock.
Kurz vor Albumrelease erweitert "Melancholia" somit das Spektrum der Vorabeindrücke um TROST & TROTZ und macht neugierig auf die ganze Geschichte. (Text: Presseinfo)

